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INFECTED BRAIN ]

Vor
kurzem durfte ich die geile neue CD "II" von INFECTED BRAIN,
einer der langgedientesten und besten Death Metal Bands des einheimischen
Untergrunds, besprechen. Gitarrist Hannes war so freundlich, mir ausführlich(!)
Rede und Antwort zu stehen. Hier das Ergebnis...Peter (Juli 2008)
1) Hallo INFECTED BRAIN, alles klar im Großraum Magdeburg? Genießt
ihr den Sommer?
Hannes:
Keine Ahnung ob die anderen den Sommer genießen. Ich für mich
kann bis jetzt nicht von Erholung sprechen und die anderen wohl auch eher
weniger. Sind in der Woche alle mit knuffen auf der Arbeit beschäftigt
und so schönes Wetter war ja im Sommer 2008 auch noch nicht. Ich
bin übrigens der einzige der nicht (mehr) aus dem Raum Magdeburg
kommt. Aber in Halle ist das mit Arbeit, Wetter und Sommergenuss auch
nicht anders. Hehe...Torsten (Vox) hat kurzfristig im August noch eine
Knie-OP vor sich, so dass auch im weiteren Verlauf des Sommers bei Ihm
wohl nix mit Erholung sein wird.
2)
Erzählt doch mal ein paar Takte zur Szene in eurer Gegend, also Bands,
Clubs etc. Gibt es so eine Art "Leuchtturm" in der Region, um
den herum sich alles abspielt?
Hannes:
Oh je, Szene
ein ganz schwieriges Thema. Im Raum Magdeburg gibt es
eigentlich überhaupt keine Szene. Man sieht zwar ein paar Metaller
hier und ein paar Hanseln da, als Szene kann man das aber nicht bezeichnen.
Auch die Besucherzahlen auf Konzerten hier in der Gegend sprechen für
sich. Letztes Jahr beim Metal Embrace in Magdeburg waren zu einem 2 Tage
Festival gerade mal eine Hand voll Leute anwesend. Und letztens als Suffocation
und Napalm Death in Magdeburg spielten, war der Club nicht mal halb gefüllt.
Es gibt einzelne lokale Bands, die nicht nur Death Metal spielen, zu denen
man guten Kontakt pflegt, aber alles in allem sieht's um Borne und Magdeburg
sehr öde aus.
Als Leuchtturm könnte man den Proberaum von Infected Brain sehen!
*lach* Zumindest kann man das beim Andrang an manchen Probe-Abenden denken...HeHeHe.
OK, das mit der Szene ist nun mal nicht zu ändern, aber ein weiteres
Problem tut sich für uns an dieser Stelle auf. Wir bekommen viele
Gigs über Bekannte und Freunde aus der Szene, wo quasi eine Hand
die andere wäscht, und man revanchiert sich mit einem Gig in unseren
Gefilden. Und damit können wir leider nicht dienen, was dem Sinn
des Gigtauschens natürlich nicht unbedingt entspricht. So mussten
wir schon einige Gigs ziehen lassen, weil wir einfach keinen Tausch anbieten
konnten. Sehr ärgerlich. Hier etwas zu organisieren kann man niemandem
anbieten, es kommt sowieso keiner.
Im Raum Halle sieht das schon sehr viel besser aus. Hier gibt es einige
Clubs und Lokalitäten und auch einige bekanntere Bands aus dem Underground
kommen von hier. (Recapture, Days of Grace)
Aber ich wohne erst seit kurzem in Halle, somit kann ich noch nicht allzu
viel erzählen. Hab erstmal mit anderen Dingen hier zu kämpfen.
:-)
3)
Die Abwanderung vor allem auch vieler junger Leute aus dem Osten Deutschlands
ist ja kein Geheimnis. Spürt ihr das als Band auch, wenn ihr z.B.
lokale Konzerte spielt? Wo in Deutschland oder außerhalb habt ihr
die besten Fans erlebt?
