[ SERIENMÖRDER Special ]

Richard Trenton Chase - Der Vampir von Sacramento

Richard Trenton Chase wurde am 23. Mai 1950 in Sacramento, Kalifornien geboren. Er war das einzige Kind seiner Eltern und wuchs in bescheidenen Verhältnissen und in einem sehr strengen Haushalt auf.

Seine Kindheit war alles andere als unproblematisch. Ab dem zwölften Lebensjahr wurde Chase immer stärker in die Ehestreitigkeiten seiner Eltern hineingezogen. Später behauptete er, dass ihn seine Mutter missbraucht habe und mehrfach versucht hätte ihn zu vergiften. Die Mutter wiederum warf ihrem Ehemann vor, er würde Drogen nehmen und dass auch er versucht habe sie zu vergiften. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen halbwegs normalen Start ins Erwachsenenleben also.

Bereits als Teenager wurde Chase wegen Alkoholmissbrauchs, Tierquälerei und Brandstiftung auffällig. Im Laufe der Zeit entwickelte er zudem eine Hypochondrie. Er behauptete, dass sein Herz zeitweilig aufhören würde zu schlagen und dass ihm jemand seine Lungenarterie gestohlen habe. Außerdem hatte er die mehr als strange Angewohnheit sich Orangen an den Kopf zu halten, in der Hoffnung, dass das Vitamin C aus den Früchten direkt von seinem Gehirn absorbiert werden würde. Außerhalb der Familie hatte Chase keine Freunde oder Bezugspersonen. Zwar hatte er in der Highschool einige Beziehungen, aber die scheiterten allesamt an seiner Impotenz. Wie später festgestellt werden sollte, hatte Chase eine Abneigung gegen konventionellen Sex. Er erregte sich stattdessen an Nekrophilie und Gewalt und konnte nur dadurch zum Orgasmus kommen.

Ein noch zu Highschool-Zeiten konsultierter Psychiater führte die Probleme des Jungen auf für lange Zeit unterdrückte Wut oder eine psychische Erkrankung zurück. Nach dieser Diagnose geschah jedoch zunächst nichts. Erst nachdem sich Chase im Jahre 1976 Kaninchenblut injiziert hatte und daraufhin eine Blutvergiftung bekam, wurde er in die Psychiatrie eingewiesen. Dort sprach er häufig über seine kranken Fantasien und speziell über das Töten von Tieren. Das Klinikpersonal verpasste ihm gar den Spitznamen "Dracula", weil er einmal mit vollkommen blutverschmiertem Mund aufgegriffen wurde, nachdem er diverse Vögelt getötet und anschließend ihr Blut getrunken hatte. Chase war der Meinung, dass er langsam vergiftet werde, dass sich sein Blut zu Pulver verwandle und dass er diese Vergiftung nur aufhalten könne, wenn er fremdes Blut zu sich nehme. Über seinen Geisteszustand waren sich die Ärzte jedoch nicht so recht schlüssig und stellten daher gleich mehrere, sich widersprechende, Diagnosen wie etwa Schizophrenie oder drogeninduzierte Psychose. Chase wurde mehreren medikamentösen Therapien unterzogen und 1977 hielten die so genannten "Experten" seinen Geisteszustand für soweit stabilisiert, dass er in einer offenen Behandlung untergebracht wurde. Das Psychiatriepersonal protestierte dagegen aufs Heftigste, doch seine Einwände wurden nicht erhört.

Im Jahre 1977 wurde Chase dann auch aus der Klinik in die Verantwortung seiner Eltern entlassen. Die besorgten ihm auch eine Wohnung und sorgten für seinen Lebensunterhalt. Insbesondere seine Mutter war der Meinung, dass die Medikamente, die ihr Sohn noch immer regelmäßig einnehmen sollte, nicht halfen und entzog sie ihm daher. Ein schwerer Fehler, wie sich später noch herausstellen sollte.

