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[ SZENE ] Crust bzw. Crustcore gehören für zwei Drittel des CFMD-Stammpersonals ganz klar zu den favorisierten Genres musikalischer Zerstörung und gerade die "alten Helden" aus England haben es den Schreiberlingen irgendwie besonders angetan. Von daher war klar, dass sich im CFMD früher oder später mal mit dem Thema auseinandergesetzt werden würde. Natürlich hätte man sich diesbezüglich selbst was aus den Fingern saugen können, jedoch drängte sich hier der ziemlich geniale "Rise Of Crust"-Artikel, den Felix von Havoc damals für die Ausgabe # 40 des alles andere als unbekannten PROFANE EXISTENCE Zines geschrieben hatte, förmlich auf, da er sich ziemlich umfangreich und detailliert mit den frühen Tagen des Crust- und Crustcoregenres befasst. Der armselige Versuch, das Teil halbwegs korrekt ins Deutsche zu übersetzen, ist nicht unbedingt immer 100%ig geglückt, aber wohl noch halbwegs vertretbar. So, nun aber los. In Crust We Trust!
Vor einigen Jahren hatte ich das Thema schon mal im MRR angerissen und nun, nach einigen Diskussionen im Profane Existence Message Board, will ich mich mal ausführlich zum "Rise Of Crust" äußern. Zu allererst will ich mal was klarstellen. Ich benutze hier in schöner Regelmäßigkeit zwei Begriffe: Crust und crusty Hardcore bzw. Crustcore. Und bevor es weitergeht, sei mal kurz was dazu gesagt. Crust an sich ist meiner Meinung nach sehr metallisch angehaucht. Als Referenzen kann man hier beispielsweise Bands wie HELLBASTARD, CONCRETE SOX, DEVIATED INSTINCT oder auch spätere AMEBIX heranziehen. Crusty Hardcore bzw. Crustcore hingegen ist ziemlich stark im Thrash und im so genannten Dis-Core verwurzelt und bekannte Genrevertreter sind z.B. DISRUPT, EXTREME NOISE TERROR und natürlich DOOM. Doch auch eine Band wie NAPALM DEATH war sehr populär während des "Rise Of Crust". Obwohl sie damals Grindcore und später dann sogar Death Metal zockten, hatten (und haben) NAPALM DEATH eine ziemlich große Crust-Gefolgschaft. RESIST und DEPRIVED waren damals innerhalb der Crust-Szene ebenfalls ziemlich angesagt, spielten aber eher traditionellen Punkrock. Beginnen soll unsere kleine Exkursion jedoch in den frühen Tagen der englischen Szene, mit amerikanischem Crust (NAUSEA, A//SOLUTION etc.) werden wir uns zu einem späteren Zeitpunkt beschäftigen. Kurz ein paar Worte darüber, in wie weit ich damals persönlich involviert war: Als seinerzeit crusttechnisch so richtig die Post abging, war ich so ungefähr zwanzig Jahre alt und ein ziemlich aktiv innerhalb der Szene. Ich hatte einen kleinen Distro, betrieb Tapetrading, las Zines und schrieb für Zines. In den späten Achtzigern war der Hardcore in den USA ziemlich am Ende. Mit Ausnahme von Straight Edge Youth Crew Combos spielten die meisten Bands schlechten Metal oder Indie Rock. Die early 80's UK-Bands wie z.B. DISCHARGE, CONFLICT und ICONS OF FILTH fand ich immer schon sehr geil und auch Ende der Achtziger richtete ich meine Lauschlappen wieder gen England aus. Jede Woche rannte ich in den Plattenladen, um in der Importabteilung nach den aktuellen Scheiben von HERESY, CONCRETE SOX, DISORDER, NAPALM DEATH, RIPCORD und LEGION OF PARASITES Ausschau zu halten. Wie auch immer, ich war damals nicht hautnah in England dabei, sondern bekam den "Rise Of Crust" hauptsächlich durch Fanzines, Brieffreunde, Tape- und Recordtrading mit. Dieser Umstand ist auch Schuld daran, dass sich in meinen Artikel evtl. ein paar Irrungen und Wirrungen eingeschlichen haben könnten. In der Leserbriefkolumne des nächsten Profane Existence werde ich dann bestimmt von Leuten zurecht gewiesen werden, die damals tatsächlich in England mit dabei waren, da bin ich mir sicher. Meiner Meinung nach kam die Initialzündung für das Crustgenre nicht allein von einer bestimmten Band. Sie ging vielmehr von einer Vielzahl von Einflüssen und musikalischen Weiterentwicklungen aus, die damals miteinander kollidierten. Ohne Zweifel ging der Crust zuerst in England ab und übernahm (was Politik, Lifestyle und Ethics betrifft) eine ganze Menge vom early 80's Peace Punk/Anarcho Punk Movement. Musikalisch jedoch wurde Crust schwerstens von britischem und amerikanischem Metal, US Hardcore und brasilianischem, skandinavischem und japanischem Hardcore beeinflusst. Ironischerweise hatten wiederum early UK Punk/Hardcore Bands wie DISCHARGE, DISORDER und CHAOS UK diverse Inspirationsquellen des frühen Crust damals massiv beeinflusst.
