[ REVIEWS ]

Hier stehen alle aktuellen Reviews die nur online zu finden sind

 

SPECIAL

 

ACCION MUTANTE - Worse Than A Virus -Cd
Die aus waschechten ACCION MUTANTE-Fans bestehende CFMD-Chefetage fieberte der ersten Full Length des süddeutschen Crustcore-Urgesteins voller Sehnsucht entgegen, fand das Endergebnis dann allerdings etwas ernüchternd, bevorzugt nach eigenen Angaben die alten EP's/Splits und reichte daher die CD mit der Bitte um eine Besprechung an mich weiter. Kein Problem, mache ich doch glatt und sogar gerne, denn mir gefällt die CD. Was momentan so im Crustbereich abgeht und angesagt ist, das weiß ich ehrlich gesagt nicht und mit ACCION MUTANTE habe ich mich bisher ebenfalls noch nicht wirklich intensiv auseinandergesetzt. Alte Klassiker von EXTREME NOISE TERROR, DISRUPT, DOOM und DESTROY! habe ich allerdings schon in der Sammlung stehen. An die reicht "Worse Than A Virus" zwar nicht heran, dennoch werden mehr als nur einmal Erinnerungen wach, denn ACCION MUTANTE zelebrieren ihren D-Beat Crust in ziemlicher Vollendung. Passend zum äußerst menschenfreundlichen/lebensbejahenden Albumtitel und Frontcover wird das "Goodnight Mankind"-Wohlfühlprogramm mit einem Sample aus "Matrix" eingeleitet. Agent Smith und seine friedensnobelpreisverdächtige Sicht der Dinge in Sachen Menschheit und so, dürfte ja bekannt sein. Danach gibt's auf die Fresse. Mörderische Brüllduelle und die üblichen Texte, mal in Englisch und mal in Deutsch und insgesamt besser/tiefgründiger als erwartet, inklusive. 17mal Getöse - sicherlich ein Fest für die Crustgemeinde. Grinder und sogar open-minded Metalheads, die die härtere Gangart bevorzugen, könnten daran allerdings auch Gefallen finden, denn ACCION MUTANTE können auch gut grinden ("No", "Do It Again") und ein gewisser Metaltouch schwingt sowieso immer mit. Abwechslung ist ebenfalls vorhanden. Dennoch kommen ein paar Längen auf und das wundert mich nicht. Schließlich sind knapp 40 Minuten Total Running Time für Crustcoreverhältnisse geradezu episch und ich rede von Crustcore und nicht von dem Zeugs, was solche überbewerteten "Neocrust"-Schlaffies wie etwa TRAGEDY vom Stapel lassen. Weniger ist eben doch manchmal mehr und 5 bis 10 Minuten weniger hätten es vielleicht auch getan. Ansonsten habe ich keine Beanstandungen. [veröffentlicht via Power It Up, www.power-it-up.de (in Zusammenarbeit mit Give Praise Records) / Bandkontakt: http://accion-mutante.com] Morbo

BRINK OF DESPAIR - Rooted In Dust -Lp
Glaubt man Trümmer Pogo (was ich natürlich tue!), so haben die Arbeiten an dieser Langrille doch so einiges an Zeit verschlungen, weshalb sich die Veröffentlichung hinauszögerte. Wie dem auch sei, die Warterei hat sich auf alle Fälle gelohnt und eigentlich besteht schon allein wegen des fantastischen Artworks und des sehr aufwendig gestalteten Faltcovers äußerste Anschaffungspflicht! Das Auge hört bekanntlich mit;). Mucketechnisch geht bei der Kapelle aus dem Raum Neugersdorf/Leipzig/Eisenberg allerdings auch so einiges. Die Bandmitglieder, die u.a. schon Erfahrungen in Bands wie FAZED, LETHARGIE, CONFESSED CRIME oder den großartigen S.O.L. (ich erinnere nur mal an deren geile Split-LP mit PACK!) sammelten, wissen genau, wie man es ordentlich krachen lässt. BRINK OF DESPAIR sind allerdings nicht angetreten, um irgendwelche Geschwindigkeitsrekorde zu brechen, sondern setzen eher auf den guten alten Plattwalzfaktor. Mit einer Menge Druck vorgetragener, soundtechnisch dick in Szene gesetzter, apokalyptisch-düsterer Metalcrust (jetzt nicht im Sinne von klassischem Stenchcore oder so, sondern eher up-to-date - bloß damit keine Missverständnisse aufkommen…) mit kehlig-heiseren (Double)Vokills bestimmt das Geschehen auf "Rooted In Dust". Dazu wird die Chose immer wieder mit schönen Melodielinien durchzogen und BRINK OF DESPAIR schrecken außerdem nicht davor zurück, auch mal ordentlich loszurocken, was der Abwechslung sehr zugute kommt. Außerdem cool und so von mir jetzt nicht direkt erwartet: Bei der Gitarrenfraktion besteht offensichtlich ein Faible für SLAYER. Hört euch nur mal "Open Your Mind", den letzten Song der A-Seite, an. Also wenn beim Riffing da nicht die Totschläger aus L.A. Pate gestanden haben, dann weiß ich auch nicht weiter… Abgerundet wird der positive Gesamteindruck der LP von lesenswerten Texten. Ein rundum gelungenes Vinyldebüt also, an dem es nichts auszusetzen gibt. [veröffentlicht via Trümmer Pogo, www.truemmer-pogo.de.vu (in Zusammenarbeit mit SM Musik, Subcult Records und Rinderherz Records) / Bandkontakt: www.brinkofdespair.de] Gerste