Bereits im August 1977 wurde Chase in einem Indianerreservat von einer Polizeistreife angehalten, weil er ein vollkommen mit Blut durchtränktes T-Shirt trug. In seinem Wagen fand man außerdem mehrere Schusswaffen und einen mit Blut gefüllten Eimer. Chase konnte die Polizisten jedoch davon überzeugen, dass er nur auf der Jagd gewesen war und durfte tatsächlich völlig unbehelligt weiterfahren. In den drei Folgemonaten tötete Chase, nach eigenen Angaben, mindestens sechse Hunde und Katzen auf bestialische Art und Weise.

Am 7. Dezember des Jahres 1977 besorgte er sich einen neuen Revolver und schoss damit nur zweiundzwanzig Tage später aus seinem Auto heraus auf den 51-jährigen Ambrose Griffin, welcher sofort tot war. Ein Sohn Griffins verdächtigte wiederum einen Nachbarn der Tat. Er hatte ihn an jenem Tag mit seinem Gewehr am Grundstück vorbeilaufen sehen. Ballistische Untersuchungen der Waffe ergaben jedoch, dass es sich bei dem Gewehr nicht um die Tatwaffe handelte.

Am 21. Januar 1978 ging das Morden weiter. Chase erschoss die im dritten Monat schwangere Teresa Wallin in ihrem Haus, verging er sich mehrfach an der Leiche und verstümmelte sie aufs Grausamste. Anschließend badete er in ihrem Blut. Der Ablick des Tatorts war wahrlich nichts für schwache Nerven. Nur sechs Tage später drang Chase in das Haus der 28-jährigen Evelyn Miroth ein. Dort tötete er ihren Nachbarn Daniel Meredith, Evelyn Miroth selbst, ihren 6-jährigen Sohn Jason und ihren 22 Monate alten Neffen Michael. Auch an Miroths Leiche übte er nekrophile Handlungen und Kannibalismus aus. Aufgeschreckt durch eine Freundin Jasons, floh Chase mit Merediths Auto vom Tatort. Mit Hilfe der Nachbarn alarmierte das Mädchen die Polizei. Diese konnte perfekte Hand- und Fußabdrücke von Chase am Ort des Geschehens sicherstellen. Chase wiederum kehrte nach seiner Wahnsinnstat in die eigenen vier Wände zurück. Dort trank er das Blut des von ihm getöteten Kleinkindes und verzehrte diverse Teile von dessen inneren Organen. Den Leichnam vergrub er in der Nähe einer Kirche, die sich unweit seines Wohnortes befand.

Aufgrund des vom FBI-Experten Robert Ressler erstellten Täterprofils und der Zeugenaussage einer ehemaligen Schulgefährtin Chases, die ihn in blutverschmierter Kleidung getroffen hatte, konnte Chase am 28. Januar 1978 in seinem Haus verhaftet werden.
Trotz seiner psychischen Verfassung wurde Chase vom Gericht für voll schuldfähig erklärt und wegen sechsfachen Mordes von der Jury zum Tod in der Gaskammer verurteilt.

Während der Haft führte der FBI-Profiler Ressler mehrere Interviews mit Chase. In den Befragungen gab Chase an, dass er Angst vor "Nazi-Ufos" habe, die ihn zum Morden aufrufen und vergiften würden. Er behauptete, dass er nur getötet habe, um sich selbst am Leben zu erhalten, da er ansonsten an einer "Seifenschalenvergiftung" gestorben wäre, die sein Blut langsam in Pulver verwandeln würde. Außerdem gab er Ressler eine Tasse mit Essensresten, damit diese in FBI-Laboren auf Spuren der angeblichen Vergiftung untersucht werden könnten.

Am 26. Dezember 1980 wurde Richard Trenton Chase leblos in seiner Zelle aufgefunden. Wie die Autopsie ergab, hatte er sich mit einer Überdosis Antidepressiva, die er im Laufe mehrerer Wochen sammelte, selbst getötet.

Morbo