[ Ablach ]

 

Ablach war mir bis vor Kurzem noch überhaupt kein Begriff, aber seitdem ich die Scheibe „Aon“ mein Eigen nenne, bin ich von dieser schier unbändigen Wucht an Aggression, musikalischem Talent und saucoolen Songarrangements nahezu infiziert worden. Gerste ist es zu verdanken, dass ich auf die Schotten aufmerksam geworden bin, Danke Bruder! Wer auf crustigen Grindcore wie Afgrund oder Nasum und Brutal Truth steht und sowohl neueren als auch älteren Einflüssen aus hiesiger Krachszene nicht abgeneigt ist, der sollte diese Jungs definitiv mal antesten. Was ihr mitbringen müsst, ist etwas Zeit, Whiskey und Bock auf abgefahrenen Grind, wie er in seinen Anfangstagen zelebriert wurde. Los geht’s. (Rayk)

Hi Alby und Bazz, seid gegrüßt. Verdammt, ihr habt in mir mit eurem bärenstarken Debüt-Album „Aon“ einen wahren Begeisterungssturm entfacht. Danke, so soll es sein! Ich hoffek euch geht’s soweit bestens. Was treibt ihr gerade so?

- Alby: Hi Rayk, hier Alby, ich spiele Bass. Mir geht’s gut, und ich mache mich jetzt mal dran, deine Fragen zu beantworten.
- Bazz: Hi Rayk, freut mich, dass dir unsere Scheibe gefällt, es ist schon verrückt, wie viele Leute darauf stehen! Ich persönlich habe mich morgens um 2:30 Uhr hingesetzt, um deine Fragen zu beantworten, nachdem ich gemerkt habe, dass Alby schon als erster angefangen hat. Ich werde dann mal die Lücken ausfüllen...

Hier in Deutschland sind Ablach sicher noch nicht so bekannt. Ich weiß, die Frage nervt, aber wie habt ihr zusammengefunden, wie lange gibt es euch, und aus welchen Leuten besteht die Band?

- Alby: Wir haben uns vor ein paar Jahren zusammengetan, nachdem sich Filthpact, die Band, in der Bazz, Mitch (aka Dave) und ich gespielt hatten, aufgelöst haben. Wir wollten musikalisch etwas intensiver werden, und mit den wahnsinnsschnellen Beats, die Calum raushaut, waren wir dann auf dem richtigen Weg. Mir hat es richtig in den Fingern gejuckt wieder anzufangen!
- Bazz: Ja, Ablach war eine der paar Bands, mit denen wir nach Filthpact gejammt haben. Mir wurde sehr schnell langweilig, nachdem wir uns plötzlich aufgelöst hatten. Ich kannte ein unentdecktes Schlagzeug-Talent aus unserer Gegend (nämlich Calum). Ich habe ihn mit meinen ehemaligen Filthpact-Kollegen, Andy (Bonesaw-Sänger) und mir in einen Raum gesteckt. Das Ergebnis war, hmm... verdammt SCHNELL!! Haha.

Wie war eure Tour durch Schottland? Lohnt es sich in Schottland als Underground Band aufzutreten, oder spielt man eher in einem halbleeren Club? Hier bei uns in Deutschland haben es die kleineren Bands oft verdammt schwer, sich zu behaupten. Die wirklichen Metalfreaks, die den Underground unterstützen, bleiben immer mehr aus. Wie sieht es da bei euch aus?

- Alby: Ich denke, egal wo du auf der Welt hingehst, ist es mit den Besucherzahlen auf den Gigs immer mal besser, mal schlechter. In Schottland sieht das genauso aus. Wenn du nicht gerade in einer richtig bekannten und beliebten Band spielst, dann ist es eine echte Herausforderung, die Leute dazu zu bringen, zu deinen Konzerten zu kommen. Aber auf der anderen Seite waren wir auch überrascht, dass bei einigen unserer Auftritte neue Gesichter aufgetaucht sind. Es ist schön, dass die Jugend auch Interesse an uns hat!
- Bazz: Die Mini-Tour mit FUBAR ist ziemlich gut gelaufen. Wie Alby sagt... es läuft mal so, mal so. Aber es scheint allmählich aufwärts zu gehen. Wir bemühen uns darum, möglichst viel Aufmerksamkeit zu bekommen. In Glasgow im Vorprogramm von Anaal Nathrakh zu spielen, war da sehr hilfreich. Glasgow ist im Metalbereich die wichtigste Stadt in Schottland. Daher sind die Support-Positionen dort hart umkämpft. In der Regel werden sie an lokale Bands vergeben, weil sie direkt vor Ort sind und die Promoter persönlich kennen. Unsere ordentliche Portion Brutalität kam beim Publikum von Anaal ziemlich gut an!

