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CHAOSREIGN ]
CHAOSREIGN
sind eine junge Band, die ich vor ein paar Monaten live bei uns in Nürtingen
sah. Ihr Stil aus wütendem Death Metal und einer Prise Grindcore
der Marke GENERAL SURGERY beim Gesang entfachte in mir reges Interesse.
Live sind die Jungs wie ein wütender Pitbull, also hieß es
kurz nach dem gelungenen Auftritt: Album kaufen und hoffen, dass sie auf
Konserve mindestens genauso töten. Ja und wie!!! Ich kann nur sagen,
absolut geiles Mörderteil, was uns diese Ulmer hier um die Ohren
nieten. Für mich wieder ein Beweis, dass es im eigenen Land noch
genügend Killerbands gibt, die die alten Traditionen weiterhin am
Leben erhalten und einen Scheiß auf den ganzen Trendsound geben.
Von daher war ein Interview die logische Konsequenz. Lang genug gelabert,
hinsetzen, Bier ausm Kühlschrank und lesen. Wir hatten zwar etwas Stress, da wir das Ganze ja organisiert haben. Zeit für einige leckere Biere blieb allerdings trotzdem :-). 2.
Lass uns mal über die Anfänge von CHAOSREIGN reden. Gegründet
habt ihr euch bereits 2006, aber erst vier Jahre später ist euer
Debüt erschienen. Was ist in dieser Zeit passiert, und gab es vor
dem Album schon irgendwelche Demos? Nach weiteren Gigs gingen wir dann im August 2009 ins Studio, um Spreading death aufzunehmen. Danach fraßen Cover, Mix, Master, das Suchen nach einer Plattenfirma, ein paar Konzerte und die eigene Faulheit noch ein bisschen Zeit, bis es schlussendlich im Mai über Remission Records veröffentlicht wurde. Und eigentlich direkt nach den Aufnahmen von Spreading death stieß Spike als fester Basser zur Band, womit wir nun endlich ein festes Line Up vorweisen können.
4.
Lass uns mal über euer Album sprechen. Wenn ihr mich fragt, ist Spreading
death ein Wahnsinns intensives Geschoss, was ihr da an brutalem
Death Metal mit old school Grindcore Einflüssen abfeuert. Ich mag
diesen rohen Sound der alten Tage, und CHAOSREIGN zeigen mir, dass es
möglich ist, Brutalität und technisches Know-how qualitativ
miteinander zu vereinen. Wie fühlt es sich für euch als Band
an, mit Spreading death durch die Lande zu ziehen? Hmmm... wie es sich anfühlt? Besser als Sex und ein ordentlicher Schiss zusammen, hähä! Nein... wir sind selbst ziemlich zufrieden mit Spreading death, wissen aber auch, dass wir noch einiges aus uns rausholen können und noch nicht unser ganzes Potential ausgespielt haben. Wir sind schon sehr heiß auf eine neue Platte.
Der Chef von Remission Records ist sowieso sehr engagiert und ist den ganzen Sommer über auf Festivals unterwegs. Außerdem arbeitet er sehr korrekt und hat immer ein offenes Ohr. Was auch sehr wichtig ist, dass er keine leeren Versprechungen macht. Er macht genau das, was er sagt, und noch ein bisschen mehr. Man weiß bei ihm einfach genau, woran man ist, und das ist einiges wert! Ich habe schon von einigen leeren Versprechungen seitens irgendwelcher Labels gehört und bin da auch schon auf die Schnauze gefallen. So was ist sehr ärgerlich. 6.
War Remission Records das einzige Label, was Interesse bekundete, oder
gab es noch andere? Was sicherlich einen Vorteil bei Remission Rec. darstellt,
ist, dass das Label genau die richtige Größe hat, soll heißen:
Sie sind weder zu groß (wo man nur eine Band unter vielen wäre)
noch zu klein (wo es wiederum schwierig ist, bekannter zu werden, da kaum
finanzielle Möglichkeiten vorhanden sind). Könnt ihr euch für
die Zukunft vorstellen, ein weiteres Album bei ihnen herauszubringen? Nachdem er damals gleich gemeint hatte, dass wir uns melden sollten, wenn wir was Neues aufm Schirm haben, ließen wir ihm die ungemasterte Version von Spreading death zukommen, und nach ein wenig Bedenkzeit liefen auch schon die Verhandlungen. Von da an war dann auch alles für uns gegessen, und wir haben nach keinem weiteren Label Ausschau gehalten, da wir wussten, dass Chris super arbeitet. Wir könnten uns auf jeden Fall vorstellen, noch mal ne Scheibe bei ihm rauszubringen. Was er davon hält und wie die Verkaufszahlen sind, wird sich noch zeigen. Wir planen, Anfang/ Mitte 2011 wieder ins Studio zu gehen, und wenn alles im Kasten ist, sehen wir weiter. 7.
