[ CHAOSREIGN ]

 

CHAOSREIGN sind eine junge Band, die ich vor ein paar Monaten live bei uns in Nürtingen sah. Ihr Stil aus wütendem Death Metal und einer Prise Grindcore der Marke GENERAL SURGERY beim Gesang entfachte in mir reges Interesse. Live sind die Jungs wie ein wütender Pitbull, also hieß es kurz nach dem gelungenen Auftritt: Album kaufen und hoffen, dass sie auf Konserve mindestens genauso töten. Ja und wie!!! Ich kann nur sagen, absolut geiles Mörderteil, was uns diese Ulmer hier um die Ohren nieten. Für mich wieder ein Beweis, dass es im eigenen Land noch genügend Killerbands gibt, die die alten Traditionen weiterhin am Leben erhalten und einen Scheiß auf den ganzen Trendsound geben. Von daher war ein Interview die logische Konsequenz. Lang genug gelabert, hinsetzen, Bier ausm Kühlschrank und lesen.

1. Hallo Thomas, willkommen in der Campaign for Musical Destruction Lounge! Wie sieht es aus bei CHAOSREIGN, alles im Lot? Ihr hattet letztens in Memmingen gespielt, wo ich leider nicht vor Ort sein konnte. Wie war der Abend bzw. das Konzert gelaufen? Ich hoffe, ihr konntet in Memmingen musikalisch gesehen ein paar bayrischen Death Metallern mit eurer Energie in den Arsch treten, haha.
- Hey Rayk! Bei uns soweit alles fit! Schauen gerade, dass wir Songs für die zweite Platte zusammen bringen. Die Releaseparty in Memmingen war super. Der Laden war recht voll, und den Leuten hat es auch ordentlich Spaß gemacht. Außerdem waren die anderen Bands auch sehr cool und nett! BLOOD REMAINS sind in der Gegend ja keine Unbekannten mehr, SUBCONSCIOUS fand ich persönlich hammergeil (wer auf DEATH und allgemein auf progressiveres Zeug steht, sollte die unbedingt mal antesten!), und DEFLORATION sind eh super und immer Garanten für ne schöne Party!

Wir hatten zwar etwas Stress, da wir das Ganze ja organisiert haben. Zeit für einige leckere Biere blieb allerdings trotzdem :-).

2. Lass uns mal über die Anfänge von CHAOSREIGN reden. Gegründet habt ihr euch bereits 2006, aber erst vier Jahre später ist euer Debüt erschienen. Was ist in dieser Zeit passiert, und gab es vor dem Album schon irgendwelche Demos?
- Nun, das Ganze hat wohl ne Weile gebraucht, um in die Gänge zu kommen. Tim und Pete spielen ja schon länger in einer nicht ganz erfolglosen Black Metal Band zusammen. Allerdings waren sie auch schon immer riesige Fans vom „good old Swedish stuff“ und hatten nach einer Weile wieder Bock, diesen Sound zu spielen. Also haben sie sich 2006 dazu entschlossen, die Band zu gründen. Am Anfang hatten sie einen anderen Sänger, den ich nicht kenne. Kurz vor den Aufnahmen zum Demo stieg dieser allerdings aus, und Tim fragte mich 2 oder 3 Wochen vor den Aufnahmen, ob ich nicht Bock hätte, das Ding einzusingen. Bei den Aufnahmen kannte ich dann ca. eineinhalb der 4 Songs. Ergo: Es gab 2007 ne Demo CD. Danach fingen wir an, mit einem Session Basser einige Konzerte zu spielen, und ca. Ende 2008/Anfang 2009 stieg Jim dann an der zweiten Gitarre mit ins Boot.

Nach weiteren Gigs gingen wir dann im August 2009 ins Studio, um „Spreading death“ aufzunehmen. Danach fraßen Cover, Mix, Master, das Suchen nach einer Plattenfirma, ein paar Konzerte und die eigene Faulheit noch ein bisschen Zeit, bis es schlussendlich im Mai über Remission Records veröffentlicht wurde. Und eigentlich direkt nach den Aufnahmen von „Spreading death“ stieß Spike als fester Basser zur Band, womit wir nun endlich ein festes Line Up vorweisen können.