CHAOSFRONT - Schädelschraube -Lp
"Schädelschraube", eingetrümmert im März 2012 und veröffentlicht in 2013, markiert nach dem (vorläufigen) Ende von CHAOSFRONT im Jahre 2005 die glorreiche Rückkehr der Band aus dem Westerwald. Welcome back, Jungs! Wie dem auch sei, würden alle Comeback-Scheiben so dermaßen krachen im Gebälk und würde bei allen reformierten Bands das Feuer vergangener Tage dabei so dermaßen intensiv lodern, wie das hier der Fall ist, dann würde ich dem Thema "Reunions" bestimmt nicht so skeptisch gegenüberstehen. "Schädelschraube" ist ein vertonter Tritt in die Fresse und die mehrere Jahre andauernde Auszeit, sowie das Drehen des Besetzungskarussells, scheinen der Kapelle sehr gut bekommen zu sein. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass die LP mit zum Heftigsten gehört, was CHAOSFRONT bislang so fabriziert haben. Mit massig Spielfreude in den Backen und ganz offensichtlich noch immer jeder Menge Wut im Bauch wurden 9 deutschsprachige Songs eingeprügelt und -gebrüllt, die in Sachen Mucke (meist brutaler, crustig-knüppeliger HC/Punk, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen-doch dazu kommen wir noch) und Texte (wieder alles andere als unpolitisch und nach wie vor (da wiederhole ich mich gerne, siehe Review der "Abschiedz"-EP) keine ausgelutschten Parolen, keine Klischees, kein "die Welt ist ja soooo schlecht"-Geheule und kein Geprolle!) keine Fragen offen lassen. Dass sich an der Einstellung von CHAOSFRONT zu Punk und Politik nichts geändert hat, kommt nicht nur textlich rüber, sondern wird auch anhand des auf dem Textblatt abgedruckten Statements verdeutlicht. Außerdem kommentiert man dort noch die großen "W's" (wie, wer, was, warum…) der Reunion. Soviel dazu. Zum Schluss noch mal was zur Mucke: Mit dem Song "Gott", der stilistisch irgendwie aus dem Rahmen fällt (eher so düsterer Wavepunk, allerdings mit dem typischen CHAOSFRONT-Gesang ausgestattet), hat man einen totalen Hit aufgefahren! Ob das Teil eine Eigenkomposition oder eine Coverversion ist, kann ich nicht mit 100%er Sicherheit sagen (allerdings wird sich artig bei "Bleibende Schäden" bedankt). Letztendlich ist's egal. Auf alle Fälle besteht Ancheckungspflicht und das trifft auf "Schädelschraube" generell zu! D.I.Y. HC/Punk is not dead! [veröffentlicht via Trümmer Pogo, www.truemmer-pogo.de.vu (in Zusammenarbeit mit Arschkarte Records und Frontcore Records) / Bandkontakt: www.chaosfront.eu] Gerste

