[ REVIEWS ]

Hier stehen alle aktuellen Reviews die nur online zu finden sind

 

AUDIO KOLLAPS / DESOLATION - Split -7"
Kurz vor Jahresende 2009 flatterte dieses 7"-große Stück bei mir rein, welches von der Optik her (geiles Artwork und blaues Vinyl) ordentlich was hermacht. Diesbezüglich kann man jedenfalls nicht meckern! Trotzdem fällt meine Reaktion auf das Teil nicht gerade überschwänglich aus. Versteht mich nicht falsch. Was von den beiden Splitpartnern hier abgeliefert wird, kann sich absolut hören lassen (von AUDIO KOLLAPS hatte ich nichts anderes erwartet und DESOLATION haben mich positiv überrascht, Letztere kannte ich bislang nämlich nur vom Namen her) und auch das Textgut (betrifft wieder beide Bands!) hat Schmackes. Was einem/r aber letztendlich aufgetischt wird, ist doch etwas mager, wenn ihr mich fragt. AUDIO KOLLAPS eröffnen den Reigen mit einem neuen (oder besser: bislang unveröffentlichten) Track namens "Die Crew". Keine Frage, der Song hätte auch locker auf der "Panzer"-Full Length einen Platz einnehmen können, kommt er doch keinen Deut schwächer als der Stoff auf dem erwähnten Album daher. Frei nach der Devise "Voll in die Fresse!" wird alles mit einem Konglomerat aus Grind, Crust, Death Metal und barbarischen Gebrüll eingeäschert. Ungemein bissige Lyrics obendrein und fertig ist der AUDIO KOLLAPS-Rundumschlag! Mit "Deutsche im Dübelwahn" (eine gnadenlose Abrechnung mit hirnverbranntem TV-Gedöns) folgt zwar noch eine Granate, allerdings wurde selbige schon auf "Panzer" mit verbraten. Die Flipside wird von DESOLATION aus San Francisco mit einem längeren, fast schon als "monumental" (na ja…) zu bezeichnenden Brecher, der da "Tooth By Tooth" heißt, regiert. Dass es hier Leute von BORN/DEAD, PELIGRO SOCIAL und SCURVY DOGS krachen lassen, hört man nicht unbedingt heraus, denn die Mucke unterscheidet sich doch ziemlich deutlich von diesen Combos. Düsterer, treibender und keinesfalls gänzlich unmelodischer HC mit Thrash-Kante und leichtem Nippon-Einschlag ist angesagt. Geht gut nach vorne los, das muss ich schon sagen. Da könnte ich mir unter Umständen durchaus mehr von geben. Leider ist nach "Tooth By Tooth" auch schon wieder Feierabend auf der DESOLATION-Seite. Wie bereits erwähnt: Nicht gerade allzu üppig, was hier geboten wird. Zudem läuft die 7" mit 45rpm. Erschienen ist die Ep als Gemeinschaftsrelease von Pisstrophy und Trujaca Fala. Für weitere Infos checkt www.epistrophy.net und/oder www.trujacafala.com. Gerste

DEAD INFECTION / HAEMORRHAGE - Split -Mcd
Ja meine Güte! Diese Veröffentlichung hat aber ganz schön lange auf sich warten lassen. Ob sich die Wartezeit wirklich gelohnt hat, solltet ihr selbst entscheiden. Ich für meinen Teil bin beiden hier vertretenen Bands zwar nicht wirklich abgeneigt, finde allerdings, dass die DEAD INFECTION-Reunion überflüssig war und dass sich HAEMORRHAGE in den letzten Jahren nicht ausschließlich mit Ruhm bekleckerten. Das war früher anders… Doch Schluss mit dem Geschwätz und ran ans Gedärm. Zuerst dürfen die polnischen Pathologen die Knochensäge wetzen. Obwohl mich ihr neueres Zeugs (das Gedöns halt, was sie nach der unseligen Reunion raus gehauen haben, wie z.B. die unterdurchschnittliche "Brain Corrosion"-Cd) kalt lässt, muss ich doch sagen, dass man sich hier (zumindest teilweise) ziemlich gekonnt aus der Affäre zieht. Ok, zu Beginn der Metzelorgie hat man noch diverse Anlaufschwierigkeiten und kämpft sich eher schlecht als recht durch den Eröffnungstrack "Comfortable Chair". Auch "A Table Made Of Nut-Wood" will noch nicht so richtig zünden, doch danach geht es mit "Stylish Carpet" und vor allem "Where's My Couch" doch noch manierlich und ohne lange zu fackeln zur Sache. Gepflegtes Gekotze und Gerülpse, was zum Glück nicht ganz so gequält wie auf "Brain Corrosion" aus den Boxen quillt, trifft auf flottes, runter getuntes Gesäge. "Picture Of The Famous Person" und "Picture Of The Famous Person Part II" sind gleichsam gut hörbar, auch wenn beim letzten Song der Gesang ein bisschen saugt. Insgesamt also ganz nett, wenn (wie zu erwarten) auch nicht essentiell. Ich bevorzuge weiterhin die Bahnbrechenden Demos und alten Ep's der Polen. Ach so, und wer/welche sich schon die ganze Zeit über fragt, was es denn mit den absolut genreuntypischen Songtiteln auf sich hat: Die DEAD INFECTION-Beiträge tragen den Titel "Furniture Obesession" und das Artwork ist optimal drauf abgestimmt. Für Goregrind-Verhältnisse echt mal was anderes! Dann hätten wir noch HAEMORRHAGE auf dem (Schlacht)Plan, die (wie ebenfalls nicht anders zu erwarten) als klarer Sieger den Sektionssaal verlassen. Für die Neuaufnahme des bereits von der insgesamt eher schwachen "Apology For Pathology"-Full Length her bekannten Titels "Antemortem