[
REVIEWS ]
M
MADAME
GERMEN - Invocation A Morte -Lp
Was Neocrust angeht hat Spanien bekanntermaßen ja so einiges zu
bieten. MADAME GERMEN, bestehend aus Leuten von COP ON FIRE und EKKAIA,
spielen genau diesen Stil. Schon ihre letzte Pladde auf Yellow Dog war
ein kleines Meisterwerk. Auf diesem Scheibchen machen sie nun genau
da weiter und bieten uns einen Mix aus REMAINS OF THE DAY und TRAGEDY.
7mal totale Verzweiflung! Bedrohlich und fesselnd zugleich und mit genialen
Melodien, schweren Doomparts, emotionsgeladenen, verzweifelten und mehrstimmigen
Schreivocals ausgestattet. Hammer! [Alerta Antifascista, www.no-pasaran.org]
Erik
MAGRUDERGRIND
/ SHITSTORM - Split -Cd
Was, nach der 2005er "62 Trax Of Thrash"-Collection habt ihr
die Schnauze von MAGRUDERGRIND noch immer nicht voll (genug gekriegt)
und wollt mehr? Aber bitte sehr, das sollt ihr haben! Nachschlag gibt's
in Form der Split-Cd mit SHITSTORM, auf der sich MAGRUDERGRIND wieder
derbstens durch 10 Abgehnummern prügeln, bei denen der Fastcore/Powerviolence-Einfluss
in den Vordergrund tritt (was jedoch nicht bedeutet, dass es keine Grindattacken
mehr gibt! - just listen to the blast beats of "Organized Cell
Death"!) und SPAZZ bzw. HELLNATION an allen Ecken und Enden herzlich
grüßen lassen. Songtitel wie "Emo Holocaust" oder
"Dahmerized Again" sprechen wohl für sich selbst und
die Schreivocals kommen (gemixt mit ein paar tiefen Shouts) regelrecht
hysterisch rüber. "Dahmerized Again" ist übrigens,
mit einer fast epischen Spielzeit von 2:05 Minuten, mit Abstand der
längste Song. Die anderen Attacken bewegen sich zwischen ein bis
anderthalb Minuten, bzw. liegen gar darunter. Und wer/welche jetzt glaubt
SHITSTORM könnten da nicht mithalten, der/die irrt sich, und zwar
ganz gewaltig! Allerdings ist ihre Mucke mehr im Grind- bzw. Crustcore
Bereich verwurzelt. Und da wir gerade bim Thema "wurzeln"
angelangt sind: Gewurzelt wird bei denen auch und das nicht zu knapp.
SHITSTORM fassen sich sogar noch kürzer als ihre Splitkollegen
und mähen ihre 14 Beiträge zwischen 14 Sekunden und 1:29 Minuten
runter. Nicht schlecht, Herr Specht! Außerdem haben sie ihre Klampfen
metertief runtergestimmt und auch ist ihr Sound deutlich finsterer angehaucht
als der von den MAGRUDERGRINDern, wobei der Sänger meist tief vor
sich hin grummelt und sich eher in den tieferen Stimmlagen heimisch
zu fühlen scheint. Für mich haben jedenfalls MAGRUDERGRIND
die Nase auf dieser Split-Cd vorn, die es auf eine Gesamtspielzeit von
gerade mal 22 Minuten bringt und in ein schönes Artwork in bester
Pushead-Tradition eingebettet wurde. [Robotic Empire, www.roboticempire.com]
Gerste
MASSGRAV
/ DISKONTO - A Blaze In The Northern Sky - Split -Lp
Absolutes Wahnsinnsgetrümmer, was beide Bands hier abliefern! MASSGRAV
machen den Anfang und knallen uns ein angepisstes Schweden HC/Punk-Inferno
um die Löffeln, was sich gewaschen hat. 12 treibende Smasher, welche
allesamt im Highspeedtempo runter gedroschen werden mit 2 heiser brüllenden
Schreihälsen am Mikro. KRIGSHOT lassen grüßen. Wundervoll!
Danach gehen DISKONTO ins Rennen und fegen auch gleich ordentlich los.
Schnell, wütend und voller Hass liefern sie 9 Knüppelattacken
ab, wobei hier im Gegensatz zu MASSGRAV gelegentlich mal die Bremse
gezogen wird. Aber auch hier geht's vorwiegend flott zur Sache mit gut
rotzigem Gesang. Zwei Ballerherden, welche definitiv einen Platz im
Plattenschrank verdient haben! [Sound Pollution, www.sound-pollution.com]
Erik
MASSMORD
- Inget Liv/Ingen Död -Lp
Das Jahr 2006 offenbarte ja schon einige gute Releases und so manche
Scheibe war wirklich eine echte Überraschung. Was MASSMORD hier
allerdings fabriziert haben, ist der absolute Überhammer! Gespielt
wird düsterer HC/Crust im typischen Schwedenstyle mit einer unbändigen
Energie und Wut, welche mich stark an Bands wie TO WHAT END? erinnert.