ANTISECT's self titled LP von 1983 beinhaltet kraftvollen und düsteren Anarcho Punk/Hardcore, ist für mich aber keine Crustplatte im eigentlichen Sinne. Ihre 1985er "Out From The Void" 7" ist hingegen ein absoluter Crustgeniestreich, a genre defining record in terms of style and music. There were some demos recorded in this period as well (85-86) that I think really set the tone for bands that were emerging at the time such as DEVIATED INSTINCT and HELLBASTARD.
Zusammen mit AMEBIX, ANTISECT und HELLBASTARD ist DEVIATED INSTINCT meiner Meinung nach the most "true" early crust band. Ihren beiden Demos "Tip Of The Iceberg" und "Terminal Filth Stenchcore" folgte 1987 die "Welcome To The Orgy" 7". Die Scheibe kam via Peaceville Records raus, dem Label, welches für immer und ewig mit dem "Rise Of Crust" verbunden sein wird. 1988 folgte dann die Veröffentlichung der "Rock And Roll Conformity" LP, die auch wieder über Peaceville erschien. DEVIATED INSTINCT had the metallic grinding riffs that really defined the more metallic crust, that chug, chug, chug wail, chug, chug, chug wail with the stops and starts accentuated and some double bass beneath the surface. Auch hatte die Band den Dreh bei Gestaltung schwarz-weißer Plattencover raus, auf denen sich ein bizarrer Mix aus keltischen Motiven und Metal looking Ghouls und Dämonen befand, some how tied into anarcho punk politics.
CONCRETE SOX gehörten zu den ersten UK Bands, die vom Hardcore- stark ins Metalterritorium hinüberdrifteten. Auf ihrer 1985er LP "Your Turn Next" LP wurden jede Menge krachender Metalleads und -riffs an den Start gebracht und es kam mir immer so vor, als ob CONCRETE SOX eher von Thrash Metal im Stil von METALLICA und KREATOR als vom traditionellen Sound a la ANTISECT und DISCHARGE beeinflusst waren, der seinerzeit viele Bands inspirierte. But I think a lot of people would want to argue that point with me. Suffice it to say this is more thrash-influenced crust as opposed to say AMEBIX more MOTÖRHEAD influenced crust. Perhaps it's just the guitar tone, which makes me think metal as I don't think Sox was tuned as low or produced to maximize the bass as much. Auch wenn ich sie nicht direkt als Crustbands bezeichnen würde, waren BOLT THROWER und SACRILEGE sehr wichtig und einflussreich wenn von metallischem Crust die Rede ist. Beide Bands würde ich in erster Linie dem Metallager zuordnen, aber sie verarbeiteten ganz eindeutig auch Hardcore/Crust Elemente in ihrem Sound. Diese Elemente kann man klar auf der ersten BOLT THROWER LP "In Battle There Is no Law" heraushören. SACRILEGE spielten anfangs schnellen Hardcore mit Metalkante, u.a. nachzuhören anhand ihrer Beiträge zum "We Won't Be Your Fucking Poor" Sampler und zur "Angelic Scrape Attic" Flexi. Ihre erste LP hingegen ist eher Metals als Hardcore. And both BOLT THROWER and SACRILEGE were full on metal by their second LPs (as was HELLBASTARD I must note). Aber wie auch immer, SACRILEGE's "Behind The Realms Of Madness" LP und BOLT THROWER's "In Battle There Is No Law" LP sind absolute Klassiker, auf denen ein nahezu perfekter aus Metal und Hardcore präsentiert wird.
