[ HATCHERY ]

1. Marcus666: Hallo Ronny! Alles klar bei Euch im Lager von Hatchery?
Ronny: Ja, danke der Nachfrage. Wir können nicht klagen.

2. Stell Dich und die Jungs mal vor, damit die Leser wissen mit wem Sie es zu tun haben! Und sag noch ein paar Sätze zur Musik, die ihr so macht!
Ja, also uns gibt es jetzt in der Besetzung seit gut 1,5 Jahren. Insgesamt sind wir 5 Leute. Ingo Schäfer (voc.), Erik Fillinger (guit.), Nils Nortmeyer (guit.), Ruben Andre (dr.) und meine Wenigkeit Ronald Senft (bs.). Rein von der Musik her würde ich schon sagen, dass wir Thrash Metal spielen, der direkt in die Fresse knallt. Also wir versuchen jedenfalls unnötige Frickeleien zu vermeiden. Als wir uns das erste mal damals in unserem kleinen und schäbigen Proberaum vor ca. 2 Jahren zur Probe getroffen haben, hatten wir noch keine Ahnung, wie wir klingen sollten. Damals waren wir zu viert und hatten noch keinen Sänger, aber eins war klar: Wir wollten Heavy Metal machen, da wir alle eingefleischte Metalfans sind. Als dann Ingo zu uns gestoßen ist, hat aufgrund der Vocals unser Sound einen Death Metal Touch bekommen und deshalb kann man uns auch als Death/Thrash Band oder Thrash/Death Band bezeichnen. Am besten soll das jeder so beurteilen wie er's für richtig hält. Das ganze Schubladendenken is eh reiner Blödsinn. Solange wir als Heavy Metal Band angesehen werden ist das völlig in Ordnung.

3. Ihr habt ja bis jetzt mit "Night Time Greys" erst ein Demo raus, welches sich durchaus sehen lassen kann! Und wie mir bekannt ist, ist das zweite auch schon aufgenommen. Wann bekommt es denn die Öffentlichkeit zu hören? Wie sieht es denn bei Euch mal mit einem Album aus? Wie würdest Du Euer zweites Demo (welches hoffentlich bald den Weg zu mir findet) denn beurteilen? Seid ihr damit zufrieden oder würdet ihr, wenn ihr jetzt noch mal ins Studio könntet, irgendwas anders machen?
Ja, das zweite Demo haben wir Ende Mai an einem Wochenende wieder in Limburgerhof im W.U.M. Studio aufgenommen. Insgesamt werden 4 Songs darauf zu hören sein (Eyes Of Horror, Banner Of Pain, Distorted Society und Schizophrenic Maniacs). Übrigens ist das ein sehr gemütliches Studio und 4 Demosongs kosten um die 400 €. Dafür, dass man sein Demo in einem professionellen Studio aufnehmen kann, geht der Preis völlig in Ordnung. Unter www.wum-music.de können sich interessierte Bands informieren. Aber zurück zum 2. Demo. Normalerweise sollte das Demo schon längst fertig sein, aber wir basteln noch an einem Cover. Uns wurde zwar ein Coverdesign schon zugesagt, aber dann ist da was schiefgelaufen und jetzt kümmern wir uns eben selbst drum. Ich denke mal, dass wir das Ding in den kommenden Wochen fertig haben. Unser großes Ziel ist die Aufnahme eines Albums im nächsten Jahr. Genügend gute Songs haben wir. Das ganze liegt aber wie immer am Geld. Da wir ja alles Großverdiener sind und ständig am Sparen sind und wir auch kein Alkohol trinken und deshalb auch nie abends weggehen, werden wir nächstes Jahr ein Doppelalbum aufnehmen. Hüstel…nee jetzt mal im Ernst. Wir werden alles dafür tun, dass wir nächstes Jahr unser Debüt aufnehmen können. Genaue Planungen haben wir aber diesbezüglich noch nicht gemacht. Falls ein paar Labels Interesse haben, können sie sich bei uns unter www.hatchery-band.de melden. Dann könnte das auch mit dem Dopplealbum funktionieren. *grins* Mit dem zweiten Demo sind wir eigentlich zufrieden. In Anbetracht der Zeit, die wir zur Verfügung hatten, ist das Ergebnis ganz O.K.. Zumindest haben wir unser erstes Demo um Längen toppen können und das war auch unser eigentliches Ziel. Im Nachhinein gibt es natürlich einige Sachen, die wir hätten besser machen können. Bei dem Album im nächsten Jahr wird das aber hoffentlich auch so sein.