Euer Frontcover ziert ein sehr interessantes Bild von Uwe Jarling. Uwe
ist für seine Fantasiebilder recht bekannt. Hat Uwe das Bild extra
für CHAOSREIGN gemalt, oder war es ein bereits vorher existierendes
Bild? Es wäre zu wünschen, dass Spreading death
auch als LP erscheint, denn erstens ist Vinyl ohnehin geiler als CD, und
zweitens kommt das Cover dann noch besser zur Geltung. Allgemein war die Arbeitsweise mit ihm auch sehr angenehm. Unser Schlagzeuger arbeitet ja für FLESHCRAWL, und somit war der Kontakt schnell hergestellt. Außerdem wohnt Uwe auch gleich bei ihm ums Eck, also mussten wir nicht alles übers Internet regeln, was sehr angenehm war. Na ja... also für mich war es angenehm, hehehehehe. Tim musste schließlich die Zeit aufwenden. Aber auf jeden Fall war es ein Vorteil, da die Kommunikation so natürlich viel schneller vonstatten geht und man nicht manche Entwürfe zigtausend mal nach jeder E-Mail bearbeiten muss. Ja, Vinyl wäre ne feine Sache. Soweit ich informiert bin, könnte da auch noch was gehen. Tim hat zumindest noch was vor. Ob das klappt, sehen wir noch. Erst mal nichts erwarten. Das letzte Wort ist, soweit ich weiß, aber noch nicht gesprochen. 8.
Live seid ihr in den letzten Monaten ordentlich herumgekommen und habt
euer Album vorgestellt. Sucht bzw. kümmert ihr euch selber um Konzerte,
oder greift euch euer Label dabei unter die Arme? Wie sehen die Reaktionen
auf eure Musik aus? 9.
In Zeiten von MySpace, Youtube und kinderleichtem Herunterladen würde
mich zu sehr interessieren, wie sich ein Album einer recht jungen Band
verkauft. Findet Spreading death seine Anhänger, oder
habt ihr eher die Art von Fans, die sich die Musik nur auf
MySpace anklicken, bzw. sich den Kram herunterladen? 350 Scheiben nach 3 Monaten finde ich persönlich eigentlich ganz cool. Mehr wäre natürlich auch super. Fakt ist aber sicher, dass Remission einige Scheiben hat, die bestimmt besser gelaufen sind. Ob das jetzt an uns oder an den allgemein sinkenden Verkaufszahlen liegt, sei mal dahingestellt. Auf MySpace ging in letzter Zeit auch verdammt viel, und es kamen ein paar Kommentare aus den USA, Italien und Frankreich, dass sie das Zeug super finden, sowie ein paar Bestellungen. Gezogen wird das Album, schätze ich, auch ziemlich viel. Wenn man bei google nach dem Ding sucht, kommt sofort ein Riesenhaufen an Seiten, auf denen Spreading death zum freien Download angeboten wird (aber das ist, denke ich, heute fast normal) und bei ein paar sind die Downloadzahlen recht weit oben.
11.
Im Booklet habt ihr alle Pseudonyme, was ja bei einer Death Metal Band
eher seltener anzutreffen ist: Du bist Don Jeremy, dann gibt es noch Jim
Holmes, Tim Byron, Spike Horner und Pete North. Wer kam auf diese recht
coole Idee? Oder handelt es sich bei euch um uneheliche GI-Söhne,
haha? Meine Vorfahren dürften allerdings seit einigen Generationen von der Schwäbischen Alb und von dort in der Nähe stammen. Die Idee an sich stammt von Tim. Ich wusste am Anfang noch gar nichts davon. Als ich das erste Mal auf unsere neue MySpace Seite geschaut hab, stand da einfach, dass ich Don Jeremy bin. Als kleiner Liebhaber dieses Filmgenres hab ich natürlich sofort gesehen, dass das alles leicht abgeänderte Namen von alten Pornodarstellern sind, hehe. Fürs Album haben wir dann überlegt, ob wir von nun an unsere richtigen Namen verwenden sollen. Chris von Remission haben die Pseudonyme allerdings auch gefallen, dann haben wir es einfach so gelassen. 12. Ein Blick auf die Texte verrät, dass ihr fernab von Gore- und Splattertexten agiert, was ich persönlich sehr gut und interessant finde, da die meisten Texte im Genre des öfteren recht hohl und platt sind. Welchen Stellenwert haben die Texte für euch? - Die meisten Texte stammen von Tim. Zwei der Lyrics sind von mir. Im Allgemeinen sind das Horrorstorys, die durchaus auch etwas Gore enthalten. Manchmal werden aber auch Dinge aus dem alltäglichen Leben und dem, was um einen herum geschieht, aufgegriffen und verarbeitet. Religionen an sich kriegen auch ihr Fett ab. So habe ich Tim zumindest verstanden. Insgesamt sehen wir die Texte als Tüpfelchen auf dem i. Vor allem müssen sie gut klingen, sollen aber auch nicht inhaltsleer oder langweilig sein. Die Musik steht allerdings an erster Stelle, und eine Botschaft haben wir in dem Sinne auch nicht, außer: DEATH FUCKING METAL AAARRGGGGHHHH!!! 13.