Inwiefern greift euer Label euch bei der Organisation von Konzerten unter die Arme, oder kümmert ihr euch selbst um Auftrittsmöglichkeiten?

- Alby: Mitch und Bazz kümmern sich um die Organisation unserer Auftritte. Hut ab, die Herren!
- Bazz: Unser Label unterstützt uns da überhaupt nicht. Es ist 100% Do It Yourself, abgesehen vom Pressen der CD.

Ein Blick aufs Bandphoto zeigt, dass ihr alle noch recht jung ausschaut, ich schätze mal so Anfang/Mitte 20. Und trotzdem spielt ihr euren alte Schule Grindcore mit Crusteinflüssen absolut souverän und mit einem technischen Know-how, dass mir die Spucke wegbleibt. Ihr seid alle keine blutigen Anfänger mehr, denn Ablach besteht aus Ex-Mitgliedern von Filthpact sowie ein paar Leuten von der Death Metal Horde Bonesaw, richtig? Beide Bands sind nun vom Stil her ziemlich unterschiedlich, ist das eher ein Problem, oder macht gerade das die Abwechslung bei Ablach aus?

- Alby: Hahaha, du klingst wie ein netter Mann, wenn du uns solche Komplimente machst! Wir sind zwischen Anfang 20 und Anfang 30, von daher gibt es auch eine Mischung von Geschmäckern, die uns manchmal etwas ausbremst, aber in anderen Momenten funktioniert es gut, und das ist dann der Kram, den wir aufnehmen;)
- Bazz: Ich liebe dich: Ich bin mit 32 (fast 33) der älteste. Es freut mich, dass du findest, wir klingen souverän. Es kommt einem immer so chaotisch vor, wenn man mittendrin ist, haha. Ich habe, bevor ich bei Filthpact eingestiegen bin, noch nie Gitarre gespielt, das sind jetzt also vier Jahre. Der etwas andere Stil beim Spielen hat mir gefallen, daher wollte ich das bei meinem nächsten Projekt (mit mir an der Gitarre) beibehalten. Filthpact und jetzt auch Ablach sind allgemein viel, viel schneller als Bonesaw. Die Gitarren sind auch anders gestimmt. Von daher kommen sich die beiden Bands nie in die Quere, wenn es ans Songwriting geht.

„Aon“ wurde über das malaysische Label Blastwork Records von Rudy Jaffri herausgebracht. Wie kamt ihr eigentlich mit ihm in Kontakt? Seid ihr über Myspace auf Rudys Label aufmerksam geworden, wie es heutzutage oft der Fall ist? Mit eurem Stil an rotzigem Grind/Crust seid ihr ja bei ihm genau an der richtigen Haustür, oder?

- Bazz: Ja, Rudy hat schon mit etlichen einflussreichen Grindbands zusammengearbeitet. Von daher mussten wir nicht lange nachdenken, als er uns über Myspace kontaktierte (wie es heutzutage immer ist) und uns anbot, etwas über sein Label zu veröffentlichen. Der Kontakt bedeutet uns umso mehr, wenn man bedenkt, dass wir gerade mal ein paar Tage zuvor zwei Songs von unserem Demo auf Myspace gesetzt hatten.

Wie macht Rudy seine Arbeit? Seid ihr bisher zufrieden? Stellt die weite Entfernung ein Problem dar? Und gilt der Vertrag nur für dieses eine Album?

- Bazz: Rudy/Blastwork ist ein Indie Label. Es gab keine Verträge und sein Anteil war es, das fertige Produkt zu finanzieren. Die Aufnahmen und Produktion waren schon bezahlt, und daher bleibt das Copyright/Eigentumsrecht bei uns. Natürlich hätten wir die CDs auch selbst pressen lassen können, aber wir wollten uns diese Gelegenheit nicht durch die Lappen gehen lassen, dass ein bekanntes Grindlabel die CD veröffentlicht und sie über seine Kontakte vertreibt. Der Gedanke ist, die Scheibe vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt über ein größeres Label mit einem besseren Vertrieb wiederzuveröffentlichen.

