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REVIEWS ]
S
SANCTUM
- Last Breath -7"
Auf ihrer Europa-Tour im September/Oktober haben SANCTUM sicher eine
fette Spur der Verwüstung hinterlassen und ich könnte heut
noch kotzen, dass ich keinen ihrer Gigs besuchen konnte. Nach ihrer
eh schon genialen 1. Ep gibt's nun Nachschlag in Form einer weiteren
7". 3 alles niederwalzende Stench/Crusthymnen mit heftiger Metalkante
entfachen auf dem Scheibchen eine herrlich düstere Atmosphäre,
welche heftige Gedanken an AXEGRINDER, BOLT THROWER und Konsorten aufkommen
lässt. Genau so großartig wie die Musik ist auch das Artwork
der Ep ausgefallen. Pflichtexemplar in jeder Crustplattensammlung! [Putrid
Filth Conspiracy, http://putridfilth.com/] Erik
SANITYS
DAWN - The EP Years + Live Audio Terror -Cd
Jawoll! SANITYS DAWN! Diese Band fing als eher unterdurchschnittliche
Death/Grind/Gore-Herde an (ich erinnere da nur an den gar finsteren
Debüt-Longplayer "Cryptic Menue"), mauserte sich zu einer
fetten Goregrind-Band ("Mangled In The Meatgrinder" wird in
Szenekreisen auch heute noch mächtig abgefeiert) und ließ
dann schließlich ab der "Chop Chopper"-Cd das Gorezeugs
langsam aber sicher hinter sich, um sich zu einer der geilsten Fastcoregrindthrashviolence-(naja
Knüppelcore eben) Bands Gemoneys zu entwickeln (ihre Split-Lp mit
YACÖPSAE halte ich nach wie vor für unübertroffen!).
Und eben diese Entwicklung kann anhand dieser hier reviewten Cd ein
Stück weit nachvollzogen werden, denn mit den Tracks der Split-Ep's
w/ FUCK
I'M DEAD (2001) und EXHUMED (2000) gibt es ältere
Kamellen und mit den Beiträgen zu den Split-Ep's w/ MAGRUDERGRIND
(2005) und MECHANICAL SEPARATION (2006) aktuelle Stücke zu hören.
Klar dass bei mir der neuere Stoff die Nase vorn hat! Einen kompletten
Livegig (den vom Giants Of Grind #1 in Salzgitter 2004) hat man ebenfalls
noch mit draufgepackt. Geht richtig gut ab, denn Songauswahl, Liveatmosphäre
und Sound stimmen einfach. Somit kann man eigentlich nix falsch machen,
wenn man sich dieses gebündelte Stück SANITYS DAWN Historie
zulegt. [Power-It-Up, www.power-it-up.de] Gerste
SKARP
- Requiem -Cd
Nachdem das erste SKARP-Album "Bury Your Dead" bei mir einschlug
wie Bombe, musste ich mir logischerweise auch Longplayer #2, der es
ebenfalls faustdick hinter den Ohren hat, zulegen. Inzwischen ist die
in Seattle beheimatete Band um Frontröhre Renae Betts (die nach
wie vor klingt, als würde sie allmorgendlich ein Kilo rostiger
Nägel mit 2 Pullen Jack Daniels runterspülen-krass!) bei Alternative
Tentacles gelandet. Warum nicht? Ihr kompromissloser Sound, der inzwischen
nur noch schwer in irgendeine Schublade passt, hat deswegen keinen Schaden
genommen und SKARP scheißen nach wie vor darauf, irgendwelchen
Trends hinterher zu hecheln. Stattdessen wurde das antimusikalische
Repertoire erweitert. So sind neben den von der Band selber gerne als
"Blackout Grind" titulierten Attacken im Stile von "Bury
Your Dead" nun auch vermehrt Ausflüge ins Crust/Punk/Metal-Lager
zu vernehmen. Des Weiteren wurde den dunklen und melodischen Elementen
des SKARP-Sounds mehr Platz eingeräumt und nicht zuletzt hat eine