EMBALMING THEATRE - Unamused Rancid Flesh -Cd
Waaassssss? Das Album kam schon 2010 raus und wurde bisher immer noch nicht im CFMD besprochen? Na dann wird es aber allerhöchste Zeit, dass Morbo sich der Sache mal annimmt! Auch auf "Unamused Rancid Flesh" nehmen einen die Schweizer wieder auf eine kleine Reise in die musikalischen Untiefen mit. Die Sickos drehen das Rad der Zeit zurück bis ca. 1989/1990, als sich Truppen wie PUNGENT STENCH, NECRONY, DISHARMONIC ORCHESTRA oder EMBALMING THEATRE's Landsmänner EXULCERATION im Underground anschickten, den bisher bekannten Spielarten extremer Musik ein gehöriges Facelifting zu verpassen, indem sie völlig unbekümmert Grindcore und Death Metal miteinander verbanden. Über das, was dabei herauskam, brauchen wir nicht zu diskutieren. Es war neu, es war geil und es hatte Stil. Nicht zu Unrecht wird es heute als Kult bezeichnet und das ist es trotz aller Überbeanspruchung dieses Begriffes auch. EMBALMING THEATRE haben das Erbe der genannten Grind/Death-Pioniere erfolgreich angetreten und diese CD ist ein weiterer Beweis dafür. Freilich hat sich beim Sound im Laufe der Zeit so einiges getan, weshalb "Unamused Rancid Flesh" vergleichsweise fett aus den Boxen quillt. Das Feeling längst vergangener Tage ist allerdings präsenter denn je. Die stets simpel aber nicht primitiv gestalteten Songs sind alle gut abgehangen, äußerst catchy und gehen eigentlich sofort ins Ohr. Vorangetrieben werden sie von punkigem Riffing und dem üblichen Blutgurgelgesang. Wenn mal nicht mit Hochgeschwindigkeit vorangehastet wird, schwingen EMBALMING THEATRE behände die Groovekeule oder schleppen ihre Leichen langsam und genüsslich Stufe für Stufe die Kellertreppe runter. Das bringt Abwechslung rein und macht die Angelegenheit umso kranker und abgefuckter. Mit "Scream, Suffer, Die" von DRILLER KILLER, von der CFMD-Chefetage sicher mit einiger Begeisterung zur Kenntnis genommen, und "Zombie Apocalypse" von MORTICIAN sind dann noch 2 tolle Coverversionen dabei, die sich nahtlos einfügen, da im ureigenen Stil intoniert. Worum es sich textlich bei EMBALMING THEATRE dreht, muss glaube ich nicht noch mal durchgekaut werden. Das dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Wer die Schweizer bisher immer mochte, hat "Unamused Rancid Flesh" bestimmt schon längst im Schrank stehen. Wenn nicht, dann sollte das nachgeholt werden. Einsteiger machen mit dem Erwerb ebenfalls keinen Fehler. Starkes Album. [veröffentlicht via Power It Up, www.power-it-up.de / Bandkontakt: www.embalmingtheatre.ch] Morbo

ENTRAILS MASSACRE - Decline Of Our Century -11"/Cd
Schon letztes Jahr nach einer gefühlten Ewigkeit ohne neues Material erschienen, muss dieser Kracher hier und heute dringendst mal Erwähnung finden! ENTRAILS MASSACRE sind schon ewig am Start und fester, einfach nicht wegzudenkender Bestandteil der Knüppelszene in Doofland. Über ihre Qualitäten braucht man nicht zu diskutieren. Ich habe sie immer gemocht. Mit ihrem Grindcore/Powerviolence/Fastcore-Gemisch brachten sie mich immer wieder um den Verstand und das sowohl auf Platte, als auch bei ihren energiegeladenen Gigs. Mit "Decline Of Our Century" gibt's nun ENDLICH wieder mal ein volles ENTRAILS MASSACRE-Scheibchen. Mit ganzen 20 Attacken (auf CD sogar 28, da Bonustracks) hacken die Nordlichter alles kurz und klein. Innerhalb von Sekunden befindet man sich in einem wahren Geschwindigkeitsrausch der Extraklasse. Einfach Wahnsinn, mit welcher Intensität da mal wieder geknüppelt wird! Ein bisschen technischer und vertrackter als früher geht es zur Sache, ansonsten hat sich eigentlich nichts geändert. Danilos Gesang ist wieder von der derbsten Sorte und kommt jetzt tatsächlich noch ein ganzes Stück fieser rüber! Die Soundqualität kann ich ruhigen Gewissens als fett bezeichnen und Jasper Swerts von Infested Arts hat beim Artwork ganze Arbeit geleistet. Coverversionenfanatikern wie Gerste geht beim THREATENER-Cover "Isolation King" garantiert einer ab und wer die CD bevorzugt, bekommt sogar noch Nachschlag in Form von "I See Lies" (NASUM) und "Bleeding Peptic Ulcer" (REGURGITATE), wobei die 8 CD-Bonussongs von den Vinyl-Splits mit PROLETAR und MESRINE stammen. Grindfanatiker kommen an "Decline Of Out Century" garantiert nicht vorbei! [veröffentlicht via Power It Up, www.power-it-up.de / Bandkontakt: www.facebook.com/entrailsmassacre] Erik

