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SYMPHONIES
OF SICKNESS
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Liebe
Gemeinde!
Im
CFMD # 14 kündigte ich an, dass das nächste Thema der "Symphonies
Of Sickness" die Grippe sein würde. Aus aktuellem Anlass (ich
sage nur "Schweinegrippe"
) habe ich mich allerdings dazu
entschieden, die Abhandlung der Grippe auf ein anderes Mal zu vertagen.
Schließlich gibt es noch genug andere Krankheiten, die etwas genauer
unter die Lupe genommen werden wollen. Zum Beispiel die Shigellose. Die
ist garantiert trendfrei, dafür aber wirklich garstig! Auf die "Schweinegrippe"
ist was geschissen (wobei wir beim Thema wären) - Vorhang auf für
die bakterielle Ruhr! Mit pathologischem Gruß
Dr. Corpsegrinder

DAS THEMA HEUTE :
Die
Shigellose (auch bakterielle Ruhr genannt) ist eine meldepflichtige Durchfallerkrankung,
die besonders häufig in Entwicklungsländern vorkommt. Verursacht
wird sie durch verschiedene Bakterienstämme der Gattung Shigella.
Die Shigellen vermehren sich im Trinkwasser oder auf Nahrungsmitteln und
werden von dort oder über direkten Kontakt mit Infizierten übertragen.
Zwei bis vier Tage nach Aufnahme der Erreger kommt es zu Fieber und wässrigen
Durchfällen, die in der Folge blutig-schleimig-eitrig werden können.
Schwere Krankheitsverläufe (die durchaus auch lebensbedrohliche Ausmaße
annehmen können) kommen vor allem bei Menschen, die älter sind
oder deren Immunsystem geschwächt ist, sowie bei Kleinkindern vor.
Die Diagnose der bakteriellen Ruhr wird anhand der Symptome und durch
eine Stuhluntersuchung gestellt. Mit Antibiotika lässt sich die bakterielle
Ruhr meist gut behandeln.
Definition
der Krankheit und ihre Häufigkeit:
Die bakterielle Ruhr (Shigellose) ist eine weltweit verbreitete Darmerkrankung,
die sich vor allem durch starken Durchfall äußert. Schlechte
sanitäre Verhältnisse und warmes Klima begünstigen die
Ausbreitung, weshalb sie besonders häufig in Entwicklungsländern
vorkommt. Nach dem Infektionsschutzgesetz ist die bakterielle Ruhr meldepflichtig.
Diese Meldepflicht bezieht sowohl Verdachts- und Erkrankungsfälle
als auch Ausscheider und Todesfälle ein. In Deutschland wurden im
Jahr 2007 insgesamt 867 Fälle von bakterieller Ruhr gemeldet. In
38 Prozent dieser Fälle erwarben die Betroffenen die Infektion in
Deutschland selbst, wobei Männer und Frauen gleichermaßen betroffen
waren. Bei den restlichen Fällen erfolgte die Ansteckung hauptsächlich
in Ägypten, in Indien, in der Türkei und in Tunesien. Etwa 80
Prozent der in Deutschland gemeldeten Fälle wurden durch den Erreger
Shigella sonnei verursacht; für 15 Prozent der Infektionen war Shigella
flexneri verantwortlich. Die beiden Shigellenarten Shigella boydii und
Shigella dysenteriae spielten in Deutschland als Auslöser der Infektion
nur eine untergeordnete Rolle.
Krankheitsursachen:
Ursachen für die Shigellose sind Infektionen mit Bakterien der Gattung
Shigella. Shigellen sind gramnegative, unbewegliche, sporenlose Bakterien,
die Zellgifte (Endotoxine) produzieren und gegen Austrocknung sehr empfindlich
sind. Übertragen werden sie über verseuchtes Trinkwasser und
kontaminierte Nahrungsmittel. Die Krankheitserreger werden über den
Mund (oral) aufgenommen. Bereits zehn Keime genügen, um eine bakterielle
Ruhr zu verursachen. Die Infektionsquelle ist der Stuhl akut erkrankter
oder symptomloser Menschen, bei denen sich Shigellen im Stuhl befinden
(so genannte Ausscheider). Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch
der bakteriellen Ruhr (Inkubationszeit) beträgt etwa zwei bis vier
Tage. Die Shigellen werden meist durch direkten Kontakt von Mensch zu
Mensch übertragen. In wärmeren Ländern erfolgt die Ansteckung
aber auch über infizierte Gegenstände, Trinkwasser, Nahrungsmittel
oder Fliegen.