Hannes:
Ich habe von der Abwanderung noch nichts Konkretes gemerkt. Aus meinem
Freundeskreis hat es zwar viele von zu Hause weggezogen, aber es sind
fast alle im Osten geblieben. Was mir in meinem beruflichen Umfeld auffällt
ist, dass extrem starker Fachkräftemangel herrscht und die Unternehmen
massive Probleme haben, die Auftragsflut abzuarbeiten. Das liegt sicher
auch daran, dass so viele junge Leute aus dem Osten abgewandert sind.
Zu den lokalen Konzerten hatte ich ja oben schon etwas geschrieben. An
sich sind die Konzerte in den kleinen Clubs sehr durchwachsen besucht.
Von ganz voll bis überhaupt nichts los. Eine Gegend von "besten
Fans" konnte ich bis jetzt auch nicht feststellen, obwohl man sagen
muss, je südlicher die Gegend umso stärker der Metal! Kommt
aber auch immer auf den Abend, die Leute und den Bands an. Grundsätzlich
waren die Reaktionen auf unseren Konzerten immer positiv, egal wo wir
gespielt haben und wie viele Leute vor Ort waren.
Der beste Gig den wir je hatten, war noch im alten K17 in Berlin. Der
Laden war brechend voll und die Leute sind abgegangen wie Sau. Da merkt
man, was an der Bühne so viel Spaß macht. Ein tolles Gefühl,
wenn die Fans einem das so zurückgeben.
4)
Zur neuen Platte. An "II" fällt die gelungene Balance aus
Brutalität und technischem Anspruch auf. Ist das Songwriting in dieser
Hinsicht streng durchgeplant oder passiert es einfach?
Hannes:
Die meisten Songs entstehen am PC mit Cubase und V-Amp und werden mittlerweile
doch schon recht durchgeplant. Es wird geschaut, dass die Riffs schön
in einander übergehen und nicht zusammengeklatscht wirken und dass
alles stilmäßig gut zusammen passt. Weiter versuchen wir die
Songs so unterschiedlich wie möglich zu gestalten, sodass kein Song
mit einem anderen vergleichbar ist. Das schein uns laut den schon vorliegenden
Reviews ganz gut gelungen zu sein.
Entweder kommt Rico (Gitarre) oder ich mit einem fertigen Song. Rico und
ich sitzen des Öfteren bei Ihm und versuchen neue und/oder alte Riffs
auch am PC zu arrangieren. Oder Carsten (Drums) hat eine Idee, welche
wir im Proberaum gleich versuchen umsetzen. Manchmal sitzen wir auch zu
dritt oder zu viert und arrangieren einzelne Riffs. Das ist aber eher
selten der Fall, weil dann doch zu viele Köche den Brei verderben
und wir einfach nicht auf einen Nenner kommen. HeHe... Früher war
das noch anders. Da wurden die Riffs beim Proben arrangiert, der Song
fertig gemacht und dann aufgenommen. So hat man aber auch leider erst
hinterher festgestellt, dass das Ergebnis nicht unbedingt so war, wie
man sich das vorstellte. Aufgenommen hören und fühlen sich die
Songs oft ganz anders an, als der Eindruck einem beim Spielen vermittelt.
Die Arbeit mit dem PC erleichtert beim Songwriting vieles enorm.
Es ist schön zu hören, wenn jemand sagt, dass man eine gute
Balance zwischen Brutalität und techn. Anspruch geschaffen hat. Genau
das wollten wir mit "II" erreichen.

5) Eure Musik empfinde ich persönlich als sehr reif, und ihr seid
ja auch schon ziemlich lange im "Geschäft". Irgendein Ziel
oder ein Plan, wo das INFECTED BRAIN - Ding hingehen soll?
Hannes:
Oh, wieder vielen Dank für die Blumen. Das sehen nicht alle so. Ich
bin mittlerweile fast 20 Jahre mit der Metalszene vertraut, andere aus
der Band noch länger und ich mache seit über 10 Jahren Musik.