3. Als ich euch im Nürtinger Kuckucksei Club zum ersten Mal live erleben durfte, hat mich euer starker Auftritt dort nahezu niedergemäht. Geile Scheiße! Leider waren zum besagten Konzert nicht wirklich viel Leute vor Ort. Wie hast du den Abend in Erinnerung?
- Den Abend hab ich eigentlich sehr gut in Erinnerung. Mit DEATHVASTATION und LESTARD waren zwei coole Bands mit dabei, die wir schon länger kennen und mögen. Dass wenig los war... nun, da hast du leider recht. Aber das Konzert hat trotzdem ordentlich Spaß gemacht. Der Sound war echt ordentlich, und die meisten Leute haben sich unser Konzert dann auch angeschaut, und einige, so wie DU, kamen dann auch vor und drehten ein bisschen durch. Insofern hat die Atmosphäre gestimmt und das Spielen hat Spaß gemacht. Klar wäre es super gewesen, wenn mehr Leute da gewesen wären, aber so war es doch auch genial. Außerdem haben wir anschließend bei 35 zahlenden Gästen, wenn ich mich recht erinnere, um die 10 Alben verkauft. Da kann man nicht meckern….

4. Lass uns mal über euer Album sprechen. Wenn ihr mich fragt, ist „Spreading death“ ein Wahnsinns intensives Geschoss, was ihr da an brutalem Death Metal mit old school Grindcore Einflüssen abfeuert. Ich mag diesen rohen Sound der alten Tage, und CHAOSREIGN zeigen mir, dass es möglich ist, Brutalität und technisches Know-how qualitativ miteinander zu vereinen. Wie fühlt es sich für euch als Band an, mit „Spreading death“ durch die Lande zu ziehen?
- Danke, danke!! Super zu hören, dass es dir so gut gefällt!

Hmmm... wie es sich anfühlt? Besser als Sex und ein ordentlicher Schiss zusammen, hähä!

Nein... wir sind selbst ziemlich zufrieden mit „Spreading death“, wissen aber auch, dass wir noch einiges aus uns rausholen können und noch nicht unser ganzes Potential ausgespielt haben. Wir sind schon sehr heiß auf eine neue Platte.


5. Ihr seid jetzt mit eurem Debüt bei Remission Records unter Vertrag. Ich denke, Remission Records ist sicher ein Label, was euch die erforderliche, aber vor allem die verdiente Aufmerksamkeit zukommen lässt. Wie läuft es bisher?
- Wir sind bisher sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit. Es gab Reviews und Interviews in den großen und einigen kleinen Magazinen sowie einen Samplerbeitrag und ein Interview im Legacy. Außerdem steht die Scheibe bei den meisten wichtigen Mailordern im Sortiment, und in die USA haben es wohl auch ein paar Exemplare geschafft.

Der Chef von Remission Records ist sowieso sehr engagiert und ist den ganzen Sommer über auf Festivals unterwegs. Außerdem arbeitet er sehr korrekt und hat immer ein offenes Ohr.

Was auch sehr wichtig ist, dass er keine leeren Versprechungen macht. Er macht genau das, was er sagt, und noch ein bisschen mehr. Man weiß bei ihm einfach genau, woran man ist, und das ist einiges wert! Ich habe schon von einigen leeren Versprechungen seitens irgendwelcher Labels gehört und bin da auch schon auf die Schnauze gefallen. So was ist sehr ärgerlich.

6. War Remission Records das einzige Label, was Interesse bekundete, oder gab es noch andere? Was sicherlich einen Vorteil bei Remission Rec. darstellt, ist, dass das Label genau die richtige Größe hat, soll heißen: Sie sind weder zu groß (wo man nur eine Band unter vielen wäre) noch zu klein (wo es wiederum schwierig ist, bekannter zu werden, da kaum finanzielle Möglichkeiten vorhanden sind). Könnt ihr euch für die Zukunft vorstellen, ein weiteres Album bei ihnen herauszubringen?
- Wir haben eigentlich nicht großartig nach irgendwelchen anderen Labels gesucht. Remission war, neben einem anderen Label, sowieso unser Wunschlabel, und Chris kannte unser Demo auch schon.