GO FILTH GO - 5 Tracks Noise -7"
"Die neuen DISCLOSE aus Griechenland, sage ich bei der Band immer. Ein Wahnsinns Gebretter, die knüppeln alles nieder!" gibt Trümmer Pogo-Prelle bezüglich dieser 7" zu Protokoll und liegt damit (mal wieder) goldrichtig! Hier regiert, ganz wie man es von dieser griechischen Formation gewöhnt ist, ein völlig kompromissloses D-Beat/Raw Punk-Massaker mit maximaler Distortion. Auf ihren bisher erschienen Split-EPs ließen GO FILTH GO ihre "partners in crime" ELECTRIC FUNERAL und BESTHÖVEN vergleichsweise blass aussehen und das will bei diesen ebenfalls nicht gerade zimperlich zur Tat schreitenden Herden echt was heißen! Und auch heuer sollte sich so ziemlich alles, was in Genrekreisen Rang und Namen hat (bzw. sich das einbildet, hehe!), verdammt warm anziehen, denn die 5 Granaten auf dieser ausschließlich von GO FILTH GO beackerten 7" weisen einen Großteil der Kolleginnen und Kollegen ganz klar in die Schranken, wobei der DISCLOSE-Vergleich mal wieder passt, wie der Arsch auf den Eimer. Was für ein Massaker! In Sachen Aufmachung (Antikriegscollagencover, logischerweise in schwarz/weiß) und in textlicher Hinsicht (DISCHARGE und Co. lassen herzlich grüßen) gibt's ebenfalls keinerlei Kompromisse, so dass eigentlich 100%ig klar sein dürfte, was eine/n hier erwartet. In diesem Sinne: Arrggghhhh! [veröffentlicht via Trümmer Pogo, www.truemmer-pogo.de.vu (in Zusammenarbeit mit Rawmantic Disasters und Crucificados) / Bandkontakt: www.gofilthgo.blogspot.com] Gerste

NOISEAR / DEPARTMENT OF CORRECTION - Split -Mcd
No slow, all go! 20 markerschütternde Eruptionen in gerade mal einer Viertelstunde sprechen eine eindeutige Sprache. Also genau das richtige Futter für Speedfreaks und Blastjunkies. Aber Vorsicht! Ein gewisses Faible für Stress, Hektik und Chaos sowie die eher moderne und technische Herangehensweise an den Grind sollte neben einer ausgeprägten Liebe für Geschwindigkeit schon vorhanden sein, um mit diesem Silberling rundum glücklich zu werden. Doch der Reihe nach. NOISEAR, die Techgrind-Veteranen aus New Mexico, sind schon eine halbe Ewigkeit dabei (seit 1996 um genau zu sein) und dürften durch zahlreiche Splits (u.a. mit PARADE OF THE LIFELESS, REGURGITATE, MAGNICIDE oder THE ARSON PROJECT) und Alben wie "Red Tape Agenda", "Pyroclastic Annhiallation", "Subvert The Dominant Paradigm" oder "Turbulent Resurgence" bestens bekannt sein. In all den Jahren haben sie nix verlernt (ganz im Gegenteil!) und ballern noch immer los, dass die Heide nur so wackelt! Ihre Beiträge zu dieser Split-MCD bilden da keine Ausnahme. Im patentierten DISCORDANCE AXIS meets ASSÜCK-Stil wird ganz gepflegt alles zu Kleinholz verarbeitet, was vergessen hat sich in Sicherheit zu bringen. 9 Highspeed Weirdo-Attacken, die mit angenehm old schooligen Ausbrüchen und abrupten, tonnenschweren Bremsmanövern (check out "Cease Existence", ein Killer!) kollidieren. Alles immer schön durchgeknallt und trotzdem noch nachvollziehbar. Herrlich! So mag ich meine Portion Techgrind. Dazu wird auch gesanglich mächtig Dampf abgelassen, wobei NOISEAR textlich nicht gerade die "happy go lucky"-Schiene fahren. Uncompromising sociopolitical grindcore insanity as fuck! Danach treten DEPARTMENT OF CORRECTION mit ihrem antimusikalischen, 11 Songs umfassenden Vernichtungsschlag an. Um es gleich mal klipp und klar zu sagen: Sie sind mein neuer Stern am französischen Grindhimmel! Meine Fresse, was für ein Brett! Die hauen echt alles zu Klump. Warum hatte ich die nicht schon eher auf dem Schirm? Gespielt wird ausschließlich nach vorn losgehender, technisch-progressiv ausgerichteter up-to-date Grindcore, beeinflusst von alten Klassikern des Grindmetiers (ja genau, die "üblichen Verdächtigen") und anderen Genres so genannter "Extremmusik" (ha!). Nicht ein einziger der Songs durchbricht die magische Minutenmarke. Ok, "Tarte Gisele" steht mit 55 Sekunden kurz davor, der Rest liegt allerdings deutlich bis sehr deutlich drunter und erspart Euch den Gang zum Zahnarzt. Was bei DEPARTMENT OF CORRECTION abgeht, ist nicht so leicht in Worte zu fassen. Im Brainstormingverfahren hier mal ein paar passende Beschreibungen: schnell, extrem, hektisch, chaotisch, dissonant, vertrackt, noisig, nervenzermürbend, brutal - you know the drill! Der vertonte Wahnsinn halt. Erstaunlicherweise verlieren die Franzosen dabei den roten Faden nicht (!) aus den Augen. Auf verkopfte Strukturen wird komplett verzichtet (gut so!) und ein Song ist immer noch als Song identifizierbar. Man muss nicht Mathematik studiert haben, um damit Spazz zu haben! Und Hey, dass es tatsächlich noch einen Tick extremer und abgedrehter geht, wird auf der Split mit STRONG INTENTION unter Beweis gestellt. Dem Review werde ich mich demnächst mal widmen. Wer/welche in der Zwischenzeit mehr über DEPARTMENT OF CORRECTION erfahren möchte, der/die liest einfach mal das Online-Inti, was für mich irgendwie unabdingbar war und (passend zur Mucke, höhö!) extrem schnell, spontan und unproblematisch mit Gitarrist Florian (Merci by the way!) zustande kam. DEPARTMENT OF CORRECTION = Grindcore de qualité! [veröffentlicht via Power It Up, www.power-it-up.de / Bandkontakte: www.facebook.com/Noisear und www.facebook.com/departmentofcorrection] Gerste