Dadurch und ich denke auch allein schon des Alters wegen, geht man viel
routinierter als früher an Sachen ran. Mit der Zeit lernt man mit
dem Instrument sicherer zu werden und sich nur das zuzutrauen, was man
wirklich, und nicht nur am Limit, in der Lage ist zu spielen.
Ein Ziel gibt es für Infected Brain nicht wirklich. Wir machen das
ganze Infected Brain Ding eigentlich nur aus Spaß an der Freude.
Natürlich wäre es schön ein Label im Rücken zu haben
und Gigs auf Festivals zu bekommen, bekannter werden etc. Aber wenn das
halt nicht klappt, geht für uns die Welt nicht unter.
Das neue Album kommt bei Fans und fast allen Kritikern sehr gut an und
das freut uns natürlich. Vielleicht schaffen wir, damit etwas mehr
Aufmerksamkeit auch bei Labels zu gewinnen und für das nächste
Projekt, welches schon in den Startlöchern steht einen Deal an Land
zu ziehen. Wenn das wieder nicht klappt, wird auch die nächste Produktion
durch uns veröffentlicht. Solange wir Spaß daran haben Mucke
zu machen und es finanziell machbar bleibt, wird es weitere Veröffentlichungen
geben. Mit und ohne Label.
6)
Die "II" und auch die Platten vorher sind ja komplette Eigenproduktionen.
Seid ihr für die Zukunft aktiv auf Labelsuche? Hofft ihr, jemanden
zu finden oder wollt ihr auch weiterhin die Fäden selber in der Hand
haben?
Hannes:
Das wir die Fäden selber in der Hand halten, liegt nicht unbedingt
daran, dass wir das wollen. *lach* Es wäre schon schön, wie
oben geschrieben, wenn wir ein Label an der Hand hätten. Wir haben
für dieses und auch schon für das vorangegangene Album ein Label
gesucht, aber keines konnte sich dafür begeistern. Wir bekamen eine
Absage nach der anderen. Wir hätten für "II" natürlich
weitersuchen können, nur das Album lag quasi schon ein Jahr und es
tat sich nichts. Wir wollten einfach nicht noch länger warten.
Dass die Aufnahmen und das Mastering von uns selbst gemacht wurden, sind
reine Kosten und Zeitgründe.
Was uns sehr wundert ist, dass nun schon mehrere Reviewschreiber angedeutet
und gefragt haben, warum wir kein Label hätten und interessierte
Label sollen zuschlagen. Du schlägst quasi in die gleiche Kerbe.
Das steht im genauen Gegensatz zu den Reaktionen der Labels. Entweder
wissen die nicht, was die Leute draußen hören wollen, oder
uns fehlen wieder nur die Kontakte, oder wir sind einfach zu blöd,
oder oder oder
keine Ahnung
hast Du eine Idee?
Also
dann vielleicht hier ein Aufruf! Alle Labels die Interesse an uns haben
bitte melden!!!
7) Erzählt doch mal kurz was zur Entstehung der Platte, also von
der Idee über Aufnahmesession, Produktionsprozess bis hin zur Strategie
nach Erscheinen usw.
Hannes:
Ja also bis auf 2-3 Songs war das Album "II" praktisch schon
mit Erscheinen des letzten Albums fertig, sodass wir uns relativ zeitnah
wieder ans Aufnehmen der neue Scheibe gemacht haben.
Die Aufnahmen selbst entstehen im Proberaum. Das Mischen und Mastern beim
Wolf (Bruder von Drummer Carsten und seit 2008 am Bass) in den Catacomb
Studios. Für Technikinteressierte: Wir benutzen einen PC, die Software
Cubase, eine gute Soundkarte mit vielen Eingängen und unser Equipment,
welches recht überschaubar ist. Das Schlagzeug wird mit Mikros abgenommen
und zusätzlich getriggert. Meine Arbeitsgitarre ist eine Ibanez RGT
6EX mit EMG Pickups. Als Amp dient ein Peavey 5150 II, eine Hughes&Ketnner
Box und ein Boss Noisegate (NS-2). Rico benutzt das gleiche Equipment
und eine Ibanez RG 721. Den Bass haben wir uns ausgeborgt, da zu dieser
Zeit Rico den Bass noch einspielen musste und den haben wir an einen Basskoffer
geklemmt. Gesang direkt über nen Röhrenpreamp in den PC. Das
war's.