Wichtig waren auch AXEGRINDER, die grindenden Crust zockten, der sehr an AMEBIX und ANTISECT angelehnt war. Ihr "Grind The Enemy" Demo klang sehr rau und ANTISECT lastig. Es dauerte nicht lange, bis mit "Rise Of The Serpent Men" auch eine LP nachgelegt wurde. Diese erschien wieder einmal bei Peaceville und wurde bereits 1988 aufgenommen, erschien aber glaube ich erst 1990. This LP is probably the last of the truly great early crust records out of England. The production on this LP leans a little more towards a professional sounding metal LP but it's crisp compared to some of the muddy early crust stuff. AXEGRINDER war vielleicht die einzige Band, die mit ihrem dark heavy Crust an die Klasse von AMEBIX herankam.
Zu den Bands, die einen entscheidenden Einfluss in den Anfangszeiten des Crustgenres hatten, gehören A.O.A., ANT SYSTEM und LEGION OF PARASITES. A.O.A. spielten eher straight ahead Hardcore in CRUCIFIX/DISCHARGE Manier. Von ihnen existiert eine full length LP und eine Split LP mit OI POLLOI, die beide exzellent sind. ANTI SYSTEM starteten in der Tradition von Bands wie DISCHARGE und ICONS OF FILTH, integrierten aber im Laufe der Zeit immer mehr Metalelemente in ihren Sound. Auf ihr Konto geht die "In Defense Of The Realm" 7", die "No Laughing Matter" LP, die Split 7" mit MORBID HUMOR und schließlich die "A Look At Life" LP. Meiner Meinung nach ist ihr frühes straight ahead Hardcore Material der beste Stoff von ihnen. Die 1984er LEGION OF PARASITES LP "Unexpected Guests" bot noch geradlinig herausgeballerten Hardcore, wohingegen ihre zweite LP "Prison Of Life" schon so eine Crusteinflüsse mit sich brachte und ihre finale LP von 1987 letztlich ziemlich sang- und klanglos im Metalsumpf unterging. Die ELECTRO HIPPIES gehörten zu den frühen Crustbands, die schnellen Thrash und metallischen Crust miteinander verbanden. Soweit ich mich erinnern kann, nahm ich zuerst durch die "Digging In Water" Compilation von ihnen Notiz. Ihren beiden Demos "Killing Babies For Profit" und "Killing Babies Is Tight" folgte eine Split LP mit GENERIC und die "The Only Good Punk Is A Dead One" LP. Des Weiteren ist ihre "Peel Sessions" LP sehr zu empfehlen. Außerdem gibt es von ihnen wohl noch zwei Live LP's.
Eine sehr wichtige Rolle (auch wenn sie nicht zu den typischen Crustbands zählten) spielten NAPALM DEATH, die ebenfalls aus der traditionellen Anarcho Punk Ecke kamen ("Hatred Surge" Demo), bedingt durch einige Line-Up Wechsel sich aber schon bald in musikalische Untiefen vorwagten, die bisher noch so gut wie keine Band betreten hatte und somit quasi den Grindcore aus der Taufe hoben. Sie waren beeinflusst von schnellem Hardcore (LÄRM, PANDEMONIUM), aber auch von Metalbands (REPULSION). Napalm Death really put all the pieces together to create the brutal fast grindcore sound imitated ever since. Ihre "Scum" LP war in Sachen Speed und Durchschlagskraft ihrer Zeit meilenweit voraus und hat das gesamte Grindcoregenre entscheidend mitgeprägt. Dieses Meisterwerk ist einfach nicht zu toppen.