Thanatopraxis" gibt es zwar Punktabzug (weil ich nicht verstehe, was der Scheiß soll, zumal man sich bei der re-recordeten Version NICHT steigern konnte!), doch wenn danach dann der neue Song "Rank Pyosperm Insemination" erklingt, ist die Welt wieder in Ordnung! Sehr geil das Teil. Absolut räudig, dreckig und gerade mal etwas länger als eineinhalb Minuten, macht dieser Song Appetit auf mehr. Losgehen tut die Chose ziemlich groovig und im Uffta-Uffta-Takt. Dann geht's voll in Richtung alte CARCASS zu "Reek Of Putrefaction"-Zeiten, garniert mit dem kaputten Geplärre von Obersicko Lugubrious. Kult! Auch zum Schluss wird's noch mal kultig, denn HAEMORRHAGE zollen TERRORIZER mit einem Cover der monströsen "Corporation Pull-In"-Abrissbirne Tribut. Na und was rauskommt, wenn sich die Spanier/innen an Klassikern vergreifen, dürfte ja allerspätestens seit der "Loathesongs"-Mini bekannt sein! Diese Split soll's angeblich auch auf Vinyl geben. Keine Ahnung, aber sollte dies tatsächlich der Fall sein, dann heißt es wohl ranhalten. Die Mcd dürfte hingegen in ausreichender Stückzahl gepresst worden sein. [Fat Ass Records, www.myspace.com/fatassgrind] Gerste

HATRED SURGE - Deconstruct -Lp
Nach der insgesamt eher etwas schwachen "Isolated Human"-7" hat man im HATRED SURGE-Lager nun offensichtlich wieder (wenn auch nicht komplett) zu alter Stärke zurückgefunden. Die 17 Wutausbrüche auf "Deconstruct" lassen jedenfalls keinen anderen Schluss zu und kaum Fragen offen. Und so regiert grinding Texas Power Violence to the max! Den teils massiven DESPISE YOU- bzw. CROSSED OUT-Einschlag der Frühphase kann man zwar noch immer herauszuhören, allerdings ist er z.T. einer ausgeprägteren Grinkante und (wie das schon auf der oben erwähnten Ep in den besseren Momenten der Fall war) straightem HC-Geprügel der derberen Gangart gewichen. Das stört allerdings nicht wirklich und eingefleischte Power Violence-Freaks brauchen deshalb nicht zu weinen, denn sie werden (wie gesagt) nach wie vor bestens bedient. Gut funktionieren tut zudem das Hinzuaddieren von etwas Schwermut, ein paar dunkleren Momenten und einer Portion "gloom" (wie sich die Amis auszudrücken pflegen). Das hatten damals ja z.B. auch HIS HERO IS GONE (hört mir bloß mit "Neocrust"-Gesabbel auf, sonst setzt es was!) oder die fantastischen UNRUH (aaarrrggghhh!) in ihrer Spätphase ("Setting Fire To Sinking Ships"-Album) drauf und wenn ein Song wie "Outsider" nicht irgendwie in diese Kerbe haut, also dann weiß ich auch nicht weiter. Das war in dieser Form jetzt nicht unbedingt von HATRED SURGE erwartet, aber das Zeugs läuft mir richtig gut rein! Den Knüppel holt man nach bzw. in Verbindung mit solchen Intermezzos natürlich umso vehementer raus (zumindest kommt einem/r das dann immer so vor). Prügelorgien wie "Weightless", "Rotten To Forgotten", "Maladjusted" (nein, natürlich kein SICK OF IT ALL-Cover, soweit kommt's noch!), "Out Of Balance", "Feeding" u.a. sprechen diesbezüglich eine unmissverständliche Sprache und das ist auch gut so! Das Männlein/Weiblein-Gebrüll kommt übrigens furios wie eh und je aus den Boxen gedonnert und ist einmal mehr extrem hörenswert. Na und dass sich hinsichtlich der transportierten Message nichts geändert hat, dürfte eh klar sein. Obwohl "Deconstruct" jetzt nicht so dermaßen hämmert, wie das der frühe HATRED SURGE-Stoff (kompiliert auf der "Collection 2005 - 2007"-Cd, welche ich nur empfehlen kann!) tut, so haben wir es hierbei doch mit einem gelungenen (wenn auch mal wieder viel zu kurzem) Album zu tun. Mehr gibt's dazu eigentlich nicht zu sagen. [Rescued From Life, www.myspace.com/rflrecords] Gerste

IRON HAMMER # 3 -Zine
Lecker Heft (ein kopierter und selbst zusammen gezimmerter A5er im Cut and Paste-Layout übrigens), welches mir meine Nürtinger Buddies Katja und Rayk aus da geschickt haben. Kannte ich bislang überhaupt nicht, nicht mal von Namen her. Wie sich jedoch schnell herausstellte, ist das allerdings 'ne verdammte Schande, denn sowohl vom Layout als auch vom Inhalt her spricht mich das IRON HAMMER-Zine durchaus an und ich möchte diese Ausgabe nicht mehr in meiner Sammlung missen. "True Metal Mayhem" prangt zwar auf dem Frontcover, aber das sollte all diejenigen, die unter "True Metal" dasselbe wie ich verstehen (nämlich "Gequieke" (hallo Roy!) im weitesten Sinne und Gedöns, bei dem es einem/r die Fußnägel hoch rollt), nicht von einer Ancheckung abschrecken. Im IRON HAMMER-Zine wird sich nämlich ganz einwandfrei in den derberen Untiefen des Metal gesuhlt und unter "true" versteht Herausgeber Jeff das, was (wie er selbst) bis zur Oberkante der Unterlippe im Untergrund verwurzelt ist. Dass bei den meist schwer unterhaltsamen und dazu noch informativen Interviews, in denen auch vor diversen Blicken über den