THE
BLACK DAHLIA MURDER - Nocturnal -Cd
Marcus666 war bislang der Einzige in CFMD-Kreisen, der THE BLACK DAHLIA
MURDER stets abfeierte. Doch jetzt hat es einen Verbündeten, nämlich
mich! Grund der geschmacklichen Marcus/Morbo-Verbrüderung ist das
dritte, schlicht "Nocturnal" betitelte, Album der Band aus
Detroit. "Nocturnal" ist einfach ein wahnsinniger Hammer geworden,
da gibt es für mich nichts dran zu rütteln! Dass THE BLACK
DAHLIA MURDER dazu in der Lage sind, mal einen Geniestreich wie diesen
abzuliefern, erkannte ich, ganz im Gegensatz zu Marcus, nach ihren Alben
"Unhallowed" (2003) und "Miasma" (2005) noch nicht,
denn besagte Werke brauchen Zeit, bis sie so richtig zünden. Ich
hingegen hörte seinerzeit höchstens mal kurz rein und dann
hatte sich die Sache mit THE BLACK DAHLIA MURDER und Morbo (scheinbar!)
erledigt. Ich Narr! Ein weiterer Grund für eine ausgiebige Selbstgeißelung
ist der, dass ich (aus welchen Gründen auch immer
) die Jungs
aus Detroit immer mit (mindestens) einem Bein im gnadenlos überstrapazierten
und gehypten Metalcore-Lager stehen sah. Erst später fiel mir dann
wie Schuppen von den Augen, dass ich es hierbei mit einer 100%igen Metalband
der neuen Schule bzw. Generation zu tun habe. Schon das Artwork macht
das mehr als deutlich und steht somit im krassen Kontrast zu dem des
Vorgängers "Miasma". Sehr düster das Ganze und,
wie gesagt, Metal as fuck! Aus welcher Richtung der Wind in musikalischer
Hinsicht weht, machen die Amis gleich mit dem grandiosen Opener "Everything
Went Black" deutlich. Hier wird ein gnadeloses Feuerwerk aus Aggression
und ausgefeilter Melodik, aus Brutalität und technischer Raffinesse,
aus Hochgeschwindigkeitsraserei und breaklastiger Verspieltheit, aus
AT THE GATES vs. "Heartwork"-Ära CARCASS-Einflüssen
gezündet, welches den größten Teil der Konkurrenz fast
schon degradiert und selbst die erwähnten Inspirationsquellen,
die tatsächlich wieder aus ihren Löchern gekrochen kommen,
mit heruntergeklappten Kinnladen stehen lassen dürfte. Gänsehautfeeling
galore gibt es zudem, wenn die wahnsinnigen Kreischvocals erschallen
und einem zusammen mit finsteren Growls immer wieder wohlig erschauern
lassen. Und ganz nach dem Strickmuster der Eröffnungskelle wurden
auch die restlichen neun Songs auf "Miasma" eingehämmert
und dieses Konzept geht voll und ganz auf. THE BLACK DAHLIA MURDER klingen
erfrischend, unverbraucht und bissig, überraschen immer wieder
mit einer Menge Unkonventionalität und kommen einen Tick eingängiger
als auf früheren Werken rüber. Trotzdem sind sich die Jungs
dabei aber absolut treu geblieben und gingen auf "Nocturnal"
keinerlei Kompromisse ein. Das rechne ich ihnen hoch an. Mainstreamtauglich?
Massenkompatibel? No fucking way!!! Danke dafür und unbeirrt so
weitermachen! [Metal Blade] Morbo