OLE AND THE ORKS / BRUCH - Split -7"
Vor ein paar Jahren durfte ich bereits die Debüt-LP von OLE AND THE ORKS fürs CFMD besprechen und da mir diese Scheibe recht gut gefiel, freute es mich besonders, jetzt mit dem Review dieser Split betraut zu werden, die sich OLE AND THE ORKS mit den ebenfalls aus Dresden stammenden BRUCH teilen. Brandneu scheint das Teil ja nicht zu sein, doch von solchen Lappalien lasse ich mich nicht abhalten. Ole und seine Orks geben sich mit 3 in 2011 aufgenommenen Songs die Ehre. Sehr zu meiner Freude tun sie das ganz in der von ihrer Langspielplatte her gewohnten Manier. Erneut trifft rotziger Crustpunk auf eine ziemlich dicke Metalkante, ein paar schöne Melodien und ziemlich an den Brüllwürfel der BAFFDECKS erinnernden Gesang. Mein persönliches Highlight ist übrigens der Song "Kaputt", der im Gegensatz zu den beiden anderen, in Englisch vorgetragene Tracks mit einem deutschen Text daherkommt und bei dem Ole gesanglich von Rick Riot, Yve von den VENUSSHELLS und der BRUCH-Sängerin unterstützt wird. Also wieder alles im grünen Bereich bei OLE AND THE ORKS und dass man eine Band nicht bloß nach ihrem evtl. etwas gewöhnungsbedürftigen Namen beurteilen sollte, klang ja bereits im Review der LP an. BRUCH machen ihre Sache dann ebenfalls gut und langen zum Teil noch ein bisschen derber hin. Auch sie würde ich jetzt mal grob in die Kategorie "Crustpunk" einordnen. Allerdings sind sie nicht ganz so metallisch wie die Orks unterwegs. Mit "Wendehals" und "Heute ich, morgen du" haben BRUCH 2 ziemlich flotte und geradlinig runtergebretterte Nummern im Repertoire. So richtig Akzente setzen tun sie aber mit dem längsten und abwechslungsreichsten Song "Morpheus' tragisches Lied", der stellenweise ziemlich düster ausgefallen ist. Textlich können BRUCH ebenfalls überzeugen und richtig großes Tennis ist das aggressive Organ von Sängerin Mändossa. Diese Frau brüllt und keift alles in Grund und Boden. Gerne mehr davon. [veröffentlicht via Trümmer Pogo, www.truemmer-pogo.de.vu (in Zusammenarbeit mit Maz Records, Rawmantic Disasters, Angry Voice und Strauchdieb Records) / Bandkontakte: www.myspace.com/oleandtheorks und www.myspace.com/bruchdresden] Morbo