Tellerrand nicht zurückgeschreckt wird (was ich nur begrüßen kann!), keine "großen Namen" auftauchen und sich nicht mit irgendwelchem gehypeten Mist befasst wird, wie er in den großen Hochglanzpostillen (igitt!) zum Zuge kommt, ist klar. Bleiben wir auch gleich beim bunten Interviewreigen. Dieser wird eröffnet durch ein Frage/Antwort-Spielchen mit Juan Carlos (a.k.a. Morbid Devastator) von den Death/Thrashern DEATH INVOKER aus Peru. Da merkt man gleich, wo der Hase lang läuft und Morbid Devastator wurde mit nicht weniger als 22 (!) Fragen bemustert, die er auch zumeist ausführlich beantwortete. Peter, seinesgleichen Sprachrohr der australischen Black/Death Metal-Horde BLACK SERPENT wurde als nächstes das Wort erteilt. Gleich 25 Fragen hat ihm Jeff vor den Latz geknallt und über die Beantwortung kann man wieder nicht meckern. Danach gibt's Stoff aus dem mexikanischen Untergrund, denn Lord Sargatanas von den Todesblei-Veteranen SARGATANAS wurde zum Inti zitiert. Ebenfalls wieder ein ausführliches Teil, das ist mal sicher. Ok, kommen wir nun zu meinem persönlichen Highlight: CHILDREN OF TECHNOLOGY! Hier tritt Jeff den Beweis an, dass er auch für die Metalpunk-Szene was übrig hat. Meine Wenigkeit durfte diese coole Band, die ihren Stil als "Motörcharged Speedcrust" bezeichnet (was passt wie der Arsch auf den Eimer und zusätzliche Sympathiepunkte einbringt!), erst vor kurzem in Form der Split mit CANCER SPREADING (Stenchcore wie er sein sollte, ebenfalls unbedingt mal anchecken!) kennen lernen und voila!, hier schon ein Inti mit ihnen. Deathlord Astolfi ließ sich bzgl. der Antworten nicht lumpen und scheint mir doch ein sehr sympathisches Kerlchen zu sein. Nicht auszuschließen, dass ich ihn mir ebenfalls mal interviewtechnisch vorknöpfe. Geiles Inti, geile Band! Danach geht es mit CULTES DES GHOULES aus Polen schwarzmetallisch weiter. 27 Fragen insgesamt! Zudem (wieder mal) ausführlich beantwortet und auch was die NSBM-Problematik betrifft wurde kein Blatt vor den Mund genommen. Es folgt eine Plauderei mit Jag Carnage von den chilenischen Speed Metallern METAL GENOCIDE. Der Bandname ist selbstredend Programm. Zum Abschluss wurde der Blick dann gen Malaysia auf die Death Metal Newcomer KATHGOR gerichtet. Underground as fuck eben und genau das ist es, was mir diese Postille so ans Herz wachsen ließ. Doch es gibt nicht nur Interviews zu durchforsten, sondern auch ausführliche Live Reports vom "UMM Festung Open Air 2009" und "Hell's Pleasure Open Air 2009" (regelrecht unglaublich, was da trotz der ganzen feucht-fröhlichen Gelage, von denen berichtet wird, noch rekapituliert werden konnte!, das nenne ich Einsatz!) und dazu wird man von einer Reviewlawine überrollt, die für Undergroundzine-Verhältnisse ihresgleichen sucht. Die Hingabe, der Fanatismus und das Hintergrundwissen mit denen die Intis geführt wurden, treten bei den Tonträger- und Zinebesprechungen übrigens ebenso zutage. Da merkt man sofort, dass man es mit einem echten Metal Maniac zu tun hat! Der absolute (Iron) Hammer ist allerdings, dass das Zine komplett in Englisch verfasst wurde und das hierbei ein deutscher Schreiberling Hand angelegt hat. An sich jetzt zwar nichts sooo Außergewöhnliches, ABER: Hätte ich's nicht gewusst, dann hätte ich glattweg angenommen, dass es von jemand stammt, dessen Muttersprache Englisch ist! Ohne Scheiß! Auch davor ziehe ich den Hut, da kann ich (obwohl es für Intis und diverse Korrespondenzen bislang immer grad noch so gereicht hat, hehe!) mit meinem Gestammel nicht mithalten! Aber egal. Jetzt ist es an Euch dieses Heft anzutesten. Schreibt an: Marius Greza, Danziger Str. 20, 73249 Wernau, Germoney. Elektroniker wenden sich vertrauensvoll hierhin: ironhammer@arcor.de. Na und wenn ich richtig informiert bin, dann müsste das IRON HAMMER # 4 bereits in den Startlöchern stehen. Also dranbleiben. Gerste

MORTAL AGONY - Dobermann -Cd
Achtung anschnallen! Nach eingehender Beschäftigung MORTAL AGONY's "Dobermann" CD muss ich mich echt erst mal wieder etwas sortieren, denn was die fünf Jungs aus Bayreuth hier abgeliefert haben, ist (zumindest für mich) schon ein ganz schön Nervenzerreibender Kracher. Ich bin ja nicht unbedingt so ein großer Hörer von Chaoscore-ähnlichem Getrümmer, aber das hier hat auf alle Fälle seine Reize (wobei ich MORTAL AGONY auf keinen Fall in irgendeine Schublade drängen möchte!). Nach mehrmaligem Hören muss ich zugeben, dass man sehr viel Wert auf Abwechslung gelegt hat und wenn man nicht gerade wie in oben erwähnten Chaoscore-Gefilden rumstampft, gibt's noch mächtige Grindcore-Einlagen, was sich besonders im Gesang widerspiegelt. Zwei Sänger schreien, growlen und grunzen sich die Därme aus dem Leib. Da bleibt kein Auge trocken. Selbst die ganzen Hardcoreelemente (die ich im Allgemeinen ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr brauche), welche hier mit eingebaut wurden, kommen ausnahmsweise richtig gut und nicht so peinlich wie bei vielen anderen Bands des Genres rüber und angesichts der von MORTAL AGONY aufgefahrenen Brutalität sollten sich trendige Deathcore'ler schon mal warm anziehen! Was hier textlich abgeliefert wird, bleibt wohl erst mal im Verborgenen, denn Lyrics sind keine zu finden. Selbige kann man aber sicher bei der Band selbst anfordern. Ansonsten gibt's nur noch zu sagen: Daumen hoch! Anspieltipps meinerseits wären: "Kiss My Fist", "Girls Like Grind" und "We Don't Like You". [Rising Nemesis Records, www.myspace.com/risingnemesisrecords] Erik

NUCLEAR DEATH TERROR - Total Annihilation -7"
Fast an mir vorbeigegangen wäre die im August 2009 via Plague Bearer erschienene 7" von den dänischen (ok, Teile der Band sind jetzt wohl auch in Irland zu Hause - für den Fall, dass das jemanden interessieren sollte…) Crust-ZerstörerInnen NUCLEAR DEATH TERROR. Eigentlich 'ne Schande, aber bei dem ganzen Zeugs, was Monat für Monat veröffentlicht wird, den Überblick zu behalten, ist eine Kunst für sich. Aber egal. Stürzen wir uns frohen Mutes in die metallische Crust-Apokalypse! Wenn man sich die 3 Songs ("Total Annihilation Of The Self", "Mind Chain" und "Devolve To Submission") so reinzieht, dann ist festzustellen, dass sich seit dem Treiben auf der Vorgänger-Ep "Ceaseless Desolation" nicht wirklich was ge- bzw. verändert hat. Wie üblich blasen N.D.T. in erbarmungsloser Metal/Crust- meets STATE OF FEAR-Manier alles weg und so dürften diejenigen, welche schon mit dem bisherigen Schaffen dieser Krustentiere etwas anfangen konnten, auch heuer wieder nur schwerlich um diese 7" herumkommen. Die 3 Stücke gehen samt und sonders voll nach vorne los, wobei man sich den größten Kracher ("Devolve To Submission") bis zum Schluss aufgespart hat. Coverversionen (ich erinnere hierbei an die famose N.D.T.-Interpretation des CELTIC FROST-Smashers "Morbid Tales" auf der "Ceaseless Desolation"-Ep!) o.ä. gibt's diesmal nicht. Muss aber auch nicht unbedingt sein, zumal das eigene Zeugs alles hinwegfegt. Auf alle Fälle macht "Total Annihilation" Lust auf mehr und auch darauf, sich von der Combo mal wieder live die Schädeldecke abmontieren zu lassen. Neue Release bzw. Gigs wird's (glaubt man den Angaben von N.D.T.) vorerst allerdings nicht geben, da sich die Bandbesetzung (mal wieder) in alle 4 Winde zerstreut hat und sich wohl erst gegen Ende des Jahres wieder zusammenfinden will. Schade eigentlich! [Plague Bearer, www.plaguebearer.com] Gerste

RAW NOISE - Scum Will Rise To The Top -7"
Na sieh mal eine/r an! Wer ist denn da wieder aus seinem Loch hervor gekrochen? Manchmal kommen sie eben doch wieder! Whatever, über RAW NOISE und ihr Schaffen müssen wohl nicht erst viele Worte verloren werden. Nach einem mehr oder weniger geglücktem Start und Brechern wie dem "Holocaust In Your Home"-Demo, der "Sound Of Destruction"-Ep, der "Making A Killing"-Split w/ CHAOS UK und Beiträgen zur "Discharged"- bzw. "Punk's Not Dread"-Compilation, sowie der unvergessenen Peel Session im Jahre 1991, war irgendwann (und vorerst für fast 8 Jahre!) bei den UK-Crusties um das E.N.T.-Sprachrohr Dean Jones die Luft raus. Anno 2000, als sie schon keine/r mehr auf der Rechnung hatte, holten sie allerdings zum großen (?) Comeback aus (was ich von etwas derartigem halte (nämlich nicht viel bzw. nichts!), dürfte hinlänglich bekannt sein, soll jetzt aber nicht zur Debatte stehen) und sorgten mit "The Terror Continues" für offen stehende Mäuler. E.N.T., die damals eher schlecht als recht in metallischen Untiefen herumdümpelten, wurden mit dieser (mal abgesehen vom viel zu glatt gebügelten Sound und der mittlerweile auf der Strecke geblieben Credibility) untadeligen Attacke gar gnadenlos pulverisiert! Danach war erst mal wieder Schicht im Schacht und meine Wenigkeit dachte echt, das Kapitel RAW NOISE sei nun endgültig abgehakt. Aber nein, weit gefehlt! Letztes Jahr schlug man wieder zu. Diesmal in Form dieses schnuckeligen, angeblich auf 1000 Exemplare limitierten, 4Trackers. Dessen Gesamtspielzeit löst keine Euphorie aus, preiswert ist das Teil auch nicht gerade und in Sachen Artwork hat man sich ebenfalls nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert (sieht für 'ne Crustscheibe einfach zu modern aus), aber: Die Mucke auf killt ohne Ende!!! Nix mit überproduzierter Scheiße, megafettem Metalsound oder dergleichen. Hier regiert nackte, ungekünstelte und superräudige Crustcore-Brutalität! RAW NOISE lassen es krachen, dass man meine könnte, man habe es mit dem legitimen "Sound Of Destruction"-Nachfolger zu tun. Alles zersägender Klampfensound, herrlich verzerrter Bass, polternde Drums, Mr. Jones brüllt wie in seinen besten Zeiten und Power ohne Ende - das totale Brett, ohne Scheiß! Im direkten Vergleich dazu sieht selbst "The Terror Continues" ziemlich blass aus und die aktuelle E.N.T.