Die Pladde beginnt mit einem kurzen Intro und danach dröhnen 11
Granaten aus den Boxen, die es in sich haben. Jeder Song ein Tritt in
die Fresse, mit genialen Riffs und Melodien und saugeilen, angepissten
Mann/Frau Vocals. Eine absolute Offenbarung! [Blindead Productions,
] Erik
MINDFLAIR
- Stagnation -Cd
Genau wie das Album "Green Bakery" ist auch "Stagnation"
wieder auf Bones Brigade erschienen. Wie immer bei MINDFLAIR gibt es
musikalisch voll auf die Fresse und auch die kritischen Texte sind wieder
am Start. 14 Songs feinsten Grindcores servieren uns die Kaiserslauterer.
So geht es gleich mit "Affirmation" mächtig zur Sache.
Ziemlich eingängige Melodie, welche von Moshfred's Vocals dann
regelrecht zerstört wird! Man bekommt also 14mal die volle Dröhnung,
was nicht zuletzt an diesem wahnsinnigen Gesang liegt. In einem Moment
ist man noch rasend schnell unterwegs und die Gitarren sägen nur
so vor sich hin und im nächsten Moment schleppt man sich geradezu
von Ton zu Ton. Mit der Scheibe im Player zerlegst Du garantiert Deine
Bude und danach gehst Du Leute töten! Die Scheibe ist im Gesamten
eingängiger als der Vorgänger. Man konzentriert sich auf das
Wesentliche und hat die Samples weggelassen, auch wenn diese auf der
"Green Bakery" ziemlich geil kamen. Lohnenswerte Investition!
[Bones Brigade, www.bonesbrigaderecords.com] Marcus666
MISERY
INDEX / BATHTUB SHITTER - Split -7"
Eine Bandkombination nach dem Motto "Amizerstörer meets Nippondancehallgrinder"
und ein arschgeiles Gatefoldcover (wohlgemerkt: hierbei handelt es sich
um eine Ep!) waren meine Beweggründe mir das Schätzchen zuzulegen.
Außerdem mag ich alle bisher erschienenen MISERY INDEX-Releases
und auch die meisten der BATHTUB SHITTER-Veröffentlichungen. Man
könnte also sogar von einem Pflichtkauf sprechen. Beide Bands präsentieren
uns jeweils 2 Songs. MISERY INDEX haben mit "Conquistadores"
den vielleicht besten Song vom aktuellen Full Length-Meisterwerk "Discordia"
und das NAPALM DEATH-Cover "Walls Of Confinement" (im Original
auf der 1989er "Mentally Murdered"-Ep der Napalmer zu finden;
von MISERY INDEX gibt es eine so genannte "Mass Hysteria Version"
zu hören, wobei die "normale" Version auf dem NAPALM
DEATH-Tribut Sampler (No Tolerance Rec.) zu finden sein wird-ich freu'
mich drauf!). Beide Stücke zünden bei mir auf Anhieb. Mission
erfüllt, weitermachen! BATHTUB SHITTER, die japanischen Fäkalfetischisten,
haben angesichts ihrer aktuellen Langrille "Dancehall Grind"
so einiges an Kritik einstecken müssen. Zu rockig, Gesang einfach
zu kaputt usw.. Was andere davon halten ist mir allerdings scheißegal,
ich komme mit der Scheibe verdammt gut klar. Von eben dieser Platte
haben B.S. "The End Of The Rainbow" auf der Split verwurstet,
mit dem Unterschied, dass es sich bei dem Song um die japanisch vorgetragene
Version handelt. Warum nicht? Zu hören ist außerdem noch
"P.O.P. (People On The Paper", ein extrem groovender Grindrock-Happen.
Auch schön. Meine Faves sind jedoch MISERY INDEX, die (für
meinen Geschmack) hier nicht nur musikalisch, sondern auch textlich
die Nase vorn haben. [Emetic Rec., www.emeticrecords.com] Gerste
MUNICIPAL
WASTE - Hazardous Mutation -Cd
Die Eighties Crossover-Worshipper aus Amiland sind wieder da, um Euch
gepflegt eine vors Fressbrett zu hauen. Ihr Debütlongplayer "Waste
`Em All" schlug bei mir ein wie Bombe und ließ keine Wünsche
offen. Inzwischen ist die Band bei Earache gelandet und da hatte ich
schon irgendwie Bedenken, die sich aber schon beim Opener "Deathripper"
in Luft auflösten. Es wird wieder gebrettert wie Sau! Gerade mal
5 der Songs durchbrechen die 2 Minuten Marke und die ganze Zeit über
rult ein explosives Gemisch aus Thrash/Speed Metal, achtziger Jahre
HC/Thrashcore und angepissten Vocals-yeeehhhhaaa!!! Also wenn da kein
Retro-Feeling aufkommt (betrifft übrigens nicht nur die Mucke,
sondern auch Artwork (der Brüller schlechthin!) und Lyrics), dann
weiß ich auch nicht weiter
Bis auf den Sound, der ganz klar
21. Jahrhundert ist und noch mehr bläst als bei "Waste `Em
All", klingt alles so, als ob man die Zeit um 20 Jahre zurückgedreht
hätte. Fazit: Innovation sucht man auf "Hazardous Mutation"
vergeblich, aber selten hat 'ne Retroscheibe so verdammt viel Spazz
gemacht! [Earache] Gerste