Nachdem er damals gleich gemeint hatte, dass wir uns melden sollten, wenn wir was Neues aufm Schirm haben, ließen wir ihm die ungemasterte Version von „Spreading death“ zukommen, und nach ein wenig Bedenkzeit liefen auch schon die Verhandlungen. Von da an war dann auch alles für uns gegessen, und wir haben nach keinem weiteren Label Ausschau gehalten, da wir wussten, dass Chris super arbeitet.

Wir könnten uns auf jeden Fall vorstellen, noch mal ne Scheibe bei ihm rauszubringen. Was er davon hält und wie die Verkaufszahlen sind, wird sich noch zeigen.

Wir planen, Anfang/ Mitte 2011 wieder ins Studio zu gehen, und wenn alles im Kasten ist, sehen wir weiter.

7. Euer Frontcover ziert ein sehr interessantes Bild von Uwe Jarling. Uwe ist für seine Fantasiebilder recht bekannt. Hat Uwe das Bild extra für CHAOSREIGN gemalt, oder war es ein bereits vorher existierendes Bild? Es wäre zu wünschen, dass „Spreading death“ auch als LP erscheint, denn erstens ist Vinyl ohnehin geiler als CD, und zweitens kommt das Cover dann noch besser zur Geltung.
- Uwe hat das Cover für uns und nach unseren Vorstellungen entworfen und diese klasse umgesetzt!

Allgemein war die Arbeitsweise mit ihm auch sehr angenehm. Unser Schlagzeuger arbeitet ja für FLESHCRAWL, und somit war der Kontakt schnell hergestellt. Außerdem wohnt Uwe auch gleich bei ihm ums Eck, also mussten wir nicht alles übers Internet regeln, was sehr angenehm war.

Na ja... also für mich war es angenehm, hehehehehe. Tim musste schließlich die Zeit aufwenden. Aber auf jeden Fall war es ein Vorteil, da die Kommunikation so natürlich viel schneller vonstatten geht und man nicht manche Entwürfe zigtausend mal nach jeder E-Mail bearbeiten muss.

Ja, Vinyl wäre ne feine Sache. Soweit ich informiert bin, könnte da auch noch was gehen. Tim hat zumindest noch was vor. Ob das klappt, sehen wir noch. Erst mal nichts erwarten. Das letzte Wort ist, soweit ich weiß, aber noch nicht gesprochen.

8. Live seid ihr in den letzten Monaten ordentlich herumgekommen und habt euer Album vorgestellt. Sucht bzw. kümmert ihr euch selber um Konzerte, oder greift euch euer Label dabei unter die Arme? Wie sehen die Reaktionen auf eure Musik aus?
- Um Konzerte kümmern wir uns selber. Die Reaktionen sind eigentlich immer ganz gut, habe ich so den Eindruck. Auf jeden Fall bin ich bisher ein bisschen überrascht, dass die CDs immer relativ gut nach den Konzerten weggehen. Aber mal schauen, ob das so bleibt. So viele Konzerte haben wir mit „Spreading death“ in petto leider noch nicht gespielt. Wir sind gerade dran und hoffen, das im Herbst/Winter ändern zu können. Schaun wir mal, was geht….

9. In Zeiten von MySpace, Youtube und kinderleichtem Herunterladen würde mich zu sehr interessieren, wie sich ein Album einer recht jungen Band verkauft. Findet „Spreading death“ seine Anhänger, oder habt ihr eher die Art von „Fans“, die sich die Musik nur auf MySpace anklicken, bzw. sich den Kram herunterladen?
- Hmmm gute Verkaufszahlen sind relativ. Wir haben bisher gute 100 Stück los und sind noch gespannt auf die Zahlen vom Label. Erste Schätzungen sagen, dass das ca. 250 bisher sein dürften.

350 Scheiben nach 3 Monaten finde ich persönlich eigentlich ganz cool. Mehr wäre natürlich auch super. Fakt ist aber sicher, dass Remission einige Scheiben hat, die bestimmt besser gelaufen sind.