-Langrille "Law Of Retaliation" zieht sowieso (mal wieder!) den kürzeren. Somit gibt's, auch wenn sich (wie gesagt) über die Credibility dieser Band (die Bezeichnung "Projekt" trifft es wohl eher) sicherlich streiten lässt und "Scum Will Rise To The Top" so manchem/r daher lediglich als Earcandy taugen dürfte, wirklich nicht viel zu beanstanden! Übrigens: Zurzeit wird im Hause RAW NOISE sogar an einem neuen Album gewerkelt. Na da bin ich ja gespannt... [MCR Company, www.myspace.com/mcrcompany] Gerste

REMNANTS OF FLESH - Degenerated Human Cells -Cd
Aus dem Hause Rising Nemesis Records wurde mir vor einigen Wochen diese schicke CD zugesandt und ruckzuck fand das wunderbare Teil den Weg in den CD-Schacht. REMNANTS OF FLESH gehören eher zu den Bands, welchen von mir bisher recht wenig Beachtung zuteil wurde, was sich nach dem Hören vom vorliegenden Album als Fehler herausstellte! Und da ich in letzter Zeit recht viel Death Metal höre, freute es mich umso mehr, wieder mal neues Zeug aus diesem Sektor zugesandt zu bekommen. Was es hier also zu hören gibt, dürfte geklärt sein. Mit den 9 Brechern auf "Degenerated Human Cells" haben die Jungs aus Athen wirklich alles richtig gemacht. Brutaler Death Metal vom feinsten! Von gnadenlosem Gebolze bis hin zu schweren, schleppenden Parts und den dementsprechend tiefen Growlvocals ist alles vorhanden, was ein gutes Death Metal Album ausmacht. Ausreichend Abwechslung inklusive. Auch in Sachen Spieltechnik brauchen die Griechen keine Vergleiche mit namhaften Vertretern zu scheuen und wer was mit Bands wie DISGORGE (US) und DESPONDENCY anfangen kann und auch 'ner Portion DYING FETUS nicht abgeneigt ist, sollte den Jungs hier eine Chance geben und mal in "Degenerated Human Cells" reinhören. Ist garantiert kein Fehler und außer der der Band selbst supportet man somit auch ein Undergroundlabel, was noch andere coole Scheiben am Start hat (siehe MOTAL AGONY-Review). [Rising Nemesis Records, www.myspace.com/risingnemesisrecords] Erik

SLAUGHTER OF THE INNOCENTS / SAKATAT - Split -7"
Offenbar mächtig gefreut über mein Review des Split-Silberlings mit OBSCURE OATH, welches bei der Homepage-Aktualisierung im Dezember online ging, hatte sich der Thomas von S.O.T.I.. Er kontaktierte mich nach dem letzten Update und war außerdem so freundlich, mir die S.O.T.I.-Split mit dem türkischen Grindkommando SAKATAT zu schicken, wofür ihr ihm an dieser Stelle herzlich danken möchte! Geile Scheiße jedenfalls, die beiden von mir fürs CFMD # 15 interviewten Band auf einer Split vereint knüppeln zu hören! Da kriege ich gleich doppelt Bock auf eine gepflegte Besprechung dieser durch und durch old schooligen Vollbedienung, welche via Angernoise Records erschien. Zuerst S.O.T.I.. Die stellen mit ihren Songs einmal mehr unter Beweis, dass sie keinesfalls gewillt sind, irgendwelche Gefangenen zu machen. Mit anderen Worten: Gemetzel ohne Wenn und Aber! Wer/welche in Sachen Technik und Sound die High-End-Schiene bevorzugt, wird sicher mittelschwer geschockt von dannen ziehen, nachdem er/sie vom "Storm Of War" überrollt wurde. Für eingefleischte Old Schooler/innen, die ihre tägliche Portion Grindcore am liebsten roh und blutig zu sich nehmen und zudem noch von dem ganzen Technikkram angepisst sind bzw. sich wundern, was das neumodische Zeugs überhaupt noch mit dem räudigen Getöse der Grindcore-Urväter zu tun haben soll, sind die 6 Darbietungen allerdings 'ne sichere Sache. Alleine schon der Opener/Titeltrack macht eines mehr als deutlich: Hier gibt es ohne Ende was aufs Maul! Um zu zeigen, wo der Hammer hängt, brauchen S.O.T.I. meist nicht mal eine Minute. Ja genau, in der Kürze liegt die Würze! Das wussten damals schon die Genre-Pioniere und die Tatsache, dass ihnen bis zum heutigen Tage unzählige Knüppelherden nacheifern (darunter natürlich auch S.O.T.I.!), gab/gibt ihnen 100%ig Recht! Wie so oft bestätigen allerdings Ausnahmen die Regel. Nachzuhören ist das in Form von "Absolute Domination", dem letzten Track. Das Teil wartet mit fast schon monumentalen 1:42 Minuten Gesamtspielzeit auf und hier wird (wenn auch verhalten) auch mal auf die Bremse getreten, was ebenfalls gut kommt. Und Hey, der nächste Prügelpart lässt sowieso nicht lange auf sich warten. So soll es sein! Unbedingt erwähnt werden sollte außerdem, dass beim Song "Retribution" (2 (in Worten: zwei!) Sekunden Spiellänge) sogar die Noisecore-Vergangenheit (wir erinnern uns: S.O.T.I. erhoben sich einst aus der Asche von VENTILATOR!) anklingt, jawoll! Jo, was das (doppelstimmige) Gebrüll anbelangt, so ist festzustellen, dass es in Sachen Räudigkeit und Brutalität der Mucke an sich in nichts nachsteht. Somit ist auch hier alles im grünen Bereich. In Sachen Artwork ist (wieder!) Warhammer-Worship satt angesagt. Textlich geht's ebenfalls in diese Richtung (zumindest interpretiere ich das jetzt einfach mal so). Ist mal was anderes und läuft mir gut rein. Die Mucke tut selbiges sowieso und deshalb ziehe ich folgendes Fazit: Alles richtig gemacht, weiter so! Im Prinzip lässt sich das auch über SAKATAT sagen, die ebenfalls ganz genau wissen, wie man kompromisslosen, von jeglichem Ballast befreiten Old School Grindcore buchstabiert. 