Die Aufnahmen ziehen sich dann über Monate hin, da wir aus beruflichen
Gründen nur einen oder max. zwei Tage in der Woche abends aufnehmen
können. Erst Drums, dann Gitarre, dann Bass und zum Schluss die Vox.
Die Gitarren nehmen wir jeweils zweimal und mit 2 Mikros auf und legen
die Spuren dann übereinander. So hat jede Gitarre 4 Spuren. Das klingt
dann fetter. Das Problem dabei ist nur, dass man ziemlich genau spielen
muss, da ansonsten alles verwaschen klingt.
Die Strategie war es eigentlich ein Label zu finden und die Scheibe über
dieses rauszubringen. Als das nix wurde, haben wir das Album wie schon
erwähnt selbst pressen lassen. Dann kam zufällig mein mittlerweile
sehr guter Freund Noisi, mit seiner Promotion Agentur "Noisi-Promotion".
Der macht ja auch das gut laufende Online Magazin "Extreme Aggression
Mag". Da brauchte es dann nicht all zulange und Noisi hat kurzfristig
die Promotion für "II" übernommen. Er hat die besseren
Kontakte und vor allem die Zeit, die wir nicht haben, sich um alles zu
kümmern. Und das funktioniert ziemlich gut.
Das Cover und das Layout wurden von uns gemeinsam gestaltet, obwohl der
Carsten (Drums) den größten Teil dazu beigetragen hat. Er hat
die zwei Hände und die Fotos gebastelt usw. Auch war die Zusammenarbeit
mit der Pressfirma deutlich besser als bei der vorangegangenen Scheibe
und das sieht man am Druckergebnis sehr deutlich. War zwar etwas teurer
aber hier sieht man, dass Qualität seinen Preis rechtfertigt. Wir
sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
8) Meine erste Assoziation beim Betrachten des Covers der Platte war MAYHEMs
"Deathcrush", so von der Grundidee her. Standen die Norweger
Pate und/oder was steckt sonst dahinter?
Hannes:
Ich musste mir jetzt erstmal das Cover von Mayhem anschauen, das kannte
ich nicht. Die Grundidee stammt nicht von dem Mayhem Cover. Die Grundidee
kam vom Albumtitel her. Das Album sollte schlicht "II" heißen
und wir wollten etwas haben, was diese "II" quasi bildlich darstellt
ohne das die Zahl "2" auf dem Cover als Zahl erscheint. Und
ein wenig nach Death Metal sollte es auch noch aussehen. Wir hatten einiges
probiert, mit Zwillingen, zwei verschiedene Kopfhälften die zusammengenäht
waren und dann eben auch die Hände. Das sah am Ende viel versprechend
aus und so haben wir das genommen. Die ersten Reaktionen, wir hatten im
Freundeskreis vorgehorcht, waren nicht unbedingt positiv, aber durch das
tolle Druckergebnis kommt das Cover und die Aufmachung wirklich super
zu Geltung, finde ich.
9) Die Texte sind ja teils englisch, teils deutsch verfasst. Nehmt ihr
die Lyrics, wie sie kommen oder steckt da ein System dahinter?
Hannes:
Die meisten englischen Texte kommen von Carsten (Drums), weil er fließend
Englisch sprechen kann. Die deutschen Texte kommen ausschließlich
von Torsten (Vox). Ein System gibt es da nicht. Torsten ist ein ganz alter
Hase und steht auf Gorezeugs. Also gehen die Texte auch meistens darum.
