CAVE CANEM - Same -Tape

Spätestens seit der Cd-Brenner seinen weltweiten Siegeszug angetreten hat, scheinen die guten alten Tapes vollends vom Aussterben bedroht zu sein. Selbst aus tiefsten Undergroundkreisen ist in letzter Zeit immer wieder zu vernehmen, dass diesen wunderbaren Tonträgern kaum noch Sympathie entgegen gebracht wird (zumindest in weiten Teilen Europas und über dem großen Teich). Umso erstaunlicher ist es, dass Epistrophy mit einem Release ihre Aufwartung machen, den es weder als Silberfisch, noch als Vinylhäppchen, sondern nur als Tape gibt. Mir kann's bloß recht sein, schließlich gibt es in meinem Haushalt ein immer wieder gern benutztes Tapedeck und selbst mein fahrbarer Untersatz ist (entgegen heutigen Standards) noch mit einem solchen ausgestattet. Doch Schluss jetzt mit dem Philosophieren über das Medium an sich, kommen wir zur Mucke. Die dürfte all denjenigen die Freudentränen in die Äuglein treiben, die auf düster-treibenden HC/Crust bzw. so genannten "Neocrust" stehen. Zwar bieten CAVE CANEM aus Hannover nichts, was es nicht schon geben würde oder früher schon mal gegeben hätte, aber dafür gehen ihre 9 apokalyptischen Kompositionen nur noch nach vorne los und kommen vollkommen authentisch rüber. Man schippert im Fahrwasser von Genregrößen wie HIS HERO IS GONE, FROM ASHES RISE und natürlich TRAGEDY. Eine ganze Menge Bands tun das, jedoch habe ich in der letzten Zeit kaum eine Herde gehört, die so überzeugend rüber kam wie CAVE CANEM. Einen ganzer großen Pluspunkt haben sich die Hannoveraner bei mir durch das Verwenden deutscher Texte verdient. Diese sind vollkommen unpeinlich und stecken voller Wut, Verbitterung und Verzweiflung. Auch schwingt darin immer wieder ein Hauch von Zynismus mit ("Das Licht am Ende des Tunnels ist ein Zug"-jawoll!). Von mir erhält diese Veröffentlichung die volle Punktzahl und es sollte mich ehrlich gesagt auch nicht wundern, wenn unser Erik fürs nächste CFMD ein Interview mit den Jungs ancheckt. [Epistrophy, www.epistrophy.de, www.cave-canem.tk ] Gerste