Ich bin ein großer Fan von Tribute Samplern, umso mehr war ich erfreut, als ich las, dass ihr ebenfalls auf dem Nasum Tribute mit von der Partie seid. Geil!! Wahnsinn, die Scheibe rattert einmal das komplette ABC an Bandnamen runter. Die Bandwahl ist aller erste Sahne. Tom von Power It Up hat mal wieder (wie so oft!) den richtigen Riecher gehabt. Ihr habt euch den Song „Too Naked To Distort..“ herausgesucht. Warum gerade diesen? Hattet ihr bei der Titelwahl freie Hand, oder gab es gewisse Einschränkungen?

- Bazz: Ja, wir haben uns riesig gefreut, dass er uns da mitmachen ließ! Ich denke mal, dass wir uns recht früh gemeldet haben, als die Liste gerade gemacht wurde, wir hatten also wirklich Glück! Haha, natürlich könnte es auch unser eigener Verdienst sein. Eigentlich war unsere erste Wahl „Time To Act!“, was wir auch schon aufgenommen hatten (wurde als Bonustrack auf der Problem? Records EP veröffentlicht). Uns wurde gesagt, dass das Stück (möglicherweise) schon vergeben ist, und daher mussten wir uns für ein anderes entscheiden. Ich habe vergessen, warum wir uns schließlich „T. N. T. D.“ ausgesucht haben, ich schätze mal, es passt gut zu unserer Herangehensweise: kurz, bissig, ein schlagartiger Tritt in die Eier! Haha.

Des Weiteren seid ihr vertreten auf einer 5er Split CD, wo ihr mit fünf Songs am Start seid. Ich kenne den Sampler nicht, aber meine Recherche hat ergeben, dass ihr sogar einen Song in Deutsch namens „Anstandsrevoltenaufruf“ habt, bei dem eine Gastsängerin singt. Ihr überrascht mich immer wieder aufs Neue. Wie kam es zu dieser Konstellation? Wie kamt ihr mit Anika in Kontakt?

- Alby: Anika ist eine gute Freundin von uns, die wir kennengelernt haben, als sie hier in Schottland studiert hat. Nachdem wir erfahren haben, dass Anika in so einer Art Black Metal Band singt, waren wir neugierig, sie zu hören, und eines Abends auf einem Konzert machte sie für uns einen improvisierten Gesangsbeitrag. Kurz darauf haben wir beschlossen, sie zu bitten, etwas für uns zu singen, und beim Text haben wir ihr freie Hand gelassen. Wenn ich mich richtig erinnere, basiert er auf einem alten deutschen Gedicht....

Problem? Rec. hat anscheinend ebenfalls an euch einen Narren gefressen und presste sogar euer Demo auf eine kultige 7’’ EP. Feine Sache!! Sag mal, habt ihr euch das mal träumen lassen, dass die Leute so verrückt nach eurer Mucke sind? Es muss doch ein absolut großartiges Gefühl sein, dass sich die Mühe und die Zeit lohnt, die man im Proberaum verbringt. Ihr scheint wahrlich was richtig zu machen, hähä!

- Alby: Ja, es geht nicht darum, was du weißt, sondern wen du kennst. Roddy (Problem? Records) ist auch ein guter Freund von uns (Grüße!!). Checkt seine Band Atomgevitter an – die volle Thrashkelle, Baby!!

Wenn ich euren Stil so höre, fallen mir sofort Bands wie uralte Napalm Death, Brutal Truth oder auch Nasum ein. Alles Bands, die ich seit Jahren schätze. Da keimt in mir die Frage auf, mit welchen Bands bist du Bazz/seid ihr so aufgewachsen? Denn Slayer, Morbid Angel, Kreator, Death werden es ja nicht sein? Oder hat sich im Laufe der Jahre einfach euer Musikgeschmack geändert? Was fällt euch zum Beispiel bei Konsorten wie Cephalic Carnage, Driller Killer, Afgrund, (alte) Sepultura ein? Was liegt bei dir zur Zeit aufm Plattenteller?