7 Klopfer haben Semih (Greetz!) und seine Mannen hier im Gepäck. Genau wie das bei S.O.T.I. der Fall ist, sollten Technikfreaks und HiFi-Fanatiker/innen volle Deckung suchen, wenn SAKATAT erst mal loslegen. Neben einer geballten Ladung Aggression kommt nämlich noch eine halbe Tonne Dreck und Rotz mit aus den Boxen gedonnert. Trotzdem mangelt es den 6 eigenen Songs und dem ROT-Cover "Game Of Hypocrisy" nicht am nötigen Druck und wenn die Herren Grinder nicht flott bzw. sehr flott unterwegs sind, also dann weiß ich auch nicht weiter! Klassisches Gebratze, bei dem die gecoverten Helden ROT zusammen mit Krachgöttern wie S.O.B., AGATHOCLES, alten NAPALM DEATH (logisch!) , WARSORE oder auch UNHOLY GRAVE (man lausche nur mal den Vokills bei "Senin Fikrin (Kimin Sikinde?!)"!) definitiv ihre Spuren hinterlassen haben. Dank der englischen Übersetzungen der Texte im Booklet wissen auch der türkischen Sprache nicht mächtige Zeitgenossen/innen (wie ich) über das Bescheid, was bei SAKATAT Sache ist. Geboten bzw. gesagt wird zwar nichts grundlegend Neues, aber es ist doch immer wieder schön zu wissen, dass sich noch ein paar Leute 'nen Kopf machen! Auch das Artwork ist nicht zu verachten, wobei man in der Beziehung bisher eigentlich meistens weit vorn mit dabei war. Der S.O.T.I.-Splitpartner schwächelt also in keinerlei Hinsicht und hätte kaum besser gewählt sein können. Daumen hoch und ab dafür! [Angernoise Records, www.angernoise.com] Gerste

SLAUGHTER OF THE INNOCENTS / ENDLESS DEMISE - Split -7"
Und weil's mit S.O.T.I. grad so schön war und ich schon seit einiger (!) Zeit noch 'ne Split-7" von ihnen in der Sammlung stehen habe, die ich damals bei R.S.R. orderte (wo sie auch erschienen ist) und die es souverän in meine Top 10 im letzten CFMD schaffte, von mir Dumpfbacke bislang allerdings (aus mir eigentlich unbegreiflichen Gründen…) noch nicht reviewtechnisch gewürdigt wurde, gibt's gleich noch 'nen Nachschlag. Soviel mir bekannt ist, ist dies hier der erste S.O.T.I.-Vinylrelease ever und nachdem mich das 2002er "10 Songs Of Fast Killergrind"-Demo der Knüppelschergen bereits vollkommen wuschig gemacht hatte, musste ich mir diese Split natürlich umgehend zulegen. Mit "On The Warpath" und "Serial Mind" sind dann auch gleich 2 Hits vom Demo mit drauf. Den Rest ("Traitor Lord", "Destination: Overkill", "The Awakening" und "Killing Ways") gibt's hingegen exklusiv nur auf dieser Split zu hören. Ihre Seite haben S.O.T.I. übrigens "The Awakening" betitelt, wobei (ganz in der Demo-Tradition) auf alle Fälle auch "6 Songs Of Fast Killergrind" passend gewesen wäre, denn nix anderes wird einem/r vorgesetzt! Bratzig, räudig, distorted und ohne Speedlimit verneigen sich S.O.T.I. vor dem Sound, der NAPALM DEATH und UNSEEN TERROR (hab' vorhin erst wieder ihre "Peel Session gehört"-aaaarrrrgghhhh!!!) einst zu ihrem Kultstatus verhalf. Des Weiteren fühle ich mich immer wieder an Zeiten erinnert, in denen die mächtigen REPULSION die Totenglocke läuteten. Dagegen kackt so manche auf "old school" oder "retro" getrimmte Combo einfach nur ab und NAPALM DEATH, bzgl. deren neuerer Scheiben ich, als alter "Fan" quasi, (zu) lange Gnade vor Recht ergehen ließ, sollten sich unbedingt mal was von S.O.T.I. geben, dann klappt's vielleicht mal wieder mit einem richtig guten Album (ja ja, lacht nur - man wird ja wohl noch träumen dürfen!). Dass aus der Vorliebe fürs Warhammer-Universum kein Hehl gemacht wird, ist bei S.O.T.I. fast schon selbstverständlich. Im Text zu "Serial Mind" wird zudem (wie der Titel es evtl. bereits erahnen lässt, hehe!) die Serienkillerthematik angerissen. Aber seht und lest selbst. Probleme habe sowohl mit dem einen als auch mit den anderen Themengebiet keine. Warum auch? Von daher ist das für mich 'ne Runde Sache, basta! Auf der Flipside bläst dann ein ebenbürtiger Partner oder Gegner (ganz wie man will) zum Gefecht. Obwohl ENDLESS DEMISE von der Mucke her jetzt nicht volles Rohr in die S.O.T.I. Old School-Kerbe hauen, kommen sie doch keinesfalls minder heftig oder gar schwachbrüstig rüber. Die Line-Up-Beschreibung, die