[
REVIEWS ]
W
WADGE
- The Road To Hana -Cd
WADGE! Neben AGORAPHOBIC NOSEBLEED für mich der Inbegriff für
wirklich gut gemachten "Drum-Machine Powered Grindcore" der
alten Schule (hat also nix mit neuzeitlichen "Cyber Grind"
zu tun und das ist gut so, obwohl es auch in diesem Sektor ein paar
echt geile Ballerherden gibt)! Ganz schön sick und abgefahren,
aber stets hörbar und nie ins blanke Chaos abdriftend and that´s
how I really like this shit! Aber was ist "The Road To Hana"
denn nun eigentlich? "A solo grindcore South Pacific-theme album?",
wie ich´s mal irgendwo gelesen habe? Das Intro "Tiki Timewarp"
und so Songtitel wie "Honolulu Firefight", "Curse The
World (Pahoa-A´u-Ku-Version)", "Menehune Meltdown",
"The Rapa Nui Mangler" oder "Moai I´aom" lassen
diesen Schluß zu, aber ganz offiziell ist das Teil eine Zusammenstellung
von 34 "previously unreleased and unavailable tracks", die
für diverse Ep´s und Compilations aufgenommen wurden. Klare
Sache, da gibt´s ordentlich auf die 12! Da rulen nicht nur Drumcomputer-infizierter
Blasts, bis zum Abwinken runtergetunte Gitarrenriffs und kaputte Vocals,
sondern auch coole Breakdowns und Breakbeats, elektronische Noise-Interludes,
immer wieder ein paar verdammt heavy rüber kommende Bremsmanöver,
Guestvocals von CURSED/SWARM/ PANTALONES ABAJO MARINERO-Leuten und noch
so einige Überraschungen. Trotz aller Extremität kommt also
die Abwechslung nicht zu kurz. Get sledgehammered by WADGE! [R.S.R.,
http://members.tripod.de/skrupel] Gerste
WOJCZECH
- Sedimente -Cd
Grind A.D. 2005!!! Hallo ihr Lutscher da draußen, die ihr Euch
elendiglich einen abquält, um die ausgetrampelten Grindcorepfade
zu verlassen und diese Musikrichtung neuzeittauglich zu machen bzw.
interessant zu gestalten. Jetzt passt mal auf, hört genau hin und
lernt. Denn so, wie WOJCZECH Euch das 11mal präsentieren, macht
man das. Da könnt ihr frickeln und Euch so lange im Chaoscore-/Mathmetalsumpf
suhlen wie ihr wollt, die meisten von Euch Heinis sind weder Grindcore
noch innovativ. WOJCZECH sind beides und das ohne sich die Finger zu
verrenken und die Hörer mit möglichst chaotischen, dissonanten
Songstrukturen und ca. 1000 Tempowechseln pro Song in den Wahnsinn zu
treiben! Nicht dass es bei ihnen keine Dissonanzen und halsbrecherischen
Tempowechsel gibt. Die sind schon auch zu hören, aber das Ganze
ist immer schön nachvollziehbar und geht einem nicht schon nach
den ersten 2 Songs auf den Zünder. Die Kompositionen sind zwar
abwechslungsreich gestaltet, trotzdem klingt "Sedimente" wie
aus einem Guss. Ein komplexes, finsteres, apokalyptisches Machwerk,
durchzogen einerseits von typischen Grindcore-Blastmassakern und andererseits
von sehr düsteren Melodielinien, metallischen HC/Crust-Ausbrüchen
und dicken Grooves. Stets begleitet wird das Massaker von ebenfalls
abwechslungsreich (aber immer irgendwie extrem) gestalteten Schrei/Kreisch/Brüll-Vocals,
die nicht ausschließlich der inzwischen bestimmt wundgebrüllten
Kehle des ENTRAILS MASSACRE-"Sängerknaben" Danilo entstammen.
Auch der Basser und der Gitarrist mischen kräftig mit. Von der
Atmosphäre her kommt man gar schon manchmal an early HIS HERO IS
GONE ran, was als Kompliment aufzufassen ist, auch wenn WOJCZECH natürlich
knüppeliger zur Sache gehen. Endzeit-Grind par Excellenze! Und
das schreibt einer, dem locker dreiviertel aller neuzeitlichen Grindreleases
am Arsch vorbeigehen. [Selfmadegod Rec., www.selfmadegod.com] Morbo