- Alby: Ein großes Dankeschön an meinen älteren Bruder dafür, dass er massenweise Metal abgespielt hat, als ich noch zu jung war, um das wirklich zu kapieren. Das hat definitiv mein Leben geformt! Terrorizer waren meine Lieblingsband, als ich ungefähr 16 war (ah, damals...), und neue Leute zu treffen und in verschiedenen Bands zu spielen hat mir die Augen für alle möglichen neuen Musikstile geöffnet. Afgrund haben uns weggeblasen, als wir letztes Jahr mit ihnen auf Tour waren. Derb ohne Ende!
- Bazz: Du hast falsch geraten, Mann! Ich war ungefähr zwölf (1989), als ich angefangen habe, mich für Heavy Kram zu interessieren. Für mich hat es eigentlich mit Alice Cooper und Ozzy Osbourne angefangen. Dann ging es schnell weiter mit Metallica („... And Justice“ war gerade veröffentlicht worden), Slayer (die Ära vor „Seasons“) und Sepultura („Beneath The Remains“). Von meiner Thrash-Phase ging es schnell weiter zum Death Metal mit dem Debüt von Deicide, Terrorizer, Obituary, Autopsy, Entombeds Debüt, Morbid Angels Debüt, Carcass, Repulsion, Brutal Truth. Alles, was man heute als „Klassiker“ bezeichnet – ich fühle mich alt, haha! Aberdeen ist eine ziemlich kleine Stadt, daher ist die Metalszene hier kaum (oder gar nicht) in einzelne Genres unterteilt. Es geht einfach nur um Metal, haha! Zur Zeit stehe ich total auf die neue Converge LP „Axe To Fall“.

Euer Bandname ist gälisch und bedeutet übersetzt „Mangled Carcass“. Klingt zuerst typisch Death Metal mäßig. Eure Texte zeigen allerdings, dass es bei euch keineswegs um klischeehafte Themen geht, sondern ihr greift unter anderem auf die schottische Geschichte zurück. Gehe doch mal etwas mehr ins Detail.

- Bazz: Mitch (Dave), derjenige von den beiden Sängern, der die höhere Stimme hat, ist in der Regel derjenige, der sich um die Texte kümmert, obwohl ich auch helfe, die Themen zu recherchieren, von denen sie handeln, so war zum Beispiel das Wort „Ablach“ eine meiner Entdeckungen. Ich schätze mal, mein/unser Wissensdurst, was alles Alte, Düstere und vorzugsweise Schottische angeht, hat seine Wurzeln in Filthpact, denn das war etwas, womit wir damals in Berührung kamen. Sobald wir den Namen für unsere neue Band gefunden hatten, war es irgendwie beinahe einfacher, eine Art Leitmotiv für die Band zu haben – aber ein wirklich cooles und nicht irgendwelche bescheuerten Masken und so eine Scheiße. Haha! Seit Hunderten Jahren wurden Menschen in der ganzen Welt jede Menge abscheulichen Dinge angetan, in dieser Hinsicht ist Schottland alles andere als einzigartig. Vielleicht haben wir einfach das Glück, dass viele sich generell für Schottland interessieren und vielleicht auch langsam genug haben von Texten, die davon handeln, tote Kinder zu „lieben“ usw.
Es geht allerdings nicht immer um Historisches, wir mischen auch gern mal ein paar Spinnereien mit rein, damit es was zu raten gibt. Der Song von Anika ist ein gutes Beispiel. In „Whisky Violence“ geht es um den Einfluss, den Alkohol auf die moderne Gesellschaft hat, in „Master Faith“ geht es um religiöse Sekten und „Falin At Dawn“ handelt von einem mythischen Bergdämon mit einem riesigen Kopf, haha. Also jede Menge Geschmacksrichtungen.

Kommen wir jetzt mal zu etwas, was mir nicht so gefällt: Wer kam denn auf diese bescheuerte Idee, die Texte in einer so engen Schrift und total unübersichtlich im Booklet abzudrucken? Aufgrund euer Erläuterung zu jedem Song gehe ich mal davon aus, dass euch eure Texte schon wichtig sind, aber warum dann so etwas? Finde ich eher störend.