4. Seit wann gibt es denn Hatchery und wie seid ihr auf den Namen gekommen? Übersetzt heißt das ja "Brutanstalt". Oder ist der Name bei Euch etwa Programm (haha)?
Hatchery gibt es knappe 2 Jahre. In der jetzigen Besetzung sind wir jetzt ca. 1,5 Jahre zusammen. Der Name ist auf meinem Mist gewachsen. Ich war auf der Suche nach einem kurzen Namen, den man gut brüllen kann. Im Wörterbuch wurde ich dann fündig. Ich hab den Namen dann an der ersten Probe vorgeschlagen und anscheinend kam er auch bei meinen Bandkollegen gut an. Übersetzt heißt Hatchery so viel wie Brutanstalt, Brutstätte oder Brutplatz. Passend dazu haben wir auch schon eine Coveridee für das erste Album. Wird aber hier nicht verraten…hehehe! Wer übrigens gut zeichnen kann, der kann sich bei uns auch mal melden! Da wir nur eigene Songs spielen und jeder Song für sich einzigartig ist, kann man Hatchery schon mit einem Brutplatz vergleichen. Wir wissen beim Songschreiben, ähnlich wie ein Paar erst 9 Monate nach dem Fick weiß, was es fabriziert hat, nicht genau, wie der Song sich am Ende anhören wird und wir sind jedes mal erstaunt über das Resultat. Wir schreiben die Songs fast ausschließlich zusammen im Proberaum. Jeder trägt seinen Teil dazu bei und am Ende ist dann irgendwie ein Song fertig. Dann fällt mir noch ein, dass wir uns bezüglich der Band in einem Stadium der Entwicklung befinden. Wenn man unseren ersten Song mit unserem letzten vergleicht, dann ist das schon ein Quantensprung und wer weiß, wohin uns das noch führen wird. Der Reifeprozess von Hatchery ist noch lange nicht abgeschlossen. Eine tiefere Bedeutung hat der Name aber nicht.

5. Wer ist denn bei Euch für die Texte zuständig und wovon handeln sie? Bezieht ihr sie aus dem Leben oder beruht das ganze eher auf reiner Fantasie?
Für das Texteschreiben sind drei Leute verantwortlich. Unsere Texte vom ersten Demo stammen ausschließlich aus der Feder von Nils. Für das neue Demo hab ich dann auch einen Text verfasst und Ingo bemüht sich auch gerade als Texter. Überwiegend stammen unsere Ergüsse aber von Nils. Unsere Texte handeln, wie soll es auch eigentlich anders sein für eine Metal Band, von den dunklen Seiten des Lebens und von der Ungerechtigkeit, die einen großen Teil des Lebens ausmacht. Themen wie Krieg, Sadismus, Depressionen, Wut, aber auch Rechtsradikalismus, den wir anprangern, werden bei uns textlich verarbeitet. Zum Teil sind das persönliche Erlebnisse, die dann in metaphorischen Bildern vertextet werden. Der Text von "Schizophrenic Maniacs", der aus meiner Feder stammt handelt von Heavy Metal und sollte eher als Fantasietext verstanden werden. Die Texte von Nils oder auch Ingo sind da eher sozialkritischer. Deshalb ist es eher eine Mixtur aus beidem.