Symptome
und Diagnose:
Typischerweise beginnt die Shigellose plötzlich, d.h. die Symptome
der Infektion treten unvermittelt auf. Während der ersten zwei Krankheitstage
kommt es zu wässrigen Durchfällen. Schwere Verläufe der
bakteriellen Ruhr sind häufig mit folgenden Anzeichen verbunden:
Bauchkrämpfen, schmerzhaften Stuhlentleerungen, Fieber, blutig-schleimigen
Durchfällen, Bewusstseinsstörungen aufgrund des Wasser- und
Elektrolytverlusts.
Besteht der Verdacht auf eine bakterielle Ruhr, wird die Diagnose anhand
der typischen Beschwerden und über eine Stuhlprobe gestellt. In der
Stuhlprobe lässt sich der Erreger der bakteriellen Ruhr nachweisen.
Außerdem zeigt eine mikroskopische Stuhluntersuchung eine vermehrte
Anzahl weißer Blutkörperchen.
Krankheitsverlauf
und Komplikationen:
Wird die Shigellose rechtzeitig behandelt, zeigt sie einen guten Verlauf
und heilt vollständig aus. Wird die Infektion nicht oder unzureichend
behandelt, kann es besonders bei Kleinkindern, alten Menschen und Immungeschwächten
zu schweren bis tödlichen Komplikationen kommen. Die bakterielle
Ruhr kann auch einen symptomlosen Verlauf nehmen. Menschen, welche die
krankheitsauslösenden Shigellen über den Stuhl übertragen,
ohne selber Anzeichen der Infektion zu zeigen, werden Ausscheider genannt.
Dabei kann es sein, dass die Erreger entweder nach vier Wochen spontan
wieder verschwinden oder sich dauerhaft im Dickdarm ansiedeln und über
den Stuhl ausgeschieden werden. Menschen, bei denen dies der Fall ist,
werden als Langzeitausscheider bezeichnet. Nach einer überstandenen
bakteriellen Ruhr besteht eine gewisse, zeitlich begrenzte Immunität
gegenüber einer Neuinfektion. Die häufigste Komplikation einer
bakteriellen Ruhr ist der Wasser- und Mineralsalzverlust durch die Durchfälle.
Dies kann im Kreislaufversagen enden. Die durch die Shigellen hervorgerufene
Entzündung in der Dickdarmschleimhaut kann dazu führen, dass
Geschwüre entstehen und die Darmwand einreißt. Dies stellt
eine lebensbedrohliche Komplikation dar. Durch die geschwürige Schädigung
der Schleimhautbarriere im Darm können sich im Verlauf einer bakteriellen
Ruhr zusätzlich andere Bakterien im Körper verteilen. Wenn bei
den Betroffenen eine entsprechende genetische Anfälligkeit besteht
(das heißt, wenn sie ein bestimmtes Erbmerkmal (HLA-B27) aufweisen)
und eine chronische Infektion vorliegt, treten einseitige Entzündungen
der großen Gelenke, Bindehautentzündungen und Harnröhrenentzündungen
auf.
Therapie
und Prophylaxe:
Die Shigellose sollte in jedem Fall mit einer antibiotischen Therapie
behandelt werden. Auch bei leichten Verläufen kann so die Dauer der
Erkrankung verkürzt und die Erregerausscheidung (und damit der Ansteckungsgefahr)
gesenkt werden. Dabei wird bevorzugt Ampicillin verabreicht. Da manche
Shigellen eine Resistenz gegen bestimmte Antibiotika entwickelt haben
(und somit unempfindlich gegen diese Antibiotika sind), sollte vor Beginn
der Therapie ausgetestet werden, welches Antibiotikum wirksam ist. Neben
der medikamentösen Behandlung der bakteriellen Ruhr ist es wichtig,
den durch die Durchfälle entstandenen Wasser- und Elektrolytverlust
auszugleichen. Können die Betroffenen selbst nicht genug trinken,
erhalten sie Infusionen. Die bakterielle Ruhr (Shigellose) kann durch
einfache Maßnahmen verhindert werden. Wirksame Maßnahmen zum
Vorbeugen einer Infektion mit Shigellen bestehen darin, beim Umgang mit
Nahrungsmitteln und Trinkwasser auf Hygiene zu achten sowie regelmäßig
die Hände zu waschen. Vor allem in Entwicklungsländern sollten
Wasser und Nahrungsmittel vor dem Verzehr abgekocht werden.
Infos:
Medicine Worldwide
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