- Alby: Mitch mal wieder? ;)
- Bazz: Richtig, Alby. Mitch hat das komplette Layout gemacht. Ich persönlich hatte genau die Einwände, die du gerade angesprochen hast. Er ist immer noch der Meinung, dass es gut ist, aber ich stimme ihm immer noch nicht zu. Ich entschuldige mich jetzt für die Kopfschmerzen, die wir (er) vielleicht verursacht haben/hat! Sorry!

Das Cover zu „Aon“ wurde von Stiv entworfen und zeigt ein keltisches Motiv. War Stiv eure erste Wahl und war von Anfang an klar, dass es sich um ein keltisches Motiv handeln soll, oder kamen auch noch andere Ideen in Frage?

- Bazz: Wir sind über Trav von Berzerker Wear (Phobia) mit Stiv in Kontakt gekommen, und sein Crust-beeinflusster Stil hat uns sehr gut gefallen. Wir sind mit ihm Kontakt gekommen weil wir wollten, dass er unser Bandlogo in seinem Stil bearbeitet, das wir dann mit hinzugefügten Totenschädeln usw. zurückbekamen. Zu unserer Überraschung hat er auch dieses Rad/Schild im keltischen Stil gemacht, das uns total umgehauen hat, da unsere älteren Designs schon in diesem keltischen Stil waren. Es hat uns so gut gefallen, dass es schließlich unser LP-Cover wurde.

Neben Ablach wütest du, Bazz, und zwei weitere Ablach-Jungs noch bei Bonesaw mit, die Death Metal im herrlich dreckigen Autopsy Stil spielen. Legt ihr eure Shows so, dass ihr wenn möglich mit beiden Bands auf dem gleichen Konzert auftreten könnt? Wenn ich mich nicht täusche, habt ihr sogar vor Kurzem mit Mr. Reifert eine Split EP herausgebracht. Ja, wie geil ist das denn bitteschön? Erzählt bitte mehr davon.

- Bazz: Vor Ort spielen wir oft auf dem gleichen Gig. Allerdings kam das außerhalb unserer lokalen Umgebung noch nie vor. Ich denke, das lag in erster Linie an den logistischen Problemen, die sich ergeben, wenn man zehn Typen und ihre Ausrüstung transportieren muss.
Ja, wir (Bonesaw) haben tatsächlich eine EP mit Abscess veröffentlicht (über Aphelion Productions). Das ist so ziemlich das coolste, was wir uns je hätten erträumen können, eigentlich kann es von da an fast nur noch abwärts gehen, haha! Unser Gitarrist Sid ist durch seine frühere Band Korpse, die über Candlelight Records veröffentlichte, schon lange mit Chris und Co. befreundet. Ich bin mit Chris über ihre Myspace-Seite in Kontakt gekommen, die er damals selbst betreut hat, wir sind über E-Mail in Kontakt geblieben und dann kam das Thema Split-Veröffentlichung auf. Er sagte ja! Der Rest ist absolut fantastische Geschichte.
Die Veröffentlichung hat uns auch dabei geholfen, die Aufmerksamkeit von Kam Lee zu wecken (ich schätze mal, ich muss ihn nicht erst vorstellen!), und er hat uns vorgeschlagen, eine Split mit seiner neuen Band Bone Gnawer zu machen, die sehr, sehr bald über Aphelion Productions erscheinen soll. Es wird eine CD sein, gefolgt von einer 10’’ Vinylscheibe, genau wie bei der Veröffentlichung mit Abscess.

Es scheint, als covert ihr gerne Songs von Bands, die euch beeinflusst haben. Bisher habt ihr Napalm Death, Terrorizer und Nasum gecovert. Welche Bands habt ihr noch auf eurer (Wunsch)-Liste? Auch schon mal drüber nachgedacht, einen Coversong in Gälisch zu machen, der ursprünglich in Englisch ist?


- Alby: Gute Frage, was meint ihr, Jungs?
- Bazz: Die Idee, ein Lied zu übersetzen, ist mir noch nie in den Sinn gekommen, zumindest nicht bei einer Coverversion. Ich denke aber, genau diese Idee könnte sich auf unserem zweiten Album finden mit einem unserer eigenen Stücke von der „5way Grind Split“. Wir haben allerdings noch ein paar andere Coverversionen in petto, nämlich: Brutal Truth – „Ill-Neglect“, Phobia – „Slaying Bastards“, Extreme Noise Terror – „Bullshit Propaganda“. Ich denke, wir werden nicht noch mehr Zeit auf Coversongs verwenden, obwohl es mich sehr reizen würde, irgendwann mal Carcass zu covern. Keiner dieser Songs wurde allerdings aufgenommen, das ist nur ein besonderes Leckerli für diejenigen, die uns live sehen.