6. Was hältst Du eigentlich von der heutigen Metal Szene (z.B. hier bei uns in der Pfalz) und der gesamten Entwicklung in diesem Sektor (im Vergleich von früher zu heute!)?
Ich bin erst seit ca. 8 Jahren so richtig zum Metal gekommen. Vorher hatte ich eher Grunge gehört, obwohl ich so Sachen wie z.B. Maiden, Alice Cooper oder Metallica schon kannte und auch mochte. Erst als ich dann mit Bass spielen angefangen habe und meine ersten musikalischen Gehversuche bei der Hard Rock Band "Secret Land" gemacht habe, ist meine Liebe zum Heavy Metal entstanden. Deshalb habe ich den Metal der 80er nicht so intensiv erlebt, wie z.B. unser Drummer Ruben, obwohl der 4 Jahre jünger ist als ich. Unsere Metalszene hier in der Region ist im Vergleich zu anderen Gegenden Deutschlands richtig lebendig. Das war Anfang der 90er nicht so. Die ganze Grungewelle hat sich ja auf den Metal nicht so förderlich ausgewirkt, um das mal diplomatisch auszudrücken. Wer zu der Zeit als Metalhead rumgelaufen ist, hatte es verdammt schwer, weil Metal irgendwie out war. Aber da die Szene ja bekannterweise nie tot war, hat sie sich wieder erholt und heute ist ja Heavy Metal schon fast salonfähig, dank Bands wie z.B. Nightwish oder Within Temptation. Ich persönlich höre solche Musik nicht und mich persönlich kotzt es an, dass in Wacken z.B. Candlemass vor Nightwish auftreten müssen, aber ich finds gut, dass der Nachwuchs über solche Bands den Weg zum Metal findet. In unserer Region gibt es sehr gute Bands wie z.B. Paniczone, Legacy, Tombthroat, Unscared oder Sensles (Sorry an die Bands, die ich hier wegen Platzmangel nicht berücksichtigt habe!) und einen Haufen Leute, die viel für die Undergroundszene tun. Besonders muss ich den Metalclub Warriors of Steel hervorheben, die 2mal im Jahr das Metalmeeing mit hochkarätigen Bands veranstalten und sonst auch die Undergroundbands der Region unterstützen. Das nächste Metalmeeting findet übrigens im November statt und Bands wie Agoraphobia, Debauchery, Primordial, Metalium und God Dethroned werden wie immer Ludwigshafen in Schutt und Asche legen. Die gesamte Entwicklung der Metalszene finde ich im Großen und Ganzen recht positiv.

7. Was bedeutet für Dich Metal?
Heavy Metal ist für mich ein Lebensgefühl und deshalb ist das schon eine schwierige Frage, die man nicht einfach so in ein oder zwo Sätzen beschreiben kann. Ich versuchs aber mal trotzdem. Für mich ist Heavy Metal eine Art und Weise, wie man sich von der ganzen konservativen und spießigen Gesellschaft abheben kann. Das Rock'n Roll Feeling hat der Metal von den 70ern übernommen, aber auch Punk hatte auf den Heavy Metal enorm großen Einfluss. Wenn ich bei Iron Maiden die Faust in den Himmel streck, mir die Matte abschädeln kann und dann mit meinen Kumpels gemütlich ein Bier trinke, dann fühl ich mich einfach frei und sauwohl, aber das ist eben nicht alles. Im Heavy Metal kann ich jede Empfindung entdecken, die ich auch als Mensch empfinde. Aggression, Wut, Frust und Depressionen sind genauso vorhanden wie z.B. Liebe, Freude oder jegliche Art von Glücksgefühlen. Ich höre deshalb jeden Tag Metal. Ob beim Morgenschiss, beim Kochen, beim Saufen oder zum Einschlafen. Metal oder Hard Rock ist aus meiner Bude immer zu hören. Egal um welche Uhrzeit. Wenn man keine Gitarren im Treppenhaus wahrnehmen kann, dann bin ich nicht zuhause. In meiner Freizeit renne ich mit Bandshirts rum, wenn ich mich schick mache, dann zieh ich mir ne Lederhose an und schwing mir die selbstgenähte Kutte über. Ich mach das aber nicht einfach nur so, wie viele Weekendwarrior, sondern mach das wirklich aus Überzeugung. Die Werte, die im Metal zu finden sind, habe ich für mich persönlich übernommen, weil ich genau diese Werte schon immer vertreten habe, auch schon zu der Zeit, als ich noch kein eingefleischter Metalhead war. Mit Heavy Metal verbinde ich: Toleranz, Hilfsbereitschaft, Ideologiekritik (gegen Rechts!), persönliche Freiheit, Spaß und Geselligkeit, Provokation, Offenheit, Kritik gegenüber jegliche Trends und das Ausleben von Gefühlen.