Ob das jetzt an uns oder an den allgemein sinkenden Verkaufszahlen liegt, sei mal dahingestellt.

Auf MySpace ging in letzter Zeit auch verdammt viel, und es kamen ein paar Kommentare aus den USA, Italien und Frankreich, dass sie das Zeug super finden, sowie ein paar Bestellungen.

Gezogen wird das Album, schätze ich, auch ziemlich viel. Wenn man bei „google“ nach dem Ding sucht, kommt sofort ein Riesenhaufen an Seiten, auf denen „Spreading death“ zum freien Download angeboten wird (aber das ist, denke ich, heute fast normal) und bei ein paar sind die Downloadzahlen recht weit oben.


10. Thomas, wenn ich mich nicht täusche, spielst du unter anderem auch bei den saucoolen HAVOK mit, die ebenfalls ein sehr geiles Death Metal Album am Start haben. Bist du dort noch als Sänger und Brüllwürfel aktiv, oder ist CHAOSREIGN mittlerweile dein einziges Baby?
- Da bist du richtig informiert. Allerdings ist HAVOK im Moment auf Eis gelegt, was an einigen studiumsbedingten Umzügen und Zeitengpässen liegt. Der letzte HAVOK Gig war im November 2009. Von daher bin ich im Moment „nur“ bei CHAOSREIGN aktiv.

11. Im Booklet habt ihr alle Pseudonyme, was ja bei einer Death Metal Band eher seltener anzutreffen ist: Du bist Don Jeremy, dann gibt es noch Jim Holmes, Tim Byron, Spike Horner und Pete North. Wer kam auf diese recht coole Idee? Oder handelt es sich bei euch um uneheliche GI-Söhne, haha?
- Hehehehe, also bei den anderen weiß ich nicht, wie es mit GI-Vorfahren aussieht :-). Jungs... eure Erzeuger schon mal gefragt, was so ging?

Meine Vorfahren dürften allerdings seit einigen Generationen von der Schwäbischen Alb und von dort in der Nähe stammen.

Die Idee an sich stammt von Tim. Ich wusste am Anfang noch gar nichts davon. Als ich das erste Mal auf unsere neue MySpace Seite geschaut hab, stand da einfach, dass ich Don Jeremy bin.

Als kleiner Liebhaber dieses Filmgenres hab ich natürlich sofort gesehen, dass das alles leicht abgeänderte Namen von alten Pornodarstellern sind, hehe. Fürs Album haben wir dann überlegt, ob wir von nun an unsere richtigen Namen verwenden sollen. Chris von Remission haben die „Pseudonyme“ allerdings auch gefallen, dann haben wir es einfach so gelassen.

12. Ein Blick auf die Texte verrät, dass ihr fernab von Gore- und Splattertexten agiert, was ich persönlich sehr gut und interessant finde, da die meisten Texte im Genre des öfteren recht hohl und platt sind. Welchen Stellenwert haben die Texte für euch?

- Die meisten Texte stammen von Tim. Zwei der Lyrics sind von mir. Im Allgemeinen sind das Horrorstorys, die durchaus auch etwas Gore enthalten. Manchmal werden aber auch Dinge aus dem alltäglichen Leben und dem, was um einen herum geschieht, aufgegriffen und verarbeitet. Religionen an sich kriegen auch ihr Fett ab. So habe ich Tim zumindest verstanden.

Insgesamt sehen wir die Texte als Tüpfelchen auf dem i. Vor allem müssen sie gut klingen, sollen aber auch nicht inhaltsleer oder langweilig sein. Die Musik steht allerdings an erster Stelle, und eine Botschaft haben wir in dem Sinne auch nicht, außer:

DEATH FUCKING METAL AAARRGGGGHHHH!!!

13. Ihr verwendet bei ein paar Songs recht coole Intros/Filmsamples, aus welchen Filmen stammen sie?
- Das Intro vom Opener stammt von „Hellraiser“. Nicht unbedingt originell, aber es wirkt und passt einfach super! Das Sample im Mittelteil von „Fleshless disease“ ist aus „Nightmare in Elm Street 2“. Die Samples von „Hey bitch“ stammen aus einem Film namens „Ford Fairlane – Rock n Roll Detective“, welcher einer von Tims Lieblingsfilmen wohl ist und es sich einfach anbot, für diesen Song so etwas zu verwenden. Bei „Headless Crucified“ wurde ein Sample aus „Exorcist III“ verwendet, welches einfach auch gut zum Song gepasst hat….