Was macht euer Meinung nach einen guten Coversong aus? Wenn sich eine Band ziemlich am Original hält oder wenn der Song einen eigenen Stil/Charakter aufgedrückt bekommt? Könntet ihr euch mal vorstellen, einen Song zu covern, der aus einer komplett anderen Musikrichtung kommt, wie wäre es z.B. mit „Whiskey Bar“ (gerade als schottische Band, haha) von The Doors? Das stelle ich mir mal sehr interessant vor...

- Alby: Eigentlich ein bisschen von beidem. Es ist cool, irgendwelche Typen zu hören, die ihre Idole kopieren und das so gut machen, wie es ihre Fähigkeiten zulassen. Aber was noch interessanter sein kann, ist, wenn jemand einen Song nimmt und in seinem eigenen Stil etwas anderes daraus macht. Hört euch zum Beispiel das Macabre Cover vom „Oompa Loopa“ Song auf dem „Dahmer“-Album an. Absolut spitzenmäßig!
- Bazz: Ja, ich würde sagen, ein bisschen von beidem. In unserem Fall haben wir beschlossen, die Songs, die wir uns ausgesucht haben, so zu belassen, wie sie geschrieben wurden. Wenn man es schafft, dass sechs Typen sich auf einen Song einigen, dann muss der schon perfekt sein, haha!

Wie haltet ihr euch eigentlich auf dem laufenden in Bezug auf neue Bands/Alben? Seid ihr eher die Jungs, die stundenlang vorm PC hocken, oder setzt ihr doch eher auf Fanbasis und macht euch noch die Mühe, ein Album zu kaufen, anstatt es nur runterzuladen? Was hältst du selbst von dieser ganzen Musikpiraterie? Ich sehe dies eher skeptisch.

- Alby: Das ist jetzt eine freche Antwort auf eine freche Frage. Bands online anzuchecken ist super, um neue Künstler zu hören usw., aber wenn man etwas wirklich liebt, dann kauft man sich auch das Original, um das Komplettpaket zu bekommen. Man weiß Dinge, die man in der Hand halten und über die man etwas verschütten kann, einfach mehr zu schätzen. Man versteht die Band auch besser, wenn man das Artwork, die abgedruckten Texte, das Bandfoto (falls vorhanden) und so weiter sieht.
- Bazz: Ich muss zugeben, dass ich tatsächlich Sachen runterlade. Ich kaufe mir immer die Veröffentlichungen, die mir gefallen, auch bevorzugt auf Vinyl. Ich bin der Meinung, das Wichtigste ist, dass die Leute die Musik hören. Die Download-Links wird es auch dann noch geben, wenn die CDs schon lange ausverkauft sind.

Ganz ehrlich, in der schottischen Metalszene kenne ich mich nicht wirklich aus, welche Bands/Labels/Fanzines kannst du weiterempfehlen? Wie ist es generell um den Metal in eurem Land bestellt? Ist man da eher Außenseiter mit langen Haaren/Metaloutfit oder geht es liberal zu?

- Bazz: Aberdeen, die drittgrößte Stadt in Schottland, die eine multikulturelle, von Öl und Geld geprägte Narbe in der Landschaft darstellt, ist immer noch sehr provinziell geprägt, was die Einstellung zu „alternativen“ Musikkulturen angeht, Geschichten über Angriffe auf „langhaarige“ Typen hört man hier allzu oft. Ich würde zwar nicht sagen, dass wir hier alle rund um die Uhr unter Belagerung sind, aber es ist doch entmutigend im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, an denen ich Gefallen gefunden habe. Glasgow, das unser Metal-Zentrum ist, hat allerdings eine viel größere Szene, es könnte hier also ganz anders aussehen. Bands die du anchecken solltest...
www.myspace.com/bonesawuk
www.myspace.com/korpsescotland
www.myspace.com/uncalmviolence
www.myspace.com/manmustdie - die sind bei Relapse unter Vertrag.

