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REVIEWS ]
H
HAEMORRHAGE
- Apology For Pathology -Cd
Vielleicht bezichtigt man mich der Goregrind-Blasphemie wenn ich (ohne
mit der Wimper zu zucken) behaupte, dass HAEMORRHAGE jetzt endgültig
nicht mehr DIE Goregrind-Institution der Neuzeit schlechthin sind. Ja,
ich sage frei von der Leber weg, was ich noch vor ein paar Jahren für
undenkbar hielt: Ihr neues Album hat mich schon irgendwie enttäuscht!
Bereits auf der Split-Cd mit IMPALED machten die blutverschmierten SpanierInnen
nicht den positivsten Eindruck und waren nur zweiter Sieger. Da schwante
mir schon irgendwie nichts Gutes
Auf der Split-7" mit NUNSLAUGHTER
hingegen präsentierten sie sich wieder alter Form und ich war erst
mal beruhigt. Nun, 4 Jahre nach dem "Morgue Sweet Home"-Hammer,
das neue Album. Tja, ich versuche mich kurz zu fassen. Erst mal ist
das Frontcoverartwork einfach nur billig. Leute, der Mist taugt doch
maximal für ´ne "Danke für ihre Blutspende"
Promo-Cd vom Roten Kreuz! Ok, abgehakt. Kommen wir zu den Songs an sich.
Die plätschern zum größten Teil (es gibt auch Ausnahmen!)
einfach so an mir vorbei, ohne mich direkt umzuhauen, wie ich es sonst
eigentlich von HAEMORRHAGE-Kompositionen gewöhnt bin. Lediglich
"Feasting On Purulence", "Disgorging Innards" (beide
bereits bekannt von der Split mit NUNSLAUGHTER), der etwas an die guten
alten (!) REGURGITATE erinnernde Klopfer "Intravenous Molestation
Of The Obstructionist Arteries (O-Pus V)", das mit wunderbarem
"Uffta-Ufta"-Part ausgestattete "Cadaveric Metamorphose"
und natürlich der garantiert den Moshpit in Wallung versetzende
Hit "Surgical Extravaganza" (hätte übrigens auch
prima auf "Necroticism" von CARCASS gepasst!) haben mir so
richtig den Arsch versohlt. Trotz diesen löblichen Goregrind-Hymnen
und den typischen Trademarks der Band (über die wir jetzt hoffentlich
nicht lange philosophieren müssen) will der Funke nicht so recht
überspringen, weil die übrigen Kompositionen zwar schön
straight runtergedonnert werden, aber oft nach dem gleichen Strickmuster
ablaufen, einfach zu kontrolliert/durchdacht, weniger sick (v.a. was
die langsameren Parts betrifft) und nicht mehr so rasend-chaotisch (was
die Blasts angeht) wie in der bluttriefenden Vergangenheit der SpanierInnen
rüberkommen. Scheint so, als ob da jemand ein Stück zu weit
auf Nummer sicher gegangen wäre
Und dann wäre da ja
noch die Produktion, die zwar fett, aber für solche Mucke einfach
mal zu clean, steril und schlicht weg zu modern ausgefallen ist. Where
is the fucking filth? Ich weiß nicht was ihr macht, aber ich lege
jetzt "Apology For Pathology" weg und dafür lieber "Morgue
Sweet Home" ein. [Morbid Rec., www.morbidrecords.de] Gerste
HATESPHERE
- The Sickness Within -Cd
Das schon im letzten Jahr erschienene Album stellt den 4. Longplayer
der dänischen Thrash Metal Band dar. Zwar gelten sie bis heute
bei einigen Leuten noch als Metalcore Band, doch kann ich diese Auffassung
nicht teilen. Ok, zweifelsohne haben die Dänen um Jakob Bredahl
hier und da ein paar Hardcoreeinflüsse verwurstet, genau wie viele
andere Bands vor ihnen auch schon, aber im Grunde genommen spielen HATESPHERE
Thrash Metal! "The Sickness Within" ist ein typisches HATESPHERE-Album
mit dem typischen Sound und macht da weiter, wo der Vorgänger aufgehört
hat, nämlich bei zahllosen Genickbrüchen! Man reiht wieder
gnadenlose Nackenbrecherriffs und einen mächtig groovenden Drumsound
perfekt aneinander, so dass man(n) (oder auch Frau!) schon beim ersten
Durchlauf gar nicht anders kann, als mitzugehen! Und das wird schon
Beim Opener "The White Fever" klar, welcher mit einem ruhigen
Intro startet, ehe er dann vollkommen zündet und zum Moshen einlädt!