Und Carsten reiht sich größtenteils dort mit rein. Ich muss
zu meiner Schande gestehen, dass ich die meisten Texte gar nicht genau
kenne. Für mich waren die Texte im Death Metal schon immer nur Beiwerk,
weil man die eh nicht versteht und früher auch nicht übersetzen
konnte (Carcass). Ist vielleicht auch besser so. Wenn man sich die Texte
von manchen Bands so ansieht (Deicide) dann ist es besser sie nicht zu
kennen und sich über die geile Mucke zu freuen... HeHeHe... Jetzt
werden sicher wieder einige sagen: "Ja die Texte sind wichtig usw..."
OK, sind sie sicher auch, aber das war bei mir halt so und hat sich in
den Jahren nicht geändert. Hat keinen Hintergrund weiter.
10) Gibt es so etwas wie einen inneren Zusammenhang, ein Konzept auf der
"II" oder gar innerhalb des gesamten Outputs von INFECTED BRAIN?
Ein Bandkonzept?
Hannes:
Nein, es gibt definitiv kein Konzept. Die Songs sind nach und nach entstanden
und irgendwann zusammen auf dem Album gelandet.
Wenn man es unbedingt so sehen möchte, könnte man vielleicht
sagen, das das Konzept war, ein reines Death Metal Album zu machen, ohne
irgendwelche neumodischen Einflüsse wie Metalcore, Folk, Clean Gesang,
Keyboard oder solche Dinge. Wir versuchen mit den Mitteln, die Death Metal
und unsere Fähigkeiten an den Instrumenten bieten, ein Album zu machen,
was für Fans geschaffen werden sollte, die genauso denken. Klar gab
und gibt es Death Metal Bands wie Sand an Meer und alles ist irgendwie
schon mal da gewesen, aber es gibt nicht mehr wirklich viele gute reine
Death Metal Bands, die den Spagat zwischen OldSchool und neuerem Death
Metal schaffen. Das versuchen wir, so gut es unsere Möglichkeiten
zulassen, umzusetzen. Schließlich ist es genau das was uns auch
gefällt.
11) In welcher Größenordnung kann mensch sich eigentlich Wolfs
Studio, das ihr für die Produktion genutzt habt, vorstellen? Seid
ihr mit dem Endergebnis zufrieden?
Hannes:
HaHaHa... Studio kann man da nicht wirklich zu sagen... das Catacomb Studio
ist in seiner Wohnung, ach nee ist ja noch ne WG... (Catacomb hieß
das Studio übrigens schon bevor Wolf die Nile Scheibe kannte ;-))
wieder ein PC, Cubase, z.T. selbst programmierte Software und natürlich
die Aufnahmen. Dann sitzen wir zusammen und er versucht das umzusetzen
was wir wollen. Ist manchmal gar nicht so einfach, weil wir die Gitarristen
und "alten Hasen" eben eher OldSchool drauf sind und Wolf und
auch Carsten eher die Neumodischeren Mixe bevorzugen. Obwohl wir Carsten
mit unserem OldSchool-Fieber schon ziemlich versaut haben... HeHeHe...
Mit dem Ergebnis kann man absolut zufrieden sein. Man kann die Aufnahme
durchaus mit einer sehr guten Studioproduktion vergleichen und ich gehe
sogar soweit zu sagen, dass das Ergebnis viele andere Studioaufnahmen
in den Schatten stellt.
12) Angenommen, euch bietet sich die Chance, die "III" [Arbeitstitel
;-)] mit einer echten Szenegröße wie Tägtgren oder im
Morrissound o.ä. aufzunehmen. Geht ihr dahin oder ist Wolf dann sauer?
Hannes:
HeHeHe
sicher nicht, denn er müsste ja mit. Er spielt seit
Anfang des Jahres den Bass bei uns und müsste den dann natürlich
auch einklimpern. Außerdem würde er sich alles abglotzen und
an den Knöpfchen drehen wie wild. Und dann hinterher alles noch besser
wissen wollen. *lach*
13) Ein paar Worte zu Seitenprojekten neben INFECTED BRAIN, falls es solche
denn geben sollte. Macht ihr außer der Musik noch was "richtiges"?
Ganz jung seid ihr ja alle nicht mehr, hehe...
