[ REVIEWS ]

Hier stehen alle aktuellen Reviews die nur online zu finden sind

 

AXT / BLUTHUF - Split -7"
Ich hätte nicht gedacht, dass das Jahr 2012 (zumindest was den antimusikalischen Senf betrifft) so gut anfängt! Recht erstaunt war ich, als ich vor ein paar Wochen von Roger/AXT die Info bekam, dass AXT 'ne neue Scheibe am Start haben, denn ich muss leider zugeben, dass ich die Neubrandenburger schon seit einiger Zeit aus den Augen bzw. Ohren verloren hatte. Umso mehr freut es mich, nun diese schicke EP in den Händen zu halten. Die Tatsache, dass BLUTHUF (was für ein Name!!!) auf der Flipside der Scheibe verewigt wurden, macht das Ganze umso interessanter! AXT haben sich hier mit 6 Songs breit gemacht und entfachen ein brachiales Hardcore/Punk-Gewitter vom allerfeinsten. Die Songs sind aggressiv und gelegentlichen werden Grindattacken verwurstet. Hinzu kommt ein wohl völlig angepisster Sänger, welcher die Lyrics nur so in die Massen rotzt! Einfach wunderbar und der Auftakt ist schon mal geglückt! Dann hätten wir da noch BLUTHUF, welche noch nicht allzu lang in dieser Welt voller Zombies die Bühnen rocken und hier wohl ihren ersten Release raus gehauen haben. Allerdings haben wir es hier nicht mit Unbekannten zu tun, denn diverse Members waren früher schon in Bands wie AUTORITÄR (yeah!), EGAL und LASY MAN'S LOAD aktiv. Na das hört sich ja schon mal viel versprechend an. BLUTHUF sind zwar nur mit drei Songs am Start, allerdings braucht man da auch die doppelte Zeit. Muckemäßig geht's ähnlich derbe zur Sache, wie das bei ihren Split-Mitstreitern AXT der Fall ist, inklusive fitter deutscher Texte. Meiner Meinung nach wird nicht ganz so dolle getrümmert. Vielmehr erinnert mich das Ganze irgendwie ein klein wenig an Bands wie THE NOW DENIAL und deren geniale Scheibe "The Truth Is On Fire" (zumindest war das mein erster Gedanke, als ich die Songs hörte). Ich hoffe, es wird hier noch so einiges an Material nachkommen und wer weiß, vielleicht werden wir den Jungs mal im nächsten CFMD-Printzine (jaja, dauert noch 'ne Weile…) mit einem Interview etwas genauer auf den Zahn fühlen. Weitere Infos gibt's unter www.axtsucks.net und www.bluthuf.de. Erik

GADGET - The Funeral March -Lp
"Mit diesem Knaller haben sich GADGET nun wohl endgültig in die oberste Klasse des Grindcorebereiches katapultiert und dabei Bands wie NASUM meiner Meinung nach mal ganz locker hinter sich gelassen! Diese Scheibe entfacht ein gnadenloses Grindinferno, 17 Leckerbissen in gerade mal knapp 30 Minuten, die jedem Langhaardackel ganz fix das Genick brechen können. GADGET legen keinen großen Wert auf technische Experimente, lediglich einige langsame, groovige Dampfwalzenparts und geniale Melodien wurden in den einen oder anderen Song mit eingebaut. Zum Luft holen bleibt also nicht viel Zeit - gut so! Definitiv eine der besten Grindscheiben 2006!" - Dieses Geschreibsel ließ der Herr CFMD-Webmaster vor nunmehr 6 Jahren bzgl. der zweiten GADGET-Full Length vom Stapel, die damals via Relapse Records lediglich auf CD herauskam. Anno 2012 gibt's Dank 7Degrees Records dieses Meisterwerk neuzeitlich-innovativen, abwechslungsreichen, technisch ausgefeilten und dennoch voll nach vorne losgehenden, niemals frickelig wirkenden Grindcores nun endlich auch auf Vinyl! Diese frohe Botschaft dürfte nicht wenigen Grindern und Grinderinnen ein seliges Lächeln ins Gesicht zaubern, denn Scheiben wie diese gehören einfach mal auf Platte gepresst, basta! Bonusmaterial oder dergleichen gibt's nicht vor den Latz geknallt. Dafür wurden die 17 Songs einer soundtechnischen Nachbesserung unterzogen. Ok, das Re-Mastering hätte von mir aus jetzt nicht unbedingt sein müssen, denn der Sound des Silberlings war für meinen Geschmack alles andere als schwachbrüstig. Aber warum nicht? Krachen tut's auf alle Fälle gar mächtig im Gebälk, wenn der meisterlich in Szene gesetzte "Trauermarsch" läuft. Zudem ist die Aufmachung mit ihrem inside-out printed Gatefold-Sleeve (7Degrees Records - dieser Name bürgt eben für Qualität!) allererste Sahne und lässt eigentlich keine Wünsche offen! Ungewöhnlicherweise kommt die reguläre Version in rotem Vinyl daher, die limitierten Editionen hingegen in schwarz (100 Stück) und weiß (200 Stück). Also ranhalten! Zur Mucke selbst muss wohl nicht viel gesagt werden, denn zum einen dürfte sie bestens bekannt sein und zum anderen ist sie eh über jeden Zweifel erhaben und bläst auch heutzutage noch so ziemlich alles im modern und innovativ ausgelegten Grindsektor weg! Übrigens: In den letzten Jahren haben sich die schwedischen Ballermänner (wenn man mal von der für meine Begriffe nicht 100%ig zündenden Split mit PHOBIA und diversen Liveauftritten absieht) verdammt rar gemacht. Für 2012 ist, wenn ich richtig informiert bin, allerdings ein neues GADGET-Album angekündigt und ja, dieses neues Machwerk wird sich nicht zuletzt auch an ihrem bisherigen Meisterwerk "The Funeral March" messen lassen müssen! Na schauen wir mal. Last but not least: Uneingeschränkte Anschaffungsempfehlung für diesen Hammer! [veröffentlicht via 7Degreees Records, www.myspace.com/7degreesrecords / Bandkontakt: www.gadgetgrindcore.com] Gerste