Und so jagt ein Hit jagt den nächsten. Ruhepause findet man kaum.
Anspieltipps sind: "Heaven Is Ready To Fall" oder auch "Sickness
Within". Mit diesem Album haben die Herren ein geiles Thrash Metal
Brett abgeliefert, was durch seine treibenden Gitarren zu überzeugen
weiß und auch der unverwechselbare Gesang von Jacob treibt die
ganze Sache voran. Als Bonus kommt das Ganze in einem wunderschönen
Digipack! Alle, die die alten HATESPHERE-Sachen mögen, werden diese
Scheibe lieben! Also antesten! [Steamhammer] Marcus666
HELLSHOCK
- Shadows Of The Afterworld -Lp
Hoppla, falsche Platte aufgelegt oder was? Wollte doch eigentlich die
neue HELLSHOCK hören und nicht BOLT THROWER. Nö, haut schon
hin, das Eröffnungsriff vom Opener "Afterworld" wurde
halt bloß von den Bolzenschmeißern übernommen und zwar
1:1! Nachdem das nun geklärt ist, bleibt mir nix anderes zu sagen,
als das HELLSHOCK wieder oberamtliche Crust/Stenchcore-Granaten vom
Stapel lassen (8 Stück insgesamt). Der Sound ist der Hammer und
das ein oder andere Mal hat sich die Portlander Band deutlicher als
je zuvor aus der Metal-Schublade bedient, ohne dass es nervig wird.
Vergleiche mit SACRILEGE, HELLBASTARD, AXEGRINDER und anderen Pionieren
der großen Endachtziger UK-Crustexplosion sind sicherlich mehr
als gerechtfertigt. Irgendeinen Song besonders hervorzuheben ist eigentlich
ziemlich überflüssig, da jeder Track ohne Ende hämmert
und die Scheibe wie aus einem Guss klingt. Und wem/welcher schon das
Artwork der "Only The Dead
"-Lp gefallen, dem/der werden
angesichts des Covers auch diesmal wieder die Freudentränen in
den Augen stehen. Metal-Crust/Stenchcore as fuck! [Black Water] Gerste
HOLOCAUSTO
CANIBAL - Opus Genitalia -Cd
Die Portugiesen gehen wieder mal ziemlich blutig zu Werke und haben
sich mit "Opus Genitalia" ein nettes Thema ausgesucht! Die
Gore/Grinder geben in ihren 18 Songs in knapp 48 Minuten alles und prügeln
Dir die Eingeweide aus dem Leib. Gearbeitet wird auch mit lecker Zwischensequenzen
und Samples, die natürlich nicht fehlen dürfen. Eine Blastbeatattacke
jagt die nächste. Doch auch ein paar kleinere Verschnaufpausen
in Form von Midtempostücken gibt es. Hier ist also alles vorhanden,
was ein Gore/Grind Herz so begehrt. Anhänger gorigen Gegrindes
kommen jedenfalls voll auf ihre Kosten. Natürlich wird hier auch
in der typischen Gurgelstimmlage agiert, welche von mörderischen
Gitarrenriffs und rasendem Drumsound unterstützt wird. Beim 17.
Song "Synaptic Neuro Discrasy" gibt es dann 'ne kleine Überraschung,
denn hier vernehmen meine Ohren Techno-Beats, welche mir allerdings
überhaupt nicht schmecken! Aber Leute, denen so was abgeht, wird
das evtl. nicht so stören. Ansonsten ist dies eine durch und durch
blutrünstige Scheibe, die allen Fans der härteren Gangart
gefallen dürfte! [Cudgel Agency, www.cudgel.de] Marcus666