Wie muss ich mir den Entstehungsprozess der Lieder bei Ablach vorstellen? Arbeitet jeder seinen eigenen Part daheim aus, oder tüftelt ihr gemeinsam an neuen Ideen im Proberaum?

- Alby: Ha, ein bisschen von allem, was, Bazz? ;)
- Bazz: Wir sind noch dabei, unseren eigenen Weg zu finden, was den Entstehungsprozess angeht. Bisher war es ein bisschen von beidem, wobei wir inzwischen immer mehr schon zuhause schreiben, bevor wir dann zusammenkommen, um den Sachen den letzten Schliff zu verpassen.

Auf welchen Festivals wart ihr bisher außerhalb von Schottland vertreten? Wart ihr schon mal in Deutschland? Was wisst ihr über die deutsche Metalszene bzw. über Deutschland generell (außer dass es schöne Frauen und gutes Bier gibt)?

- Alby: Filthpact waren schon ein paar mal in Deutschland. Ich konnte schon eine Menge gutes Bier probieren, aber noch keine Frau! ?
- Bazz: Das Bloodshed Festival in Eindhoven ist das einzige Festival, auf dem Ablach bisher in Europa gespielt haben. Wir als Band haben noch nie in Deutschland gespielt, ich persönlich auch noch nicht. Filthpact waren damals dort, bevor ich in die Band eingestiegen bin. Ich war allerdings schon zweimal zu Besuch da. Das erste Mal war ich in Leipzig, um Andy (tiefer Gesang) zu besuchen, der damals dort wohnte. Er lebte dort etwa zwei Jahre lang mit einem Mädchen von dort, mit dem er zusammen war. Das zweite Mal war auf einer Autoreise, die ich mit unserem Schlagzeuger Calum gemacht habe. Wir haben viel gezeltet, waren aber auch in München im Backstage, auf dem Up From The Ground Festival in Gemünden, um Morbid Angel zu sehen! Und in Leipzig und Köln, bevor wir wieder nach Holland zurückfuhren. War wirklich super, ich werde wiederkommen! Haha.

Was treibt ihr neben der Musik? Womit verdient ihr eure Brötchen?

- Alby: Arbeiten, arbeiten und verdammt noch mal arbeiten. Oh, und mich betrinken, Komasaufen.
- Bazz: So wenig wie möglich, was die Arbeit angeht, hauptsächlich Lieferdienste. Jede Menge Gras rauchen!

Ist für euch Musik auch so ne Art Ventil, wo ihr euren angestauten Frust ablassen könnt? Wenn es etwas in dieser Gesellschaft gibt, was dich so richtig ankotzt, was ist das und was würdest du als erstes ändern?

- Alby: Spielen ist super, um Wut loszuwerden, aber oft ist es auch sehr frustrierend! Hahaha. Ich denke, wir sollten alle Regierungen loswerden, und ich sollte einfach der König der Welt werden!! (Sorry, das bezieht sich eigentlich nur auf Aberdeen.) Ich würde jeden sonnigen Tag zum Feiertag machen! ?
- Bazz: Ja, spielen ist natürlich super, um Wut loszuwerden, es ist schnelles, wildes Zeug, aber eigentlich ist es manchmal gar nicht so leicht, wie es scheint, die Sachen so zu spielen, wie man sie sich im Kopf vorstellt, haha. Ich denke mal, jeder, der aufmerksam verfolgt, was um ihn herum los ist, muss eine Stinkwut bekommen, oder? Ich würde alles verändern, aber das ist unmöglich. Ich denke, ich werde einfach bei meinem Plan bleiben, ein Einsiedler irgendwo in den Bergen zu werden. Haha.

Ihr habt schon mit den verschiedensten Bands live gespielt. Bei welchem Publikum kommt ihr in der Regel am besten an – bei den Punks/Crust-Hörern, bei den Death Metallern oder Grindfans, oder doch bei den schottischen Groupies, haha?