INFECTED BRAIN - Deconstructive Surgery -Cd
Nach der "Hate One"-MCD aus dem Jahre 2000, dem 2006er Debütalbum "Infected Brain", der 2008er Full Length "II" und der 2009 als Gratis-Download veröffentlichten "Blood-Soaked"-EP schlugen die in Sachsen-Anhalt beheimateten Death Metal-Schergen INFECTED BRAIN Anfang November 2011 erneut zu und brachten in Eigenregie ihr neues Album "Deconstructive Surgery" heraus. Drummer Carsten war so freundlich, mir das Teil, dessen Coverartwork zum Albumtitel passt, wie der Arsch auf den Eimer, zukommen zu lassen. Wer/welche mit der "Blood-Soaked Retribution"-EP vertraut ist, der/die weiß, dass es dort in Form des Titeltracks ja bereits einen Vorgeschmack auf das gab, was da so auf eine/n zukommen sollte. Und in der Tat kann im Nachhinein betrachtet behauptet werden, dass besagter Track (heuer als zweiter Song der Scheibe noch mal mit im Gepäck und natürlich nach wie vor ein Burner!), bei dem sich nackte Brutalität und technisches Feingefühl gekonnte die Waage halten, die Marschrichtung vorgegeben hat. Erneut haben die Jungs den nicht einfach mal so nebenbei zu meisternden Spagat zwischen gnadenlosem Gemetzel, ausgefeilter Spieltechnik und songwriterischen Extravaganzen (wie sich Peter bei seinem Review der "II"-CD seinerzeit auszudrücken beliebte) hinbekommen. Respekt! Obwohl es geschwindigkeitstechnisch nach wie vor regelmäßig voll zur Sache geht und sich die Blastattacken bei so manchem Track nur so die Klinke in die Hand geben, überkommt eine/n hier niemals das Gefühl, als ob da jemand hirn- und ideenlos bolzt. Trotz dass das Material durchaus technisch angelegt ist, so bleibt es doch stets nachvollziehbar, klingt niemals zu verspielt und man muss nicht selbst Musiker/in sein, um daran Gefallen zu finden. Als Salz in der Suppe entpuppen sich einmal mehr die sehr coolen Midtempo-Grooves mit jeder Menge Crunch und Wucht im Gepäck und Sänger Torsten macht mit seinen kraftvollen, sehr tiefen und dennoch relativ verständlich klingenden Vokills keine Gefangenen. Gut platzierte Samples, überraschend melodische Einschübe wie etwa bei "A Sea Of Blood", das Instrumental "Collateral Homicide" und der langsame, mörderisch walzende Rausschmeißer "Dahmer" sorgen zusätzlich für Abwechslung. Sehr geil ist außerdem, dass man bei INFECTED BRAIN von Slam-Scheiße, ultragutturalem Frognoisegerülpse und ähnlich gearteten Zutaten brutalen Death Metals der neuen Schule gänzlich verschont bleibt und stattdessen ein fast schon als "old schoolig" zu bezeichnender Einschlag herauszuhören ist, der mich persönlich ein ums andere Mal an ältere Glanztaten von Bands wie CANNIBAL CORPSE oder SUFFOCATION erinnert. Obwohl mir hier ein echter "Hit" (wenn ich das mal so sagen darf) im Stile von "Hammer Smashed Face" oder "Infecting The Crypts" fehlt, so bleibt mir doch nichts anderes übrig, als zu tippen: Jawoll, so sollte Brutal Death Metal klingen! Dass die Band nach eigenen Angaben ihrer Idealvorstellung bzgl. des Sounds dieses Mal sehr nahe gekommen ist, will ich gerne glauben, denn so druckvoll wie auf "Deconstructive Surgery" klangen INFECTED BRAIN bisher noch nie. Dass es textlich nicht gerade blutarm zur Sache geht, dürfte klar sein. Tod, Krieg und Apokalypse mussten als Themen ebenso herhalten, wobei auch wieder diverse in deutscher Sprache verfasste Lyrics mit am Start sind. Ich empfehle die Beschäftigung mit "Verbrannte Erde" und vor allem "Ultima Ratio". Letztgenannter Text ist übrigens mein absoluter Favorit und würde am Ende gar einer Band wie AUDIO KOLLAPS gut zu Gesicht stehen (und das nicht nur des Titels wegen, höhö!). Beenden will ich das Review mit einem Zitat eines Kollegen der schreibenden Zunft, welches gleichzeitig als Fazit fungieren soll: "Wer auf brutalen und technischen Death Metal abfährt, der sollte sich das Teil unbedingt zulegen. Leckeres Album!". Sag' ich doch, Daumen hoch für INFECTED BRAIN. [Eigenproduktion, Bandkontakt: www.infectedbrain.de] Gerste