Hannes:
Wolf und Carsten haben noch Ihre Band Inmost Dense, bei der ich das Mikro
bediene. Sehr Amistyle Death-Grind ala Disgorge mit Frogstyle Vox. Diese
Band ist allerdings im Moment etwas eingeschlafen. Rico (Gitarre) hilft
ab und zu bei unseren Kollegen von "Growth" (Sepultura Coverband)
an der Gitarre aus.
Privat gehen wir alle fein Arbeiten und zahlen als bewusste Deutsche Bürger
unsere Steuern. Torsten und Rico schuften auf'm Bau. Wolf hat gerade sein
Informatikstudium beendet und arbeitet als Programmierer in Magdeburg.
Carsten hat ebenfalls sein Studium in Maschinenbau vor kurzem beendet
und arbeitet an der Uni in Magdeburg. Ich arbeite bei einer großen
IT Firma in Halle und mache Kundenprojekte und Betreuungsarbeiten (Software
SAP) bei Versorgungsunternehmen. Also alles brave Jungs
HaHaHa
14 )Wie können wir uns euren Bandalltag denn so vorstellen? Proben,
Party, gute Laune oder ist alles harte Arbeit? Habt ihr noch so richtig
Lust auf den metallischen Untergrund?
Hannes:
Wie weiter oben schon geschrieben, sehen wir uns eigentlich nur zu den
Proben, weil jeder privat sein eigenes Ding macht und z.B. Familie hat.
Dabei geht es eher locker zu es läuft einiges an Bierchen etc. und
es wird dummes Zeug gelabert. So wie überall. Stress gibt es eigentlich
kaum. Die Zeit der vielen Party ist vorbei. Jetzt gibt es davon nicht
mehr ganz so viele wie früher, aber die Qualität ist besser
HeHeHe
Lust auf Underground
eine gute und berechtigte Frage. Mit der Zeit
sieht man alles, vor allem was die Giggeschichte angeht, etwas differenzierter
und fragt sich eher, ob es das alles noch Wert ist. 450km zu fahren, für
50 Euro um vor 15 Leute zu spielen. Diese Frage brauche ich sicher nicht
zu beantworten. Ich finde es gibt einfach zu viele Events mit zu vielen
schlechten Bands und die Qualität sinkt. Ich denke dass dies auch
der Grund ist, warum die Clubs so schlecht besucht sind. Genauso gibt
es so viele geile Bands im Underground die keinen Deal haben und andere
echt schlechte Bands nur durch Kontakte an so etwas kommen und völlig
zu unrecht gehypt werden.
15) Wir stecken gerade mitten in der Festival-Saison. Was habt ihr schon
witziges erlebt, was habt ihr noch vor, aktiv als Band oder als Besucher?
Hannes:
Ich persönlich war in diesem Jahr nur bei Suffocation und Naplam
Death. War überhaupt nicht witzig, weil 5 Vorbands (Metalcore) gespielt
und Suffocation nach einer halben Stunde die Bühne verlassen haben.
Mann, war ich sauer. Aber Suffocation waren einfach göttlich. Ich
möchte mir in diesem Jahr unbedingt noch Hate Eternal ansehen. Ansonsten
fehlt mir auch die Zeit, noch zu Konzerten zu fahren. Ich suche mir nur
noch die Bands raus, die ich wirklich sehen möchte.
Party San wird von den anderen definitiv besucht. Ich bin da leider auch
schon wieder anderweitig unterwegs. Bolt Thrower und Hail of Bullets hätte
ich mir gern gegeben.
Carcass hätte ich mir auch sehr gern angesehen, aber so viel wie
eine Karte beim Wacken kostet, wegen einer Band, dass war mir doch zu
heftig.
16) Eine meiner persönlichen Lieblingsfragen: Gibt oder gäbe
es so etwas wie eine Traumtour für euch? Stellt doch mal ein hübsches
Paket zusammen!