- Alby: Leider sind alle unsere „schottischen Groupies“ Männer, also müssen wir wohl schwul werden! ;)
- Bazz: Umso mehr wir spielen, desto mehr Anklang scheinen wir zu finden. Du findest alle oben erwähnten Gruppen regelmäßig auf unseren Konzerten. Die Konzerte, die wir organisieren bzw. spielen, haben in der Regel einen gewissen Stilmix. Wir haben dabei die Hoffnung, mit der Auswahl an Stilen so viele Leute wie möglich anzulocken, so ähnlich wie bei einem Festival, aber auf einer kleineren Basis (maximal vier Bands)
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Ihr spielt im Januar in eurer Stadt mit Napalm Death. Glückwunsch an dieser Stelle!! Ich kann mir vorstellen, dass man da schon ein wenig aufgeregt ist, oder? Denn ich meine, wer hat schon das Glück, mit Napalm Death zu spielen? Ich selbst bin seit vielen Jahren sehr großer ND Fan. Hast du Barney, den englischen Bühnen-Tornado, schon mal persönlich kennen gelernt, oder ist im Januar die Premiere?

- Alby: Mann, ich werde mir vor Angst in die Hosen scheißen, wenn wir vor denen spielen!
- Bazz: Das Konzert muss erst noch bestätigt werden, aber ja, das wird der absolute Killer, wenn es klappt! Für Andy und mich ist das dann schon die zweite Gelegenheit, im Vorprogramm von Napalm Death zu spielen. Das letzte Mal war 2007 mit Bonesaw. Ich habe tatsächlich Barney, Mitch und glücklicherweise auch Jesse (RIP) schon getroffen und mit ihnen gesprochen, aber das war noch ein paar Jahre bevor wir bei ihnen im Vorprogramm gespielt haben. Im Januar sind sie dann zum dritten Mal in Aberdeen.

Was gibt es von eurer Tour Skurriles oder besonders Schräges zu erzählen? Gibt es etwas, was einfach mal erwähnt werden sollte? Leg mal die nackten Tatsachen auf den Tisch, haha...

- Alby: Auf einer früheren Tour haben wir rausgefunden, dass unser Fahrer Roddy (Problem? Records), eine Vorliebe für tiefgekühlte Ratten hat! Ein bisschen beunruhigend! (War ein Witz, es war eine tiefgekühlte Paprika, aber die sah echt aus wie eine Ratte!) Und vor Kurzem auf unserer letzten Europatour musste ich feststellen, dass ich morgens nicht mehr laufen konnte. Schmerzen in der Hüfte, Entschuldigung, am Arsch!!
- Bazz: Ja, wir haben einen großen Fehler gemacht, als wir uns bei der Planung unserer letzten Europa-Spritztour auf öffentliche Verkehrsmittel verlassen haben. Das war eine Lehre, die wir gründlich und auf die harte Tour gelernt haben. Ich kann euch nur den Ratschlag geben – benutzt auf einer Tour nie Flugzeuge, Züge und Busse!!

Okay das war es, mir fällt jetzt nichts mehr ein. Die letzten Worte gehören euch. Wenn ihr noch was hinzufügen wollt, z.B. Werbung, eine Wohnungsannonce oder ähnliches, dann nur zu. Ich bedanke mich für eure Zeit, die ihr euch für unser musikalisches Krachblatt genommen habt. Allzeit gut besuchte Shows, gutes (und vor allem gekühltes) Bier, wo immer ihr auftretet. Haut rein. Beehrt uns bald wieder mit einem neuen Album. Viele Grüße nach Schottland – Cheers + Beers. Rayk

- Bazz: Okay, danke, dass du eineinhalb Stunden meiner Zeit beansprucht hast! Haha. Es hat Spaß gemacht, und das Interview war sehr gründlich und detailliert, du hast eindeutig deine Hausaufgaben gemacht, und ich hoffe, ihr fühlt euch jetzt alle schlauer. Haha. Checkt unsere LP „Aon“ an, die ihr über uns, Blastwork Records und iTunes beziehen könnt. Außerdem die 5er Grind-Split, die bei Distros erhältlich sein müsste, ansonsten schreibt uns eine Mail! Oh, und soweit ich weiß, gibt es bei Roddy von Problem? Records noch Exemplare von der 7’’ EP.
Nächstes Jahr werden wir wieder am Start sein mit unserer zweiten LP. Sie wird „Dha“ heißen.
www.myspace.com/ablachgrind
ablachgrind@hotmail.co.uk

(Interview: RAYK, Übersetzung: KATJA)