Ihr verwendet bei ein paar Songs recht coole Intros/Filmsamples, aus welchen
Filmen stammen sie? 14.
Ihr kommt teils aus Baden-Württemberg und teils aus Österreich.
Das stelle ich mir persönlich zum Proben recht schwierig und zeitintensiv
vor. Wie klappt so etwas? Tim (Drums) kommt aus Memmingen in Bayern, Pete aus dem Grenzgebiet, Füssen (Schloss Neuschwanstein u know!?) und Jim (Guitars) aus dem Nachbarland Österreich. Er wohnt quasi ein paar Kilometer von Füssen entfernt. Unser Proberaum befindet sich in Kempten, was die gute Mitte zwischen Füssen und Memmingen ist, und eigentlich sind Tim, Pete und Jim auch die einzigen, die wirklich regelmäßig proben und sich auch fürs Songwriting verantwortlich zeigen. Jim schaut auch öfter als ich zum Proben hoch. Er ist ein sehr guter Basser und lernt neue Lieder wirklich sehr schnell und packt sich sehr viel daheim drauf. Bei unserer ersten Probe mit ihm konnte er schon fast alle Lieder nahezu fehlerfrei spielen. Ich komme meistens nur vor Konzerten oder wenn ein neues Stück steht zum Proben. Damit ich mich auf das neue Zeug vorbereiten kann, schicken mir die anderen davor auch meistens schon Aufnahmen der neuen Songs und manchmal auch schon mit einem Text von Tim. Dann kann ich meine Gesangslinien daheim schön vorbereiten, dass das im Proberaum nicht so viel Zeit frisst. 15.
Wie sieht die Nachfrage aus dem Ausland aus? Ich denke, ihr dürftet
mit eurem Stil aus uralten SIX FEET UNDER, ENTOMBED, GENERAL SURGERY doch
sehr gut ankommen, oder? Auf MySpace sind eigentlich täglich Klicks auf der kompletten Landkarte zu sehen. Mehr bekommen wir vom Ausland allerdings nicht wirklich mit, was unsere Musik angeht.
Fans:
früher/heute: Heute kann man sich ja problemlos jede Woche hundert Alben, die einen irgendwo interessieren, besorgen. So viel kann man sich natürlich nicht intensiv anhören. Da sehe ich schon die Gefahr, dass das Ganze irgendwo in die Oberflächlichkeit abdriften kann. Österreich: 17.
Lass uns ein wenig durch die Kristallkugel schauen, um zu erfahren, was
in Zukunft bei CHAOSREIGN ansteht. Wird es einen konsequenten Nachfolger
zu Spreading death geben, oder werden CHAOSREIGN auch neuere/andere
Einflüsse in ihre Songs mit einfließen lassen? Außerdem soll der Sound bei der nächsten Scheibe fetter werden und die Gitarren mehr zur Geltung kommen. Da drauf werden wir auf jeden Fall unter anderem unser Augenmerk legen. Der Rest wird sich zeigen. Jetzt machen wir erst mal die Stücke fertig ;-). 18.
Mal angenommen, ihr bekommt den Deal, euch die Band für eine Split-EP/-LP
nach eurer Wahl auszusuchen, für welche würdet ihr euch letztendlich
entscheiden und warum? 19.
Was ist Musik bzw. Metal für dich/euch? Eine angenehme, freizeitfüllende
Beschäftigung oder doch eine Lebenseinstellung mit gewissen Idealen,
gelebte Leidenschaft, ein Ausbruch aus gesellschaftlichen
Zwängen? Metal hängt für mich auch mit einigen Idealen zusammen. Vor allem, dass man auf den Mainstream scheißt und sich so gut wie möglich nicht vorschreiben lässt, wie man zu sein hat. Da muss man natürlich auch immer aufpassen, dass man sich nicht von den Trends und Regeln, die es im Metalbereich natürlich auch gibt, unterkriegen lässt, sondern einfach das macht, was einem gefällt und auf was man Lust hat. 20.
Okay, soweit fürs erste, ich bedanke mich brav bei euch. Auf dass
man sich hoffentlich bald mal wieder live sieht. Erzähl mir noch
gschwind, was ich vergessen hab zu fragen, und dann hast du mich los.
Also bis zum nächsten Mal. Möge das Chaos mit euch sein. Also... dickes Danke für dein Interesse an CHAOSREIGN und für deine Unterstützung. Wir sehen uns!!!
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