PROFIT AND MURDER - Extreme Dislike -10"
Bereits beim Paranoya Festival in 2013, wo PROFIT AND MURDER livehaftig zu erleben waren und für die CFMD-Veteranen (erwartungsgemäß!) zu den absoluten Abräumern zählten, verwies Prelle auf ein neues Lebenszeichen der sympathischen Herren Crustpunker aus Bremen in Form einer aufwendig verpackten 10" namens "Extreme Dislike". Leider verpeilte ich es damals total, mir ein Exemplar davon unter den Nagel zu reißen. Aber egal, denn seit kurzem bin ja nun endlich stolzer "Extreme Dislike"-Besitzer und muss sagen, dass das Gatefold-Hardcover (im 10"-Sektor eher die Ausnahme und wirklich schön anzusehen) mit grimmig dreinblickendem Schädel im Frontbereich und CRASS-styled Layout im Innenteil echt was hermacht! Die Optik ist aber bekanntlich nur die halbe Miete und was nützt die geilste Aufmachung, wenn dann bzgl. der Mucke abgeschwächelt wird? Glücklicherweise braucht man sich da bei PROFIT AND MURDER keinerlei Gedanken zu machen, denn die Bremer ziehen wieder sämtliche Register und entfachen ein wahres Inferno, welches nix weiter als eine Schneise der totalen Verwüstung hinterlässt! Bereits auf ihrer Debüt-7" und der in Sachen Gesamtspielzeit nicht gerade berauschenden LP zeigten PROFIT AND MURDER was in ihnen steckt. Auf der 10" legen sie allerdings noch ein paar Schippen an Crustkohlen nach und liefern somit auch das Glanzstück ihres bisherigen Schaffens ab. Gleich der Einstand "The Nightmare Never Ends" nagelt eine/n mit voller Wucht direkt an die Wand. Also besser haben das RAW NOISE und Konsorten in ihrer Sturm- und Drangphase auch nicht hinbekommen! 7 weitere Angriffe aufs zentrale Nervensystem folgen und die sind keinen Deut lascher als der bereits lobend hervorgehobene Opener. Also nur Hits an Bord des Bremer Schlachtschiffes, unüberhörbar befeuert von Einflüssen aus dem Sammelsurium der großen 80er Jahre UK-Crustexplosion, aber auch aus dem Bereich des klassischen Scandicrust/Käng. Trotzdem allem bewegt sich der 8Tracker stets am Puls der Zeit, was sich vor allem beim schwergewichtigen Sound bemerkbar macht. Dazu setzen PROFIT AND MURDER noch auf ein gewisses Maß an Abwechslung in Sachen Songwriting, was bei den zugegebenermaßen doch recht eng gesteckten Genregrenzen sicher nicht so einfach ist, auf "Extreme Dislike" allerdings wunderbar hinhaut. Mir bleibt zum Schluss nichts weiter übrig, als den CFMD-Erik (welcher die Jungs ja auch schon mal fürs CFMD interviewte) zu zitieren und in seinem "Mother Nature's Afterbirth" LP-Review folgendes schrieb, das auch in Bezug auf diese 10" den Nagel auf den Kopf trifft: "Alle Songs machen echt Lust auf mehr, zumal sie nicht nur musikalisch was drauf haben, sondern auch bei den Lyrics ordentlich was rüber kommt. Super Scheibe also!". Genau, sag' ich doch. Gruß nach Bremen und Dank an Prelle! [veröffentlicht via Trümmer Pogo, www.truemmer-pogo.de.vu (in Zusammenarbeit mit Hochdruck Musick, Tofu Guerilla, Wild Wild East Records, Nuclear Madness Records, Bomb-All Records und Wahnfried Records) / Bandkontakt: www.profitandmurder.net] Gerste