14. Ihr kommt teils aus Baden-Württemberg und teils aus Österreich. Das stelle ich mir persönlich zum Proben recht schwierig und zeitintensiv vor. Wie klappt so etwas?
- Na ja, also aus Baden-Württemberg kommen eigentlich nur unser Basser und ich.

Tim (Drums) kommt aus Memmingen in Bayern, Pete aus dem „Grenzgebiet“, Füssen (Schloss Neuschwanstein – u know!?) und Jim (Guitars) aus dem Nachbarland Österreich. Er wohnt quasi ein paar Kilometer von Füssen entfernt.

Unser Proberaum befindet sich in Kempten, was die gute Mitte zwischen Füssen und Memmingen ist, und eigentlich sind Tim, Pete und Jim auch die einzigen, die wirklich regelmäßig proben und sich auch fürs Songwriting verantwortlich zeigen.

Jim schaut auch öfter als ich zum Proben hoch. Er ist ein sehr guter Basser und lernt neue Lieder wirklich sehr schnell und packt sich sehr viel daheim drauf. Bei unserer ersten Probe mit ihm konnte er schon fast alle Lieder nahezu fehlerfrei spielen.

Ich komme meistens nur vor Konzerten oder wenn ein neues Stück steht zum Proben. Damit ich mich auf das neue Zeug vorbereiten kann, schicken mir die anderen davor auch meistens schon Aufnahmen der neuen Songs und manchmal auch schon mit einem Text von Tim. Dann kann ich meine Gesangslinien daheim schön vorbereiten, dass das im Proberaum nicht so viel Zeit frisst.

15. Wie sieht die Nachfrage aus dem Ausland aus? Ich denke, ihr dürftet mit eurem Stil aus uralten SIX FEET UNDER, ENTOMBED, GENERAL SURGERY doch sehr gut ankommen, oder?
- Na ja... also Aussichten auf Konzerte im Ausland, außer vielleicht der Schweiz und Österreich, gibt’s im Moment nicht. Allerdings gefällt unser Zeug anscheinend ein paar Leuten aus den USA und nach Malaysia habe ich erst heute ein paar Promos an ein paar kleine Fanzines geschickt, die Interesse hatten. Ansonsten kamen, wie gesagt, noch ein paar Kommentare aus Frankreich und Italien.

Auf MySpace sind eigentlich täglich Klicks auf der kompletten Landkarte zu sehen. Mehr bekommen wir vom Ausland allerdings nicht wirklich mit, was unsere Musik angeht.


16. Was fällt dir spontan zu folgenden Begriffen ein:
AUTOPSY/ABSCESS:

- Yeah!!! Mal schaun, was die Leute noch aufm Party.San zusammen bringen. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt. Natürlich auch auf die neuen Veröffentlichungen! Im Moment läuft zufällig auch die „Mental funeral“ im Hintergrund ^^. Auf jeden Fall einer der Grundpfeiler vom Old School Death Metal!!! Mit ABSCESS muss ich sagen bin ich leider nie so warm geworden….
Black Metal:
- Hmmm, hat mir nie großartig was gegeben. Außer Sachen, die bolzen wie Sau, so wie MARDUK. IMMORTAL gefallen mir auch, oder etwas experimentellere Sachen wie z.B. HIDDEN IN THE FOG. Aber insgesamt kann ich mit dem meisten Zeug aus diesem Genre nichts anfangen. Allerdings ist das nicht bei allen Leuten von CHAOSREIGN so.

Fans: früher/heute:
- Schwer zu sagen. Ich bin selbst erst 22 Jahre alt. Also hab ich von den Anfangstagen leider selber nichts mitbekommen. Was ich mir denken könnte, ist, dass man sich früher mehr mit den einzelnen Alben, die man besessen hat, intensiv beschäftigt hat und denen so auch ein größerer Stellenwert zukommt.