WAKE - Leeches -Lp
Zusammen mit GADGET's nun endlich auch auf Vinyl erhältlicher Vollbedienung "The Funeral March" trudelte vor kurzem noch eine Granate aus dem Hause 7Degrees Records bei mir ein. Die Rede ist vom mit grau/schwarz marmorierten Vinyl ausgestattetem (für die Nerds: die Limited Edition umfasst 77mal Clear Vinyl), schlicht aber ergreifend aufgemachtem und mit einem sehr geilen Frontcover versehenem Debütlongplayer der kanadischen Kapelle WAKE, die mir bis dato völlig unbekannt war, in Szenekreisen allerdings schon mit der "Surrounded By Human Filth" betitelten 7" für Aufsehen sorgte. Außerdem erspielten sich WAKE mit diversen Nordamerika-Touraktivitäten einen guten Ruf und ich will doch mal schwer drauf hoffen, dass es die Kanadier irgendwann auch mal auf hiesige Bühnen verschlägt, denn wenn sie live auch nur annähernd so energiegeladen losberserkern, wie sie das auf Platte tun, dann ist definitiv Abgang pur angesagt! Insgesamt 14 Patronen haben WAKE auf "Leeches" im Magazin und so ziemlich jeder ihrer Schüsse entpuppt sich als tödlicher Headshot. Der Opener "Vice" wirkt noch ein bisschen sperrig und stellt irgendwie die angespannte Ruhe vor dem Sturm dar. Dieser bricht in Form des nachfolgenden Tracks "Cult Of War" los und reißt alles mit sich ins Verderben. Grindiger HC steht auf dem Programm, durchgängig geknüppelt wird allerdings nicht. Dies ist der Abwechslung natürlich ungemein zuträglich und beugt Verschleißerscheinungen vor. Rasende Blastbeat-Attacken und feiste Doublebass-Einsätze kommen gut dosiert bzw. gezielt zur Anwendung und bilden zusammen mit brutalen HC/Knüppelcore-Ausbrüchen, crustigen Versatzstücken, ein paar melodischen Einschüben, diversen Sludge-beeinflussten Midtempo-Plattwalzparts und sehr wütender Vokalakrobatik einen massiven Soundwall, den kein Geringerer als Mr. Scott Hull himself gemixt/gemastert und mit einem leicht metallischen Einschlag angereichert hat. Zwar ist der von WAKE dargebotene Stilmix jetzt nicht unbedingt brandneu, wohl aber klingt er absolut erfrischend und hat Biss und Power ohne Ende. Na und darauf kommt's doch letztendlich an, oder? Außerdem haben die Jungs was zu sagen und weit mehr auf den Kasten, als bloße Phrasendrescherei oder das Verfassen von knackigen Dreizeilern, weshalb das Textblatt nicht nur schmückendes Beiwerk ist. Ein durch und durch gelungenes Debütalbum also. Bitte genau so weitermachen! [veröffentlicht via 7Degreees Records, www.myspace.com/7degreesrecords / Bandkontakt: www.wakegrind.com] Gerste