SOCIAL CHAOS / ATITUDE ZERO - Split -7"
Steht diese Split aussagetechnisch unter dem aufm Backcover prangenden Banner "Em Comum Contra O Fascismo Mundial!", so geht sie im antimusikalischen Bereich glattweg unter dem Motto "Ene mene Miste, es rappelt in der Kiste!" (Chorus des ATITUDE ZERO-Songs "Rappelkiste" übrigens) durch, denn hier rappelt es in der Tat ganz gewaltig in der Kiste! Den Startschuss der brasilianisch-deutschen Kooperation geben SOCIAL CHAOS mit dem Track "Lucros Sujos" ab und das tun die Jungs aus Sao Paulo, die hierzulande ja auch schon auf Tour waren, im Stile ihrer coolen, 2010 via Terrötten Records erschienen LP "Ciclo Da Traicao". Auf besagter Langrille coverten sie DOOM und live gab's (wenn ich mich da recht entsinne) die Interpretation eines alten E.N.T.-Krachers vor den Latz geknallt. Damit dürfte die von SOCIAL CHAOS eingeschlagene Marschrichtung so ungefähr klar sein. Dazu passend werden einem/r wütend heraus gebellte Vocals kredenzt, wobei einmal mehr in Landessprache herumgebrüllt wird, was wieder äußerst gut kommt! Beim zweiten Stück "Ácida Como Ácido", welches mit gut 4:30 Minuten Spielzeit recht lang ausgefallen ist, schalten die Brasilianer dann in Sachen Geschwindigkeit einen Gang zurück, gehen ansonsten aber nicht minder heftig zur Sache und haben im letzten Teil des Songs dann noch einen schönen Plattwalzpart eingebaut. Gefällt mir gut, weiter so! Auf der Flipside berserkern sich dann die mir bis dato völlig unbekannten ATITUDE ZERO aus Verden (soll wohl irgendwo bei Bremen liegen, keine Ahnung) durch 3 Abrissbirnen, die denen von SOCIAL CHAOS gar nicht mal so unähnlich sind, da auch hier die volle Breitseite in bester Tradition von Vereinen aus der alten UK Crust-Knüppelgarde abgefeuert wird. So was geht irgendwie immer, keine Frage! Sehr gut klar komme ich mit dem irgendwie extrem tief gestimmten, herrlichen dumpfen Sound und den gar finsteren Gewölbevocals (um mal nicht den Begriff "Growls" bemühen zu müssen…) von Sänger Soky. Also an diese Vocals kommt im HC-Sektor höchstens noch der Röchler von SS 20 ran. Danach kommt erst mal 'ne Weile nix und alles andere ist dann schon Death Metal, höhö! Schwerstes Kaliber jedenfalls. Dazu treffen die 3 Darbietungen ("Nazischweine", das bereits erwähnte "Rappelkiste" und "Sucht") auch textlich voll ins Schwarze. Was willst Du mehr? [veröffentlicht via Trümmer Pogo, www.truemmer-pogo.de.vu (in Zusammenarbeit mit Break The Silence und Tief in Marcellos Schuld Records) / Bandkontakte: www.myspace.com/socialchaos01 und www.myspace.com/atitudezero] Gerste

WAKE - False -Lp
So, hier ist er also, der zweite und von mir heiß und innig herbeigesehnte WAKE-Longplayer! Da das gute Stück (180 Gramm schweres Vinyl übrigens, mit schönem Gatefoldcover und gelungenem Coverartwork/Layout von Aaron Nichols + Downloadcode für alle Elektroniker/innen ausgerüstet) nun auch schon wieder eine ganze Weile draußen ist, wird's Zeit für ein Review. Nach der "Leeches"-LP und der Split-7" mit DEPHOSPHORUS erwartete ich so einiges von diesem Zerstörer aus Calgary und ich wurde nicht enttäuscht, denn WAKE sind nach wie vor über jeden Zweifel erhaben! Sobald das schwarze Gold auf dem Turntable rotiert, gibt es kein Halten mehr. Oder wie heißt es in der 7 Degrees-Beschreibung doch so schön: "An ugly cloud of bile and filth descends from the ether. Towards you. Eons of hateful condensation. An air mass of pure filth and anger...". Genau, besser hätte ich es auch nicht formulieren können;)! Machten die Kanadier auf der erwähnten Split im Prinzip da weiter, wo sie mit ihrem Debütlongplayer aufhörten, so prügeln sie heuer vehementer denn je die Scheiße aus einem/r heraus. Blast ohne Ende, technisch äußerst versiert vorgetragen und wieder mit dem bewährten Killersound von Colin Marston ausgestattet. Es knallt also an allen Ecken und Enden! Dabei knüppeln WAKE allerdings nie stumpf und blindwütig drauflos, sondern wie immer mit Köpfchen und treffsicherem Gespür für gutes Songwriting, was eine/n tatsächlich auch mit Langzeitwirkung bei der Stange hält. Aufgepeppt wird das wütende Grind-Gebräu mit diversen Elementen aus anderen Spielarten der musikalischen Zerstörung, als da wären Hardcore, Crust, Knüppelcore, Sludge und Metal. Ein paar sperrig-dissonante Parts aus der Techgrind-Ecke und vereinzelte melodische Momente/Interludes sind ebenfalls wieder mit dabei. WAKE sind ihrem Stil also im Großen und Ganzen treu geblieben (was auch auf den zähnefletschenden Gesang und die textlichen Aussagen zutrifft), bolzen dieses Mal halt nur noch einen Zahn schärfer als sonst, wogegen von meiner Seite her nichts einzuwenden ist! Anspieltipps? Abhauen! Die gibt es einfach nicht, da auf "False" jeder Schuss ein Treffer ist. Bloß an der etwas mager ausgefallenen Spielzeit muss ich herummäkeln. Ansonsten haben WAKE (wieder!) alles richtig gemacht und werden wohl bald auch mal zu meinen Interviewopfern werden. [veröffentlicht via 7Degreees Records, www.myspace.com/7degreesrecords
(in Zusammenarbeit mit Handshake Inc. was Nordamerika betrifft) / Bandkontakt: www.wakegrind.com] Gerste