auf der MySpace-Seite der Band zu finden ist, führt eine/n mit ziemlicher Sicherheit auf die richtige Fährte, wenn man halbwegs 'nen Plan hat: "ENDLESS DESMISE consisted of ex-NAUSEA (LA) guitarist, current RETALIATE (LA) members and former EXCRUCIATING TERROR vocalist...currently ENDLESS DEMISE now consists of NAUSEA (LA) guitarist, former EXCRUCIATING TERROR vocalist and current GONER members". Ah ja, alles klar. Veteranen unter sich. Die Vergabe von Vorschusslorbeeren ist in diesem Falle ausnahmsweise mal berechtigt, denn ENDLESS DEMISE lassen brutal die Kuh fliegen. Nicht nur der bösartige Gesang von Victor Garcia erinnert (wie sollte es auch anders sein?) an selige EXCRUCIATING TERROR-Zeiten. Auch die Mucke selbst tendiert stark in diese Richtung. A crusty bulldozing grind machine that shows no mercy at all!!! 3 Killersongs insgesamt, die Dich volles Rohr an die Wand nageln! Die Jungs haben wohl inzwischen auch noch andere Sachen am Start. Muss ich unbedingt mal Ausschau nach halten. Und sollte es irgendwann mal eine Split mit BLOODY PHOENIX (Anhänger/innen dieser Band sollten ebenfalls unbedingt mal ein Ohr riskieren!) geben (wieder gilt: man wird ja wohl noch träumen dürfen!), dann stehe ich kurz vorm Herzinfarkt! [R.S.R., www.myspace.com/rsrec] Gerste

SQUASH BOWELS - Grindvirus -Cd
Booom! Was für eine Granate! Ich hatte wirklich mit allem gerecht, aber garantiert nicht damit, dass den polnischen Grindveteranen noch mal so ein Geniestreich gelingen würde! Dann schneite dieses Ding hier rein und entpuppte sich wahrlich und wahrhaftig als "Grindvirus", der mein Immunsystem gleich beim ersten An- bzw. Durchlauf platt machte. Seither dreht die neue SQUASH BOWELS-Full Length nahezu täglich ihre Runden im Player und haut mich jedes Mal wieder um. Zuletzt vermochte das die "The Mass Rotting - The Mass Sickening"-Langrille der Polen und ja, ganz recht, es ist schon ziemlich lange her, da dieses Gerät veröffentlicht wurde. Seither konnte man mich höchstens mit dem Album "Love Songs" halbwegs überzeugen, wobei ich im Review damals jedoch anmerken musste, dass sich richtige Überhämmer anders anhören. Über die teils einem Desaster gleichenden SQUASH BOWELS-Livevorstellung (erst letztes Jahr in Packebusch sind mir wieder ganz gepflegt die Füße eingeschlafen) will ich mich erst gar nicht auslassen… Nee, dann feiere ich doch lieber "Grindvirus" ab, denn mit dieser Scheibe haben die alten Säcke tatsächlich noch mal die Kurve gekriegt und knallen alles weg, was sie seit "The Mass Rotting…" raus gehauen haben. 14 Songs sind zu hören und die treffen allesamt ins Schwarze. An sich typischer SQUASH BOWELS-Stoff ohne Wenn und Aber, allerdings arschtight runtergebrezelt, mit jeder Menge Angriffslust und Spielfreude im Gepäck, samt und sonders ohne Ausfälle oder Ermüdungserscheinungen und mit einem Sound ausgestattet, der eine/n gnadenlos an die Wand nagelt. Hinzu kommen die berühmt-berüchtigten Doublevokills, gezielt eingesetzte Grooveparts und auch ans Reinbringen des vor Monotonie schützenden Mindestmaßes an Anwechslung wurde gedacht. Und selbst wenn spiellängentechnisch dann und wann mal etwas über die Stränge geschlagen wird, so wie das z.B. bei "Child Victims" der Fall ist, gibt es volle Kanne was aufs Maul. Bei alledem kommt in textlicher Hinsicht der Humor mal wieder nicht zu kurz, wobei man sich allerdings auch wieder mit ernsthafteren Thematiken auseinandersetzt. Fazit: Na bitte, es geht doch! Wer/welche (wie ich) diese polnische Grindinstitution schon (fast) abgeschrieben hatte, der/die kann sich ein Tracht (Ge)Prügel abholen, die sich gewaschen hat! Nicht mal vor ungestümen Jungspunden und viel versprechenden Hoffungsträgern brauchen sich die SQUASH BOWELS (von der Live-Performance mal abgesehen) mit "Grindvirus" in der Hinterhand zu verstecken. Dabei haben sie das Rad garantiert nicht neu erfunden, sondern sich lediglich auf ihre alten Stärken besonnen und die treffsicher in Szene gesetzt. Ich hoffe auf weitere Grindviren! [Willowtip, www.willowtip.com] Gerste

V/A - Grind Madness At The BBC - The Earache Peel Sessions -3xCd