Widmen wir uns nun mit crusty Hardcore bzw. Crustcore dem anderen "Flügel" des Crust Movement. Crustcore ist eher von schnellem Hardcore und Thrash beeinflusst als von Metal und dem Sound von MOTÖRHEAD. Vom ästhetischen und politischen Aspekt her wird im Crustcore und eher metallisch geprägtem Crust hingegen so ziemlich die gleiche Schiene gefahren. Wenn von Crustcore die Rede ist, müssen auf alle Fälle zwei Bahnbrechende Bands genannt werden: EXTREME NOISE TERROR und DOOM. As alluded too above these bands drew their influences heavily from Japanese, Brazilian and Scandinavian hardcore bands of the 80's. DISCHARGE, THE VARUKERS, CHAOS UK and DISORDER ironically enough had influenced those bands. Ich denke, dass vor allem der rohe, brutale Gesangsstil eindeutig von brasilianischen Hardcorebands inspiriert wurde, die damals schon eine Vielzahl von Sängern in ihren Reihen hatten, die vollkommen brutal ins Mikro röchelten. Der Speed und die fast paced Stops und Starts hingegen kamen von japanischen Gruppen wie SYSTEMATIC DEATH, GAUZE und LIP CREAM. Likewise the brutal Dis-core sounds of DOOM seem to be like DISCHARGE filtered through Sweden and bands like ANTI CIMEX, SHITLICKERS, BOMBANFALL and CRUDE SS. Die erste true Crustcore Scheibe war meines Erachtens die EXTREME NOISE TERROR Seite von der "Earslaughter" Split mit CHAOS UK. This was a totally mind blowing record when it came out. CHAOS UK bretterten damals beinharten Thrash runter, während EXTRME NOISE TERROR in ihrer ganz eigenen Liga knüppelten und diese kranken Vocals und schnelle, alles zermalmende Riffs auffuhren. Das einzige, was damals 1986-87 mithalten konnte, war die "Thrash Til Death" Compilation und NAPALM DEATH's "Scum" LP. 1989 erschien dann EXTREME NOISE TERROR's "A Holocaust In Your Head" LP, eine unglaublich kraftvolle Crustcore Abrissbirne. Aus dieser Zeit stammen auch diverse Peel Sessions und es existiert eine Live Bootleg LP von ihnen. Die letzte wichtige Platte von EXTREME NOISE TERROR war die Split LP mit FILTHKICK namens "In It For Life", which should be every true punk's motto.
DOOM is probably my all time favorite Crustcore band. I probably like them so much since DISCHARGE and the Scandinavian bands that imitated them are my all time favorites. DOOM bedienten sich des Dis Core Styles, tunten ihn noch weiter runter und machten ihn somit noch ein ganzes Stück weit brutaler. Zusammen mit diversen Thrash Parts und den extrem rohen Vocals erschufen sie die ultimative Crust Brutalität. The 1988 War Crimes LP ripped a page out of the DISCHARGE book aesthetically featuring pictures of war victims and casualties of bomb attacks. Heute ist die ganze Geschichte natürlich ausgereizt, aber damals war es echt erfischend zu beobachten, wie eine Band zurück zu den Wurzeln ging, anstatt im Metal oder Indie Rock ihr Heil zu suchen. 1989 ließen DOOM dann die Split LP mit NO SECURITY aus Schweden vom Stapel, auf der tatsächlich noch schnellere Riffs zum Besten gegeben wurden that just intensified the brutality. Kurz darauf erschien die legendäre "Police Bastard" 7". Von diesem Crustklassiker gibt es zahllose Pressungen und Nachpressungen in Großbritannien und den USA. Auch gibt es eine Peel Sessions LP von DOOM aus dieser Periode, die ebenfalls sehr empfehlenswert ist.
Die Band ATAVISTIC gehörte ebenfalls zu den Crustbands, die das Tempo mächtig anzogen und somit fast schon in Grindregionen vorstießen. Allerdings waren sie meiner Meinung nach nicht tight und präzise genug, um sie vollends dem Grindcore zuordnen zu können. More like a crust core wall of noise. Sie veröffentlichten zwei gute EP's ("Life During Wartime" und "Equilibrium") und das Demo "From Within". Ihre von Profane Existence veröffentlichte LP fand ich hingegen ziemlich enttäuschend. Keine Crustbands, aber extrem wichtig für den UK Hardcore, waren damals HERESY und RIPCORD. Sie zockten eher traditionellen 80's Hardcore, allerdings mit wesentlich höherer Geschwindigkeit und spielten somit in einer Liga mit italienischen und holländischen Hardcore Bands, welche ihrerseits wiederum von US Band inspiriert wurden (note the flannels and bandanas). Wenn das Thema "Early Crust Compilations" zur Sprache kommt, dann sind vor allem die "A Vile Peace" LP und der "Hiatus" Sampler (beide von Peaceville veröffentlicht) zu nennen. Auch sollten die beiden Teile der "Hardcore Holocaust" Samplerreihe nicht vergessen werden. Cool war außerdem die "Grind Crusher" Compilation (mehr Metal als Crust) und die "Digging In Water" Compilation, auf der ich eine Menge neuer Bands für mich entdeckte. I think that just about covers all the important early UK crust bands. As I mentioned above-There was an eager audience for this new stuff in the USA. You could argue that bands like Nausea, Disrupt, Apocalypse, Glycine Max, A//solution, Antischism, Confrontation, and Destroy were imitating the UK sound of the time, or that the music was developing simultaneously on both continents. But that is a story for another time.
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