WHO'S MY SAVIOUR - Wall Of Sickness -12"
Nach der glorreichen Rückkehr von CHAOSFRONT in Form ihrer "Schädelschraube"-LP, hier nun die zweite dicke Überraschung in der Kategorie "…und manchmal kommen sie wieder!"! Fuck, nie und nimmer hatte ich damit gerechnet, irgendwann noch mal mit neuem WHO'S MY SAVIOUR-Material bemustert zu werden! Doch dann rollte wie aus heiterem "Wall Of Sickness" rein. Ich war echt geplättet (und bin es immer noch!). Größere stilistische Kurskorrekturen sind auf der 12" nicht auszumachen. Viel eher ist es so, dass die 7 Songs (+ Intro) als konsequente Fortsetzung des auf dem 2007er "Glasgow Smile"-Albums eingeschlagenen Weges bezeichnet werden können und man die WHO'S MY SAVIOUR-Mucke nach wie vor kaum in irgendwelche vorgefertigten Schubladen stecken kann. Einmal mehr hat das organisierte Chaos das Zepter fest in der Hand und wer/welche open minded genug ist, sich darauf einzulassen, der/die wird sicher viel Vergnügen damit haben, zumal es nach wie vor so ist, dass man bei jedem Durchlauf etwas Neues entdecken kann und sich auch nach dem zigsten Abspielen keine Abnutzungserscheinungen breit machen. Puristen/innen und antimusikalische Scheuklappenträger/innen werden hingegen definitiv ihre Schwierigkeit beim Erklimmen des "Wall Of Sickness" haben. Also sagt nicht, ihr wäret nicht gewarnt worden! In den knapp 19 Minuten Gesamtspielzeit passiert erwartungsgemäß so einiges. Pure Raserei trifft auf (ein paar) eher ruhigere Momente und schön ausgearbeitete Harmonien/Melodien. Abgehparts kollidieren mit einer Menge Groove, massig Breaks/Dissonanzen und vielen Taktwechseln. Zeitgemäße Grindscharmützel (inklusive feister Blastbeats) vermengen sich mit HC- bzw. Post-HC-Parts, einer gehörigen Portion Metal und gelegentlichen Drone-Einsprengseln. Eingebettet ist das alles in eine dunkle (streckenweise regelrechte beklemmende) Atmosphäre, die von diversen Samples noch verstärkt wird. Hinzu kommt stets aggressive und dennoch sehr abwechslungsreiche Vokalakrobatik, die ganz weit vorn mit dabei ist und die man deshalb echt gehört haben sollte. Auf cleanen Singsang (igitt!) wird hingegen komplett verzichtet, was ich natürlich nur begrüßen kann! Von der Produktion her ist "Wall Of Sickness" ein absoluter "Wall Of Sound", der den Putz gepflegt von den Wänden bröckeln lässt. Na und dass man sich auch in Sachen Artwork/Aufmachung mal wieder voll auf die Band und 7 Degrees Records (Hallo und Thanx an Simon!) verlassen kann, ist ja wohl Ehrensache. Was für eine Monsterscheibe, was für ein Comeback (wenn man denn von einem solchen sprechen möchte) und Asche auf's Haupt all derer (inkl. meiner Wenigkeit!), die das Trio aus Rostocker/Berlin bereits so gut wie abgeschrieben hatten! Ja, manchmal kommen sie eben doch wieder… [veröffentlicht via 7 Degrees Records, www.myspace.com/7degreesrecords / Bandkontakt: http://whosmysaviour.blogspot.de] Gerste