Na wenn bei dem Titel nicht alles (und ich meine A-L-L-E-S!) klar ist, dann kann ich Euch auch nicht weiter helfen! Freaks wissen natürlich Bescheid, haben Tränen in den Augen und diese Packung evtl. schon im Schrank stehen. Wer/welche von dem Begriff "Peel Sessions" jedoch noch nie was gehört hat, der/die sollte ganz dringend seine/ihre Hausaufgaben machen und dann wiederkommen oder für immer schweigen! Doch sei's drum. Verteilt auf insgesamt 3 Cd's gibt's eine 118 Songs umfassende Vollbedienung aus längst vergangenen und ohne Zweifel glorreichen Tagen. Obwohl ich von Earache Records an sich nicht viel halte (eine Einstellung, die (ganz beiläufig erwähnt) auch diverse Bands, die sich hier so tummeln, mit mir teilen!), bereits vor dem Erwerb dieses Monsterpakets so einige (aber eben nicht alle) der hier vertretenen Peel Session meine Plattensammlung bevölkerten und ich die Bezeichnung "The Earache Peel Sessions" schlichtweg für eine verdammte Frechheit halte (es gab nie "Earache Peel Sessions" im eigentlichen Sinne, ein paar der von John Peel (R.I.P.) damals auserkorenen Combos (eben diese hier) waren halt bei Earache unter Vertrag und mehr nicht!) musste ich einfach zuschlagen. Selten war der Begriff "Hitdichte" angebrachter, selten hatten die Aufnahmen dieser sich im Zenit (bzw. kurz davor) ihres Schaffens befindlichen Bands einen besseren Sound und noch niemals zuvor waren die gesammelten Peel Sessions-Werke der frühen Earache-Legenden im Verbund erhältlich. Also mir haben diese schlagkräftigen Argumente ausgereicht, um das Gerät (Klappcover-Digipack, scheißgeiles Layout) zu ordern. Zur Sache: Auf Cd 1 gibt's gleich die Megaklatsche vor dem Herrn! NAPALM DEATH und EXTREME NOISE TERROR treten an, um kurz und klein zu hacken. Absoluter Mördersound und Hits (u.a. "The Kill", "Deceiver", "Life?", "Unchallenged Hate", "Suffer The Children"…von NAPALM DEATH und "Another Nail In The Coffin", "False Profit", "Conned Through Life", "Murder"… von E.N.T.) am laufenden Band - einfach Wahnsinn und essentieller Stoff für Knüppelfanatiker/innen, da brauchen wir nicht zu diskutieren! Genauso kultig geht's dann auf der 2. Cd weiter, die von CARCASS (erklärte Faves von John Peels übrigens, "Reek Of Putrefaction" kürte er seinerzeit zum "Album des Jahres"!) und BOLT THROWER beackert wird. Belauschen kann man u.a. "Crepitating Bowel Erosion", "Cadaveric Incubator Of Endo Parasites" oder "Exhume To Consume" (CARCASS) und "Forgotten Existence", "Realm Of Chaos" oder "Warmaster"... (BOLT TROWER) - aaarrrgggghhhh! Last but not least hätten wir da noch Cd 3 auf der (wie sollte es auch anders sein?) ebenfalls mächtig die Post abgeht! Den Anfang machen hier die damals noch monströsen GODFLESH mit "Tiny Tears", "Wound (Not Wound)", "Pulp" und der "Streetcleaner"-Abrissbirne "Like Rats". Danach UNSEEN TERROR (YEAH!!!), die u.a. "Incompatible", "Burned Beyond Recognition" und "Strong Enough To Change"… runterrattern - ein Gedicht! Die allseits bekannten UK Knüppelcore-Götter HERESY lassen sich ebenfalls nicht lumpen und geben mächtig Gas ("Flowers In Concrete", "Sick Of Stupidity", "Consume", "Face Up To It" u.v.a.). Da bleibt kein Auge trocken! Last but not least dann noch die leider unterbewerteten INTENSE DEGREE mit "Hangin' On", "Skate-Bored", "Daydreams" u.a. Smashern, die das Herz von HC-Thrashern höher schlagen lassen. Zwar ist auf "Grind Madness At The BBC" nicht wirklich alles "Grind" was da glänzt, aber rumheulen muss man deswegen nicht und wenn auf der (offiziellen?) MySpace-Infoseite www.myspace.com/grindmadness (wo es noch ein paar (leider nicht gerade üppig ausgefallene) Infos zum Sampler und die komplette Trackliste zu bestaunen gibt) von "groundbreaking radio sessions" die Rede ist, dann ist das auf gar keinen Fall übertrieben! Anmerken muss ich außerdem, dass es sich einige der hier vertretenen Herden damals im Maida Vale-Studiokomplex der BBC (auf dem Sender gingen die Peel Sessions damals on air und Earache haben sicher eine hübsche Stange Kohle locker machen müssen, damit "Grind Madness At The BBC" von ihnen veröffentlicht werden durfte…) nicht nehmen ließen, neben ihren Eigenkompositionen auch ein paar Covers einzutrümmern. NAPALM DEATH beispielsweise prügelten sich durch SIEGE's "Walls" und diverse S.O.B.-Granaten, wohingegen EXTREME NOISE TERROR "I Am A Bloody Fool" von den COCKNEY REJECTS zerstörten und UNSEEN TERROR "It's My Life" von SICK OF IT ALL einebneten. Selbstverständlich ist das ganze Zeugs (da Teil der Sessions) hier auch mit am Start. Die Aufmachung/Verpackung des Ganzen ist (wie gesagt) der Hammer! Bezüglich des Infogehalts des Booklets muss ich allerdings herummosern! Zwar erfährt man, wann das ganze Getrümmer aufgenommen und erstmalig bei der BBC ausgestrahlt wurde, doch dann ist auch schon Ritze. Null Infos zu den Line-Ups o.ä.. Stattdessen plaudert Mick Harris (ehemals NAPALM DEATH, E.N.T. und UNSEEN TERROR) in einem Interview aus dem Nähkästchen. Das ist zwar ganz nett, teils auch informativ und unterhaltsamem, aber hey!: Da hätte einfach mal mehr drin sein können, ja müssen! Bleibt abzuwarten, ob dieses Package auch auf Vinyl erscheint (nichts ist unmöglich…) und ob Earache damit einen Trend losgetreten haben und es dann vielleicht irgendwann mal heißt "Grind Madness At The BBC - The Peaceville Peel Sessions"…oder so. Man darf also gespannt sein. [Earache, www.earache.com] Gerste