8. Welche Bands haben Euch in Eurem bisherigen Leben beeinflusst, privat aber auch bei Hatchery? Was hört ihr so am liebsten für Bands?
Jeder in unserer Band hat so seine Lieblingsband. Unser Schlagzeuger Ruben fährt auf Iron Maiden so dermaßen ab, dass er fast alles von Maiden hat und sich auch einen netten Maidenschrein ins Zimmer gebaut hat. Unser Leadgitarrist Nils ist absoluter Slayer Fan, was sich allein darin schon zeigt, dass seine Kutte nur aus Slayer Patches besteht. Erik wiederum fährt auf AC/DC und alte Sepultura ab. Ingos Faves sind Forbidden und Pantera. Meine Lieblingsband ist Savatage. Aber wir sind nicht auf eine Richtung oder Band versteift, wobei wir natürlich alle auf Thrashmetal stehen! Wir hören im Metalbereich so ziemlich alles. Egal ob Power/Thrash/Black/Doom/Prog oder Death. Wenn uns die Bands und die Musik gefallen, dann is es halt so. Aber bei folgendem sind wir uns einig: NuMetal, Techno, Hip Hop, Rap und Volksmusik geht gar nicht! Mit so was können wir nix anfangen. Und das ist auch gut so!

9. Wie stellt Ihr Euch die weitere Entwicklung der Band vor? Habt ihr für die nahe Zukunft schon irgendwelche Pläne in Bezug auf Touren oder Konzerte geschmiedet?
Da wir uns leider sehr spät für die Sommerfestivals bewerben konnten, haben wir keinen Gig an Land ziehen können, da die Billings schon zu 90% fest standen. Aber ab Herbst wird wieder durchgestartet. Am 07.10.05 veranstalten wir das Festival "Final Annihilation Night" in Frankenthal im Music Club Krone. Mit dabei sind Path of Golconda, Execrate und Braindeadz. Weiter geht's dann am 22.10.05. Zusammen mit Sensles werden wir da in Neustadt im Haus der Generationen auftreten. Und dann am 25.11.05 werden wir mit Purgatory, Deadborn, Dispersion und Wingert Of Pain das Haus der Jugend in Landau zu Kleinholz verarbeiten. Weitere Gigs sind noch in Planung. Auf unserer Homepage: www.hatchery-band.de stehen alle aktuellen Termine. Noi gugge lohnt sich! Wie schon gesagt wollen wir nächstes Jahr ein Album aufnehmen und vielleicht ist ja auch ne kleine Tour drin. Jedenfalls spielen wir grundsätzlich überall und nehmen auch alles mit, was so kommt.

10. Seid ihr noch in anderen Bands aktiv oder konzentriert ihr Euch ausschließlich auf Hatchery?
R: Wir hatten bis auf Ingo alle schon Banderfahrung sammeln können bevor wir Hatchery ins Leben gerufen haben. Seitdem wir aber zusammenspielen, wird unsere Freizeit ausschließlich in Hatchery investiert. Bisher gibt es für uns alle auch keinen Grund, das zu ändern.

11. Was treibst Du so, wenn Du nicht gerade mit Hatchery probst oder unterwegs bist?
Ich studiere Diplom Pädagogik mit den Schwerpunkten Betriebs- und Medienpädagogik und werde dann auch nächstes Jahr fertig sein…falls keine Tour mit Hatchery anstehen sollte…hehehe. Ansonsten ist Heavy Metal mein Hobby. Ich spiele Bass in einer Metalband, gehe auf viele Live Konzerte und besuche auch ein paar Festivals. Wenn ich Zeit und Bock habe schreibe ich ein paar Songtexte und manchmal entstehen in einigen kreativen Phasen auch ein paar Gedichte. Mehr brauch ich momentan nicht.

12. Das soll es dann mal fürs erste gewesen sein! Danke dass Du Dich für ein Interview zur Verfügung gestellt hast und die Fragen so geduldig beantwortet hast. Ich denke man sieht sich mal wieder auf ein Bier oder auch zwei. Und nun gehören die letzten Worte Dir!
Erstmal bedanke ich mich für das Interview und nen dicken Gruß von Hatchery geht hiermit an die Crew vom Campaign For Musical Destruction und deren Leser. Support the underground and stay Metal! Hoffentlich sieht man sich mal bei nem Gig. Falls jemand Interesse hat mit uns mal zu spielen, kann er sich über die Homepage bei uns melden. Wie gesagt: Wir spielen überall!!
P.S.: Die Biere sind schon kaltgestellt.