DEATH DEALERS – Files Of Atrocity –Cd

Die Tatsache, dass es hier Members bzw. ex-Members von EXTREME NOISE TERROR, RAW NOISE und ANTI-CIMEX krachen lassen, tut an sich erst mal nichts zur Sache und mit der Vergabe von Vorschußlorbeeren sollte man eh vorsichtig sein, denn schon so manche „Supergroup“ entpuppte sich als echter Klogriff. Bei den DEATH DEALERS ist das glücklicherweise anders, denn wo diese „Altherrenriege“ (wenn ich das mal so sagen darf) hinhaut, wächst tatsächlich kein Gras mehr! Das hätte ich ganz ehrlich gesagt so nicht erwartet und von daher bin ich wirklich mal positiv überrascht. Glaubt es oder nicht: Selbst den von manchen Leuten großzügig vergebenen Vorschußlorbeeren werden die Crust-Opas, deren sonstige bzw. ehemalige Betätigungsfelder die Marschrichtung des Albums grob vorgeben, gerecht. Verdammte Axt, „Files Of Atrocity“ ist ein richtiges Geschoss geworden! Die 12 Tracks gehen allesamt ab, wie Nachbars Lumpi und dürften vor allem der RAW NOISE-Anhängerschaft, die auch was mit neueren Sachen wie „The Terror Continues“, „Scum Will Rise To The Top“ oder „System Never“ anfangen kann, vorzüglich munden. Wegen der Doublevokills des durchaus als legendär zu bezeichnenden Büllduos Dean Jones/Phil Vane (R.I.P.) liegt zudem der E.N.T.-Vergleich auf der Hand. Selbst Parallelen zu DISABUSE, dem einstigen Sidepoject diverser E.N.T./DISRUPT-Members, schimmern immer mal wieder durch und auch so Sachen wie STATE OF FEAR oder die „Hail The New Storm“-Ära von GENOCIDE SS (deren Song „As The Machine Gun Rivers Flow“ wohl nicht zufällig gecovert wurde) scheinen bei den DEATH DEALERS Spuren hinterlassen zu haben. Auf eventuelle „musikalische Weiterentwicklung“ oder Innovation wird einfach mal geschissen, was meiner Meinung nach auch verdammt gut so ist. Stattdessen tut man halt das, was man am besten kann, nämlich alles über den Haufen ballern! Und auch dann, wenn das Tempo mal gedrosselt wird (was gar nicht mal so selten vorkommt), klingt man nicht etwa gemäßigter, sondern walzt extrem heavy und in bester Bulldozer-Manier durchs Unterholz. Der räudige und doch mit jeder Menge Druck ausgestattete Sound des Ganzen tut dazu sein übriges. Lobend hervorheben will ich außerdem mal noch das Schaffen des ehemaligen ANTI-CIMEX-Fellgerbers Charlie, der bar jeglicher (altersbedingter?) Abnutzungserscheinungen unbarmherzig und für Genreverhältnisse relativ unkonventionell sein Drumkit verdrischt. Dadurch setzt er echte Akzente und zeigt so manchem Jungspund, was ’ne Harke ist. Geile Scheiße! Bezüglich der textlichen/inhaltlichen Ausrichtung brauchen wir wohl nicht erst großartig zu palavern. Songtitel wie „Global Control“, „Starvation Sells“, „Countries In Flames“ oder „Blood Empires“ sprechen für sich. Außerdem reicht im Prinzip ein Blick aufs von Sean Fitzgerald gestaltete Frontcover und die Sache ist geritzt. Bleibt abzuwarten, ob es sich bei der Scheibe lediglich um eine Eintagsfliege handelt oder ob die DEATH DEALERS jetzt so richtig durchstarten. Sollte letzteres der Fall sein, so wurde mit „Files Of Atrocity“ ein mächtiger Grundstein gelegt. [veröffentlicht via MCR Company, www.dance.ne.jp/~mcr/ / Bandkontakt: www.myspace.com/extremenoiseterroruk] Gerste