VIOLENCE #8 -Zine

Hm, was ist bloß aus dem VIOLENCE-Zine aus Polen geworden? Die Nummer 6 bewegte sich schon ziemlich hart an meiner persönlichen Toleranzgrenze. Ausgabe # 7 schaffte es dann sogar, diese gnadenlos zu durchbrechen, weshalb ich das Gerät vor Wut gar nicht erst reviewt habe, basta! Sprüche wie "…Facts show that we are compared to a more punk rock version of DECIBEL or TERRORIZER...." gaben mit letztendlich den Rest. Was für 'ne Gülle! Whatever, Ausgabe # 8 habe ich mir trotz allem wieder versorgt und ich muss sagen, dass die VIOLENCE-Crew gerade noch mal so ("mit Hängen und Würgen" wie man so schön sagt) die Kurve gekriegt hat. Zwar ist es mehr als bedauerlich, dass sich der farbige Hochglanzeinband, das auf "professionell" getrimmte Layout und die seitenlange Werbeanzeigenlawine mittlerweile vollends durchgesetzt zu haben scheint und dass das Zine mittlerweile komplett auf Glanzpapier gedruckt wurde, aber wenigstens hat man an der Interviewfront mal wieder eine Menge cooler Bands aufgefahren (was jetzt aber (leider!) nicht heißt, dass (wie in den guten alten Zeiten) nur Knüppel- und Röchelcombos zu Wort kommen…). Doch immer schön der Reihe nach! Den Anfang macht ein Torreport der XXX MANIAK-Schwachmaten, bäh! Weiter geht's mit diversen Szenenews und den berühmt-berüchtigten Editor-/Co-Editor-Kolumnen. Dann gibt's 'nen (leider ziemlich kurzes) Intie mit meinen Retro-Thrashcore-Helden MUNICIPAL WASTE, die polnischen Goregrind-Urgesteine DEAD INFECTION wurden ausgequetscht und die Eidgenossen KNUT (soundtechnisch irgendwie schon immer ihrer Zeit voraus, mittlerweile finde ich ihre Mucke aber einfach nur nervig…) kommen zu Wort. Es folgen die Befragungen von INCARNATED (polnische Deather, die sich ganz dem early 90er Schwedentod verschrieben haben), UNCURBED (schwedische Crustbrigade, die (wie ich finde) ihre besten Tage bereits hinter sich hat), ROTTEN SOUND (die finnischen Grinder kennt ihr hoffentlich!), GOD FORBID (überbewertete Metal(core)grütze aus den USA), AGATHOCLES (wer/welche kennt sie nicht?), SKITSYSTEM (gehören auch ohne Tompa zur Creme des Schwedencrust!), CLITEATER (Goregrind aus Holland, nicht mein Ding) und HIMSA (siehe GOD FORBID). Danach gibt's 'nen echt interessanten bzw. informativen Artikel über die Kultband GOBLIN, die zumindest die eingefleischten Old School Horrorfreaks unter Euch durch ihre z.T. echt phänomenalen Soundtracks zu (u.a.) Dario Argento's Horrorklassikern kennen dürften (ich sage nur "Suspiria" und "Phenomena"!!!). Wie gesagt, DAS ist Kult und alleine wegen dieses Artikels hat sich der Erwerb des Zines für mich gelohnt! Ok, was gibt's noch? Ah ja, Inties mit den famosen Scandithrashern MASSGRAV, den US-Knüpplern DRUGS OF FAITH, WITHERED (die hier als "…mix of doom, crust, metal and grindcore…" beschrieben werden, was ich in keinster Weise nachvollziehen kann, ich finde WITHERED halt einfach Scheiße!), DEATHWISH INC. (HC-Label aus Amiland) und Kurt Ballou (hier in seiner Funktion als Betreiber des GODCITY STUDIOS). Es folgen ganze 160 (!) Tonträgerreviews, die z.T. leider nur wenig aussagekräftig sind. Naja, forstet Euch halt durch! Inties mit den holländischen Deathern (und Marcus666-Faves) PROSTITUTE DISFIGUREMENT und den polnischen Death/Grindern DEFORMED (die mir beim "Soul Grinding Festival" 2006 echt den letzten Nerv raubten) folgen, bevor dann der gute Seanocide mit seinem Artikel "Killed By Seanocide" mal wieder ordentlich zuschlägt und sich u.a. weniger bekannten Klassikern der Knüppelcorehistorie widmet. Der Tiefschlag folgt auf dem Fuße, denn mit IF HOPE DIES kommt wieder 'ne Metalcoreherde zu Wort, die mich nicht im Geringsten tangiert. Die legendären (und jetzt reformierten-na wenn da mal gut geht…) Scandithrasher MOB 47 sind interviewtechnisch als nächstes an der Reihe, gefolgt von NARCOSIS (coole New School Grinder aus dem UK), NINE (HC aus Schweden), NO HEAVEN AWAITS US (HC aus Polen) und Rafal Wechterowicz, einem wohl ziemlich von Pushead beeinflussten Künstler, der u.a. schon für Bands wie INTEGRITY, DAMNATION A.D. und RINGWORM gearbeitet hat. Jo, wie bereits gesagt: Trotz deutlichen Abzuges in der B-Note hat das VIOLENCE gerade noch mal die Kurve gekriegt. Trotzdem sind mir die selbst kopierten D.I.Y.-Postillen 10mal lieber. [Selfmadegod Records, Attn. Violence Magazine, POB 46, 21500 Biala Podl., Poland] Gerste