SEMEN DEMON # 3 -Zine


Bis am 4. Oktober diesen Jahres die 3. Ausgabe des SEMEN DEMON Zines bei mir im Briefkasten steckte, sagte mir diese Gazette lediglich vom Namen her etwas. "Underground Brutal Death Magazin" steht auf dem Frontcover und der Name ist Programm. Apropos Frontcover: Hierbei habe ich erst mal ordentlich abgepresst und der Begriff "pressen" trifft wohl auch am besten auf die Pose des WAKING THE CADAVER-Sängers zu, welcher da abgebildet ist und der echt aussieht, als müsste er mal ganz dringend abwursten, haha! Aber nix für ungut und Spazz beiseite. Kommen wir mal zum Inhalt. Gleich im Editorial erfährt man von Herausgeber Alex, der außerdem noch bei der Band ABRASIVE fürs Bassspiel und die Screams zuständig ist, dass die Nummer 3 wieder mit einer Menge Stress verbunden war. Für mich durchaus nachvollziehbar, davon können wohl so ziemlich alle Fanzinemacher ein Lied singen… Zudem wurde die SEMEN DEMON Crew um gleich 3 Schreiberlinge (Chris, Pablo und Rayk) verstärkt, um noch mehr Abwechslung ins Spiel zu bringen. Es folgt eine massive Interviewlawine, bestehend aus Frage/Antwort-Spielchen mit: SEVERE TORTURE (die Holländer fand ich früher gar nicht mal so übel, was sie jetzt allerdings fabrizieren, geht irgendwie gar nicht mehr!), BENIGHTED (yeah!, die Franzmänner blasen mit ihrem aktuellem Album "Icon" echt alles weg!), WAKING THE CADAVER (Slamming Gore Groove aus Amiland), ATROCIOUS ABNORMALITY (Brutalo Bands, welche die MISFITS covern, haben bei mir echt 'nen Stein im Brett), CADAVERIC CREMATORIUM (italienische Seriengrinder mit Hang zu technischen Frickeleien), PUSSYVIBES (kein Kommentar!), DECAYING PURITY (Ballerherde aus der Türkei), DECREPIDEMIC (Decrepit + Epidemic = Decrepidemic, das ist mal ein interessantes Wortspiel!, Brutal Death Metal außerdem, was sonst?), HAEMOPHAGIA (Spaniens Antwort auf Amibands wie Devourment, Disgorge oder Brodequin mit sehr sympathischer Einstellung, die sich auch in den Texten niederschlägt (nix mit typischem Goregedöns!)) und INGESTED (sind einigen Leuten evtl. von der "North West Slam Fest"-Split mit Crepitation und Kastrated ein Begriff, Slam bis der Arsch platzt und britischer Humor rules!). Über die Interviews kann man im Allgemeinen nicht meckern. Die Schreiberlinge haben sich ganz schön ins Zeug gelegt und auch die Befragten ließen sich nicht lumpen. Von daher: Mission erfüllt! Selbiges trifft auch auf die Tonträgerreviews zu, die zum überwiegenden Teil kurz und bündig verfasst wurden, z.T. aber auch mal etwas umfangreicher ausgefallen sind und objektiv + aussagekräftig rüberkommen. Nur die Fanzinebesprechungen, die als Rausschmeißer fungieren, sind mir etwas zu knapp geraten. Und das war's dann auch schon. Wenn Brutal Death Metal Eure bevorzugte Baustelle ist, dann ist dieses 36 Seiten umfassende, von der Druckqualität her absolut superbe, reich bebilderte und übersichtlich gestaltete A4-Teil im Schwarz/Weiß-Layout (nur das Frontcover ist bunt) sicher genau das richtige für Euch. Und auch Leute, die dem zu Grabe getragenem LEPROZINE hinterher trauern, sollten evtl. mal einen Blick riskieren. Damit dürfte alles gesagt sein. [Kontakt: Alex Ringwald, Hermann-Löns-Str. 75, 73240 Wendlingen, zine@semendemon.de, www.semendemon.de] Gerste