Heute kann man sich ja problemlos jede Woche hundert Alben, die einen irgendwo interessieren, besorgen. So viel kann man sich natürlich nicht intensiv anhören. Da sehe ich schon die Gefahr, dass das Ganze irgendwo in die Oberflächlichkeit abdriften kann.

Österreich:
- Berge, kein Dosenpfand, PUNGENT STENCH und unser Gitarrist.

17. Lass uns ein wenig durch die Kristallkugel schauen, um zu erfahren, was in Zukunft bei CHAOSREIGN ansteht. Wird es einen konsequenten Nachfolger zu „Spreading death“ geben, oder werden CHAOSREIGN auch neuere/andere Einflüsse in ihre Songs mit einfließen lassen?
- Ich denke, wir werden unserem Stil auf jeden Fall treu bleiben und wieder ein sehr old schooliges Ding zimmern. Was anderes wollen wir auch gar nicht. Da jetzt mehr Input von unserem neuen Klampfer kommen wird, könnte ich mir vorstellen, dass etwas mehr technische Spielereien mit einfließen werden, allerdings natürlich nur, wenn sie auch wirklich zu unserem Sound passen. Außerdem wollen wir auch etwas mehr doomige Parts einbringen. Die Grundrichtung wird aber auf jeden Fall wieder fucking Swedish Death Metal sein.

Außerdem soll der Sound bei der nächsten Scheibe fetter werden und die Gitarren mehr zur Geltung kommen. Da drauf werden wir auf jeden Fall unter anderem unser Augenmerk legen.

Der Rest wird sich zeigen. Jetzt machen wir erst mal die Stücke fertig ;-).

18. Mal angenommen, ihr bekommt den Deal, euch die Band für eine Split-EP/-LP nach eurer Wahl auszusuchen, für welche würdet ihr euch letztendlich entscheiden und warum?
- Ich denke, eine super Band hierfür wäre LIFELESS aus Deutschland. Deren neue Scheibe ist wirklich klasse. Geht ziemlich in Richtung GRAVE. Deswegen würden wir stilistisch auch super zueinander passen.

19. Was ist Musik bzw. Metal für dich/euch? Eine angenehme, freizeitfüllende Beschäftigung oder doch eine Lebenseinstellung mit gewissen Idealen, gelebte Leidenschaft, ein „Ausbruch“ aus gesellschaftlichen Zwängen?
- Ich denke, für jeden von CHAOSREIGN ist Metal auf jeden Fall eine große Leidenschaft. Allein Pete und Tim spielen schon seit ca. 15 Jahren in irgendwelchen Bands und verfolgen das Geschehen in der Musikszene mit regem Interesse, und wir anderen versuchen eigentlich auch alle schon seit wir um die 15 waren etwas auf die Beine zu stellen. Alle von uns sind auf jeden Fall als leidenschaftliche Fans am Ball.

Metal hängt für mich auch mit einigen Idealen zusammen. Vor allem, dass man auf den Mainstream scheißt und sich so gut wie möglich nicht vorschreiben lässt, wie man zu sein hat. Da muss man natürlich auch immer aufpassen, dass man sich nicht von den Trends und „Regeln“, die es im Metalbereich natürlich auch gibt, unterkriegen lässt, sondern einfach das macht, was einem gefällt und auf was man Lust hat.

20. Okay, soweit fürs erste, ich bedanke mich brav bei euch. Auf dass man sich hoffentlich bald mal wieder live sieht. Erzähl mir noch gschwind, was ich vergessen hab zu fragen, und dann hast du mich los. Also bis zum nächsten Mal. Möge das Chaos mit euch sein.
- Hmmm. Denke nicht, dass du was vergessen hast. War ein ziemlich ausführliches Interview :-). Mein Lieblingsbier ist Augustiner oder unser leckeres lokales Gold Ochsen, und den längsten Penis in der Band hat Tim. Ich denke, das wärs.

Also... dickes Danke für dein Interesse an CHAOSREIGN und für deine Unterstützung. Wir sehen uns!!!


Interview: Rayk, August 2010
Bandkontakt: www.myspace.com/deathbychaosreign