INZEST - Grotesque New World -Cd

Mit diesen Bandnamen ist es schon manchmal ein verdammtes Kreuz. Wenn man sich ausgerechnet so einen wie die Ösis aussucht, dann erst recht! Gerade in Anbetracht der ungeheuerlichen Vorkommnisse in Amstetten, die nicht nur im Alpenländle einen (gerechtfertigten) Aufschrei des Entsetzens nach sich zogen, lassen die Probleme da logischerweise nicht lange auf sich warten. Da kann man noch so ausdauernd und hartnäckig betonen, dass dieser Bandname nur provozieren soll und man sich als Band konsequent gegen Kindesmisshandlung und derlei Gräuel ausspricht, was u.a. schon früher in Form des Songs "Brainfucked" geschehen ist. Es scheint alles nichts zu nützen. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt eben doch haften. Aber damit muss man einfach rechnen, wenn man sich INZEST nennt! Die Suppe hat sich die Band selbst eingebrockt. Ich selbst halte den Bandnamen für stupide, will aber niemandem vorschreiben, wie er seine Band zu nennen hat. Schluss, Aus und Ende der Diskussion! Kommen wir zu "Grotesque New World", dem neuesten Streich der Österreicher. Wer die Band früher schon mochte, für den ist das Gerät eine Offenbarung. Wer INZEST bislang nichts abgewinnen konnte, der wird sie auch weiterhin links liegen lassen. Geändert hat sich seit "The Sickest Of Society" nämlich nichts und INZEST schroten nach dem altbekannten Rezept los. Deathcore ist angesagt und obgleich dieser Begriff durch den ganzen Schund, der Monat für Monat von gesichtslosen und austauschbaren Klonen auf den Markt geschmissen wird, langsam in Verruf gerät, so ist er in diesem Fall doch absolut zutreffend. Wie sollte man die Verflechtung aus amerikanischem Brutalo-Death Marke DYING FETUS, geballter HATEBREED Mosh-Prollpower, massenhaft Hard- und Metalcore-Elementen und Aggro-Metal á la PANTERA und SEPULTURA auch anders bezeichnen? Dass INZEST dabei irgendwelchen Trends hinterher hecheln, kann man nicht behaupten, denn die 10 von Ralph Ammann im Volcano Studio aufgenommenen und von Andy Classen in den Stage One Studios gemixten und gemasterten Dampfhämmer massieren massiv die Kauleiste. Viel massiver als das Gedöns anderer Kapellen, die auch behaupten, sie würden "Deathcore" spielen. Besonders den trendigen Metalcore-Kiddies dürfte bei dem sehr hohen Brutalitätslevels das Herz in die Hosentaschen ihrer Baggypants rutschen. Nach gülligen Göteborgmelodien und cleanem Weichspülergesang sucht man auf "Grotesque New World" nämlich vergebens. Es regiert die Eisenfaust, sonst nichts! Zwar wird nicht jeder Song so treffsicher ins Ziel gebracht wie "Skinstripped", wo alle Trademarks voll zum tragen kommen, aber INZEST ziehen sich immer wieder gekonnt aus der Affäre, so dass es nicht zu nennenswerten Durchhängern oder Ausfällen kommt. Wer Deathcore, Metalcore der härtesten Gangart und Aggro-Metal mag, von der gehypeten Trendscheiße in diesen Genres die Schnauze aber gestrichen voll hat, sollte auf jeden Fall ein Ohr riskieren. Zum Stressabbau und zur Aggressionsbewältigung taugt "Grotesque New World" allemal. [Mad Lion Records, www.madlion.eu] Morbo