Hannes:
Kann nur von mir sprechen:
Carcass, Suffocation, Hate Eternal, Autopsy, Morbid Angel, Bolt Thrower
uuuuaaaahhhhh
das wär doch mal ein Hammerpaket!!!!! Und wir
als Headliner
jjeeaahhh
HaHaHa
17) Gerade ist nach der Fußball-EM der schwarz-rot-goldene Fähnchenwahnsinn
wieder abgeklungen. Eure allgemeine Einstellung dazu und glaubt ihr, dass
das ein Zeichen für eine politisch immer weiter nach rechts driftende
Masse ist?
Hannes:
Fußball???? Was ist das???? Da bist du bei 90% der Bandmitglieder
an der falschen Adresse. Ich habe wie der Rest der Band keine Checkung
von Fußball
sorry.
Schon aus diesem Grund habe ich mir keine Fahne ans Auto gehängt.
Die Ganze Fußballgeschichte und EM geht völlig an mir vorüber
und ich beschäftige mich auch nicht damit. Ich hatte noch nie Interesse
an Fußball und dem ganzen drum herum. Mir reicht es, wenn ich einmal
pro Jahr mit meinem Schwiegervater zu einem Bundesligaspiel fahren muss.
HaHaHa... Ist sein jährliches Geburtstagsgeschenk, weil er großer
Fußballfan ist.
18) Noch eine ernsthafte Fußballfrage: Wird der glorreiche FC Magdeburg
mit seinem schicken neuen Stadion in der neuen Saison endlich mal wieder
aufsteigen? In der abgelaufenen war es ja reichlich knapp am Ende...
Hannes:
Genauso wenig weiß ich in welcher Liga Magdeburg spielt und was
die überhaupt für eine Rolle im Fußball spielen. :-) Die
ham ne Mannschaft???? *lach*
19) Okay, fast geschafft, aber durch ein kurzes Stichwortspiel müsst
ihr noch durch. Also bitte spontane Gedanken zu
Hannes:
a)bestes Webzine ever: Hustler online
b)bestes Printzine ever: Hustler
c)beste Metalscheibe des Jahres bis jetzt: "Hail of Bullets-
of
Frost and War" / "Meshuggah - ObZen"
Das muss ich noch los werden: Hier hätte ich viel lieber "Hate
Eternal - Fury&Flames" hingeschrieben, aber die Scheibe ist soundmäßig
so schlecht, dass die für mich (als absoluter H.E. Fan) die Enttäuschung
des Jahres war. Ich weiß nicht was Rutan da am Mischpult geritten
hat, schließlich hat er den Cannibal Corpse Sound auch super hingekriegt.
Was er da bei Fury&Flames abgeliefert hat, ist einfach nur schlecht.
Das Schlagzeug ballert alles hörbare kaputt, sodass man fast nichts
von der Gitarrenarbeit hört
:-(
Mann, bin ich enttäuscht
d)beste Metalscheibe ever: Carcass "Symphonies Of Sickness"
e)bestes Metalriff ever: Carcass "Ruptured in Purulence"
20)
Dann war´s das für heute, ich bedanke mich herzlich für
eure Antworten und vor allem auch für das aktuelle Album, das ja
der Anlass für dieses Interview war. Haut rein und schenkt uns ein
paar abschließende Worte...
Hannes:
Ich / Wir haben zu danken und hoffen alle Fragen (bis auf Fußball
HeHeHe) zu Deiner Zufriedenheit beantwortet zu haben. Wir danken auch
allen Fans, Zines, Reviewschreibern, Interviewschreibern, Bands und Freunden
für die Unterstützung in der Vergangenheit und auch zum neuen
Album "II"!
Peter, an Dich noch mal, Danke für dieses Interview und für
die Worte zu unserem Album! Dir alles Gute mit CFMD!!!
Wer Kontakt zu uns aufnehmen möchte kann dies unter www.infectedbrain.de,
oder per Mail direkt an mich: hannes@infectedbrain.de oder info@infectedbrain.de
oder über Myspace www.myspace.de/infectedbrain tun.
Grind
on
Hannes & Infected Brain

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