ganze Reihe von Songs auf "Requiem" eine LUDICRA-mäßige
(Post) Black Metal-Kante. Und das Allerbeste an der Sache ist, dass
das ganze Konglomerat nicht irgendwie zusammengeschustert rüberkommt,
sondern wie aus einem Guss klingt und trotz eines satten Sounds (für
den "Produzenten-Veteran" Billy Anderson zuständig war)
herrlich roh und urwüchsig aus den Boxen donnert. Und so hält
"Requiem" (übrigens eine Art Konzeptalbum zum Thema Selbstmord,
wenn ich das richtig interpretiert habe) gekonnt die Balance zwischen
düsteren und melodischen Passagen, die einem/r kalte Schauer über
den Rücken jagen und brachialen, nach vorne preschenden, grindigen
Abgehparts. Und vernehmen meine Ohren da etwa auch wieder eine Coverversion
(wir erinnern uns: auf "Bury Your Dead" wurde bereits NASUM´s
"Time To Act" zerfleischt)? Und ob! "Absence" von
den bei mir überaus beliebten ABC DIABOLO musste dieses Mal dran
glauben und fügt sich von der düsteren Stimmung und der Stilistik
her nahtlos ins Gesamtgeschehen ein. Mal wieder ganz großes Kino!
[Alternative Tentacles, www.alternativetentacles.com] Gerste
SKISTYSTEM
- Stigmata -Cd
Über die Schwedencruster aus Göteborg muss man eigentlich
keine Worte mehr verlieren. Nach ein paar Line-Up Wechseln kehren SKITSYSTEM
nun mit ihrem neuen Album "Stigmata" zurück und knüpfen
nahtlos an ihre früheren Scheiben an. Zu hören gibt's 12mal
räudiges Crustcore/D-Beat-Getrümmer vom feinsten, wobei sie
im Vergleich zu ihren alten Sachen noch eine ganze Ecke düsterer
rüberkommen, was ich nur positiv bewerten kann. Eine unglaublich
intensive Scheibe, voller Wut und Aggression. Und das spiegelt sich
auch in den Lyrics wider. Hier wird gnadenlos mit der Gesellschaft abgerechnet,
es geht um sexuelle Gewalt, Rassismus und Klassenunterschiede usw. Super
Scheibe! [Iron Fist Productions, www.ironfistrec.cjb.net] Erik
SPACESHITERS
- Grinding Dancers From Outa Space -Cd
Wenn es um die Reviews von durchgeklingelten Sicko-Releases in dieser
Ausgabe des CFMD geht, dann ist die erste Veröffentlichung von
Noisi Production auf alle Fälle ganz vorn mit dabei. Ganz schön
abgefahren, was die SPACESHITERS uns da präsentieren. Grob einordnen
kann man's in die Noise/Grind-Ecke, wobei sich die 26 Songs fernab vom
üblichen 08/15 Noise/Grind-Getöse bewegen. Nein, der Sound
der SPACESHITTERS ist deutlich kaputter, abwechslungsreicher, grooviger
und spaciger als die übliche Stangenware. That's Cyberdiscogrindrock,
Baby! Kein Wunder, schließlich haben wir es ja mit den Grinding
Dancers From Outer Space zu tun! Gitarren- und Basssound sind sind handgemacht,
die Drums stammen aus der Konserve (von Kollege Drumcomputer, ähm,
ich meinte von Kollegin Electro Mo (mit ihr will ich mich auf gar keinen
Fall anlegen!)). Prügel- und Grooveparts, Sicko-Vocals und Soundscapes
in allen erdenklichen Variationen, Samples und Klangexperimente geben
sich da die Klinke in die Hand. Supergeil finde ich das Verwursten diverser
Smash-Hits im SPACESHITERS-Sound (bei "Ride My Horse" hat
man sich doch tatsächlich "Ghostriders In The Sky" vorgeknöpft
und bei "Love Is The Field" wurde der 80er Dancefloor-Killer
"Love Is A Kind Of Mistery" (yeah!) durch den Spacewolf gedreht).
