PURGATORY - Cultus Luciferi - The Splendour Of Chaos -Cd


Lange hat die neue PURGATORY-Langrille auf sich warten lassen, ganze 4 Jahre um genau zu sein. Aber wie heißt es doch so schön: Was lange währt, wird endlich gut. Und dieses Sprichwort passt hier wie der Arsch auf den Eimer! Doch zuerst mal ein bisschen Vergangenheitsbewältigung. Wir erinnern uns: Damals in 2004 setzte das ostdeutschen Death Metal Urgestein seinem bisherigen Schaffen mit dem Longplayer "Luciferianism" die Krone auf und präsentierte sich tighter und brutaler, zugleich jedoch auch abwechslungsreicher, technischer und nicht zuletzt eingängiger als je zuvor. Eine Todesstahlgranate schwersten Kalibers, die nur eine einzige Frage offen ließ: Können die Purgatorianer dieses Album tatsächlich noch toppen? Auf alle Fälle kein leichtes Unterfangen, soviel war sicher. Wer/welche jedoch ernsthaft an einer abermaligen Steigerung gezweifelt hat, muss sich nun eines Besseren belehren lassen, denn das (fast!) Unmögliche ist eingetreten! In Zeiten, wo diverse "alte Helden" langsam (aber sicher!) an Biss verlieren, nur noch von ihrem einstigen Kultstatus zehren oder längst ein Schatten ihrer selbst sind, legen PURGATORY mit "Cultus Luciferi - The Splendour Of Chaos" das totale Brett hin. 9mal purer Hass und vertonte Blasphemie. Der Soundtrack zum Untergang des christlichen Abendlandes! Man hat wieder all die Trademarks aufgefahren, die schon "Luciferianism" zum Kracher machten, allerdings kommt der neueste Streich von der Stimmung und Atmosphäre her irgendwie noch einen Tick dunkler rüber. Ansonsten kann ohne mit der Wimper zu zucken gesagt werden, dass "Cultus Luciferi" nahtlos an "Luciferianism" anknüpft. Ausfälle oder schwächere Songs sucht man vergebens. Der Stoff klingt verdammt ausgefeilt und bietet eine Menge Abwechslung. Wahnsinnige Highspeedattacken, sicke Melodien und fette Midtempoparts kommen gleichberechtigt zum Zuge. Hinzu kommt ein Sound, der alles wegbombt. Das Zusammenspiel der Herren Musiker ist, dem Line-Up-Wechsel am Bass zum Trotze, nur noch als ultrapräzise zu bezeichnen. Na und wenn Herr Dreier seine Stimme erhebt, dann sollte das Christenvolk lieber in Deckung gehen, denn sein mächtiges Organ steht dem des alten PURGATORY-Brüllwürfels Sick in Nichts nach! Als ganz besonderes Schmankerl gibt's diesmal Gastauftritte von Onielar (DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT), Martin van Drunen (ASPHYX, HAIL OF BULLETS), Wannes Gubbels (ASPHYX), Marc Grewe (MORGOTH) und Bernd Korades (KORADES). Da kann man echt nicht meckern! Genau wie auf "Luciferianism" ist auch heuer wieder eine Coverversion am Start und zwar "Pits Of Utumno" von MORGOTH. Schönes Ding! Von den Eigenkompositionen hat es mir vor allem der Song "Chaos Aeon" angetan, in dem sich die mit absolut unmenschlichen Vokills ausgestattete DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT-Frontröhre Onielar mit Dreier auf vokalakrobatischer Ebene duelliert. Und auch sonst ist dieser Songs ein todesmetallisches Prachtexemplar. Einfach krank! Das muss man gehört haben, genau wie den Rest der Scheibe. Fazit: Auch wenn das Jahr noch nicht zu Ende ist und noch ein paar viel versprechende Releases anstehen, so kann schon jetzt mit Fug und Recht gesagt werden, dass PURGATORY eines DER Death Metal Alben 2008 abgeliefert haben! [Animate Records, www.animate-records.com, animate-records@web.de] Gerste