Eines wird dabei tunlichst vermieden: Das Verfallen ins reine Chaos
bzw. ins kopflose Geholze. Außer ein paar Verweisen auf diverse
japanische Freaks (im Lande des Lächelns wird soundtechnisch ja
mit Vorliebe so richtig frei gedreht) fallen mir echt keine Vergleiche
zu anderen Bands/Projekten ein. Auf alle Fälle konnte das Projekt,
bei dem der Rico von GOREGAST mitmischt, mit "Grinding Dancers
From Outer Space" eigene Akzente setzten und wenn ihr mehr über
die SPACESHITERS im Allgemeinen, die anderen Mitwirkenden, diese Cd
und das Label welches sie veröffentlicht hat und sonstige Backgroundinfos
erfahren wollt, dann checkt einfach das GOREGAST/SPACESHITERS-Kombi-Interview
in dieser Ausgabe des CFMD oder besucht das World Wide Web unter: www.noisi-production.de
und www.spaceshitters.com. Gerste
SPLITTER
- En Sorglig Historia -Mcd
SPLITTER spielen nach eigenen Angaben "Swedish Tragedy Grind",
somit ist klar woher sie kommen und mit welcher Mucke sie uns erfreuen.
Ich durfte mich beim Obscene Extreme Festival dieses Jahr bereits von
ihren Livequalitäten überzeugen (die Band zählte zu den
absoluten Abräumern dieses Events!) und auch auf Cd hinterlassen
sie einen mehr als beachtlichen Eindruck. Kurze, knackige und abwechslungsreiche,
strukturell leicht chaotische, sowie manchmal sogar nicht mal unmelodische
Songs haben sie auf Lager. Markerschütternde Schreivocals und ein
paar tiefe Backgroundgrowls inklusive. Blast gibt es in rauen Mengen,
doch auch eine wunderbare Scandicore/Crust-Kante der neueren Schule
(ich sage nur SKITSYSTEM, deren Sänger hier übrigens zusammen
mit Manne von DEGRADE ein paar Guestvocals beisteuert) dringt einem/r
da in den Gehörgang. Leider ist der Sound (der an sich ziemlich
fett rüberkommt) etwas undifferenziert ausgefallen (Drums rumpeln
mir zu weit im Hintergrund und Vocals könnten lauter sein), doch
es gibt Schlimmeres. Absolut punkten kann die Band bei mir mit dem Artwork
(das Cover schmückt das durch diverse Details wie Selbstmordknarre
u.a. aufgepeppte Da Vinci Gemälde "Dame mit Hermelin"-jo,
der olle Gerste hat damals beim Kunstunterricht tatsächlich manchmal
aufgepasst-höhö!) und den Texten (check out "Situation
Stockholm Kapitel 2"!). Schön außerdem, dass nach den
11 Songs von "En Sorglig Historia" nicht schon Schluß
ist, sondern noch das "Stundens Chockerande Intryck"-Demo
(7 Songs) als Bonus mit draufgepackt wurde. Value For Money also und
Daumen hoch für Splitter! [Obscene Prod., www.obscene.cz] Gerste
STORMCROW
- Enslaved In Darkness -Lp
STORMCROW ist eine relativ neue Band aus Oakland. Zu hören gibt's
auf diesem Release supergeilen Crust mit derber Metalkante à
la AMEBIX und AXEGRINDER! Bereits Bands wie HELLSHOCK und SANCTUM versuchen
den Thron der alten Crusthelden zu besteigen oder zumindest jenen zu
huldigen und nun sticht neben den genannten Band das nächste Schlachtschiff
in See. Düsterer Dampfwalzenmetalcrust ist angesagt, der den tonnenschweren
Sound von BOLT THROWER besitzt und vom Gesang her stark an AXEGRINDER
erinnert. Hinzu kommt noch das geniale Artwork der Pladde, für
welches Rob Middleton von DEVIATED INSTINCT (R.I.P.-ebenfalls absolute
Crust/Stenchcore-Helden!) verantwortlich war. Geile Scheibe! [No Options
Records, www.punkstuff.com/records/nooptions.html] Erik